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Nahverkehr erhält grünes Licht: KVG soll neues Konzept umsetzen

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Sie haben mit der Erstellung und Verhandlung des Nahverkehrskonzepts gute Arbeit geleistet (von links): Felix Esselborn vom Planungsbüro IGDB, Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne), KVG-Geschäftsführer Volker Lampmann, KVG-Prokuristin Sonja Landschreiber und die zuständige städtische Fachbereichsleiterin Katja Adams. Vom Busmodell Urbino 8,9 LE des Herstellers Solaris (im Hintergrund) werden künftig von Montag bis Freitag drei Exemplare auf Nidderaus Straßen unterwegs sein, am Wochenende zwei. Archivfoto: J. Weber
Sie haben mit der Erstellung und Verhandlung des Nahverkehrskonzepts gute Arbeit geleistet (von links): Felix Esselborn vom Planungsbüro IGDB, Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne), KVG-Geschäftsführer Volker Lampmann, KVG-Prokuristin Sonja Landschreiber und die zuständige städtische Fachbereichsleiterin Katja Adams. Vom Busmodell Urbino 8,9 LE des Herstellers Solaris (im Hintergrund) werden künftig von Montag bis Freitag drei Exemplare auf Nidderaus Straßen unterwegs sein, am Wochenende zwei. Archivfoto: J. Weber

Nidderau. Die Nidderauer Stadtverordneten haben in der Sitzung am Donnerstag einstimmig die Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) mit dem Betrieb des öffentlichen Nahverkehrs inklusive der künftig drei städtischen Buslinien beauftragt. Somit ist mit Beginn der Sommerferien 2018 weiterhin die Anbindung aller Stadtteile gewährleistet.

Von Jan-Otto WeberZudem sind Taktung und Linienführung auf die neue regionale Schnellbuslinie X27 sowie auf die Fahrzeiten der beiden Bahnlinien Friedberg – Hanau und Niddertalbahn abgestimmt.

Am Ende ging alles ganz schnell: „Die KVG hat händeringend auf die gestrige Sitzung gewartet, damit sie mit der Ausschreibung der Linien starten kann“, so die zuständige städtische Fachbereichsleiterin Katja Adams am Freitag gegenüber unserer Zeitung. „Wir haben sie heute Morgen bereits über den positiven Beschluss informiert.“Beifall aus allen FraktionenDas neue Nahverkehrskonzept erhielt am Donnerstagabend im Ostheimer Bürgerhaus Beifall aus allen Fraktionen. „Nidderau erhält einen Nahverkehr, der so gut ist wie nie zuvor“, lobte etwa SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Bär. „Ich gratuliere Stadtrat Rainer Vogel zu diesem guten Verhandlungsergebnis.“ CDU-Vertreter Erich Lauer urteilte: „Dieses Konzept verdient seinen Namen.“ Und Tanja Seelbach freute sich im Namen der Grünen über die „breite Zustimmung“.

Bär erinnerte noch einmal an die lebhaften Diskussionen über das Ende des Bürgerbusexpress'. „SPD und Grünen wurde damals vorgeworfen, dass wir mit der Abschaffung des erfolglosen Angebots die Stadtteile Erbstadt und Eichen abhängen würden“, so der Fraktionschef. „Wir haben damals schon auf das Alternativangebot verwiesen, das nun rechtzeitig zu den Sommerferien 2018 in Betrieb geht.“Auf die Fahrzeiten der Züge abgestimmtNidderau erhalte einen Kreisverkehr in zwei Richtungen, der auf die Fahrzeiten der Züge abgestimmt sei – und das zu den gleichen Kosten wie bisher für Bürgerbus und Stadtbus aufgewendet worden seien. „Mit Blick auf die Haushaltslage wird unsere Fraktion allerdings für die leicht abgespeckte Variante stimmen, die am Wochenende und in den Randzeiten ausgedünnt ist.“

Auch Lauer lobte für die CDU den Einsatz des Verkehrsdezernenten Vogel. „Das Konzept vermeidet Parallelverkehre und bindet die benachteiligten Stadtteile an. Zudem wird die Verwaltung entlastet, da die KVG nun die Verantwortung für den Stadtbusbetrieb trägt.“Lauer übt noch einmal KritikDoch Lauer versäumte nicht, noch einmal Kritik zu üben. „Warum kommt dieses Konzept erst jetzt? Warum wurde der Bürgerbus eingeführt und damit Steuergelder verschwendet? Wir als Opposition fühlen uns durch das neue Konzept bestätigt.“

Grünen-Vertreterin Seelbach antwortete für die Koalition: „Der Bürgerbus war ja eben dazu eingeführt worden, um die Stadtteile Eichen und Erbstadt anzubinden, da die Gefahr bestand, dass die Kreisbuslinie MKK 562 schon früher eingestellt wird. Zu dieser Entscheidung kann man auch heute noch stehen.“Neue barrierefreie BusseKünftig werden drei Stadtbuslinien auf Nidderaus Straßen verkehren. Dafür werden eigens neue Busse angeschafft, die barrierefrei und auch in den Nebenstraßen der Wohngebiete einsetzbar sind (wir berichteten).

Hinzu kommt die Kreislinie MKK 562, die künftig jedoch nicht mehr über Eichen und Erbstadt fahren wird. Die überregionale Schnellbuslinie X27 pendelt zwischen Kronberg (Taunus) über Bad Homburg und Karben zum Bahnhof Heldenbergen. Zuvor fährt der Bus noch eine Schleife durch die Windecker Wartbaumstraße.280 000 Euro Kosten im ersten Betriebsjahr„Am Wochenende werden wir nach dem beschlossenen reduzierten Fahrplan nur zwei Busse einsetzen“, erklärte Stadtrat Vogel (Grüne) am Freitag gegenüber unserer Zeitung. „Diese Variante spart uns rund 20 000 Euro im Jahr.“ Grundsätzlich werde die KVG die Ausschreibung so gestalten, dass mit den beauftragten Busunternehmen in einem gewissen Rahmen noch Taktungen im Fahrplan zu- oder abbestellt werden könnten, so Vogel. Die Länge der Vertragslaufzeit – acht oder zehn Jahre – werde mit der KVG noch angepasst und hänge auch von der Leasingdauer der Busse ab.

Die Kosten für das Gesamtpaket belaufen sich für die Stadt im ersten vollen Betriebsjahr 2019 auf 280 000 Euro und steigen in der Folge pro Jahr um etwa sechstausend Euro an. „Diese Dynamisierung berücksichtigt steigende Tarifgehälter und Instandhaltungskosten der Fahrzeuge“, erklärt Vogel, der auch Kämmerer der Stadt ist. „Damit ist der Aufwand für künftige Haushaltspläne klar kalkulierbar.“

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