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Neues Buskonzept kommt ins Rollen

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Der Betrieb der Stadtbuslinie 45 ist bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 sichergestellt. Danach wird sie voraussichtlich eingestellt. Archivfoto: J. Weber
Der Betrieb der Stadtbuslinie 45 ist bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 sichergestellt. Danach wird sie voraussichtlich eingestellt. Archivfoto: J. Weber

Nidderau. Nachdem die Stadtverordneten der Verlängerung des Testbetriebs für den Bürgerbus-Express zustimmten, hat sich der Arbeitskreis Nahverkehr für die Aufrechterhaltung eines städtischen Buslinienkonzepts über den Fahrplanwechsel 2017 hinaus ausgesprochen. Eine Konzeptidee gibt es auch schon.

Von Jan-Otto Weber

„Die wichtigste Aussage ist für mich, dass der Wille besteht, den städtischen Nahverkehr auch zukünftig aufrechtzuerhalten“, so die zuständige Fachbereichsleiterin Katja Adams. „Dieses Votum war angesichts der Konsolidierungsmaßnahmen in den vergangenen zwei Jahren nicht selbstverständlich. Da fiel wegen der teils geringen Auslastung der Linien auch hier und da das Wort 'Geisterbusse'.“Das Problem der geringen Auslastung besteht freilich nach wie vor. Das wurde auch in der Diskussion über den Bürgerbus-Express am Freitagabend in der Stadtverordnetenversammlung deutlich.Anregungen sollen umgesetzt werdenSelbst die Koalitionsfraktionen von SPD und Grünen gestanden ein, dass eine öffentliche Subventionierung von 17 Euro pro Fahrt (88 000 Euro Jahreskosten für die Stadt bei durchschnittlich 450 Fahrten pro Monat) mit dem Bürgerbus auf Dauer nicht tragbar sei.Verschiedene Anregungen und auch Kritikpunkte zum Bürgerbus sollen nun umgesetzt werden. So hatte etwa die Opposition bemängelt, dass im bisherigen Probebetrieb seit Juni dieses Jahres lediglich die verkauften Fahrkarten gezählt wurden, jedoch keine Daten darüber vorlägen, wann und wo die Leute ein- und aussteigen.Angebot stärker bewerben„Diese Daten wollen nun im Lauf des kommenden Jahres erheben“, so Fachbereichsleiterin Adams. Zudem solle der Bürgerbus stärker beworben werden. So hatte etwa SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Bär am Freitag vorgeschlagen, den Bus farbig zu lackieren oder Flyer mit dem Fahrplan an öffentlichen Orten auszulegen.

Dennoch stimmten SPD und Grüne für die Verlängerung der Testphase um ein Jahr bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017. Bis dahin soll ein neues Buslinienkonzept erarbeitet werden, das auch die Linie MKK 562 sowie die geplante Schnellbuslinie X26 von Bad Homburg über Bad Vilbel und Karben bis nach Nidderau Bahnhof einbezieht.Schnellbuslinie X26 bildet Grundachse Wie Adams berichtet, haben die Teilnehmer des Arbeitskreises Nahverkehr dazu folgende Idee entwickelt: Die neue Schnellbuslinie X26 bildet ab Dezember 2017 die Grundachse im innerstädtischen Nahverkehr.In der Rushour sollen zwei kleinere Busse eingesetzt werden, um Pendler im Stadtgebiet einzusammeln und zu den Haltestellen der Schnellbuslinie oder der Bahnhöfe zu bringen. Auch die RMV-Linie MKK 562 von und nach Hanau wird miteingebunden.Stadtbuslinie 45 würde entfallenNach 9 Uhr könnte einer der beiden kleineren Busse zum Beispiel auf der jetzigen Bürgerbus-Route die Flächenabdeckung sicherstellen. Eventuell wäre ein zweiter Bus sinnvoll, der gegenläufig zur Schnellbuslinie verkehrt oder abgelegene Stadtbereiche anfährt.Die Stadtbuslinie 45 würde in diesem Konzept entfallen. Wie vom RMV angekündigt werden ab Dezember 2017 die Stadtteile Eichen und Erbstadt nicht mehr von der Linie MKK 562 angefahren. Der RMV will jedoch rechtzeitig ein „Schülerbeförderungskonzept“ vorlegen.Großes Interesse„Auf jeden Fall war das Interesse im Arbeitskreis mit 20 Teilnehmern groß“, so Adams. „Ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute Lösung hinbekommen. Da waren hier in puncto Nahverkehr schon ganz andere Winde am Wehen.“

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