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Möglicher Kinderbetreuungsausbau der Albert-Schweitzer-Schule

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Nicht nur auf dem Fahrradparcours der Albert-Schweitzer-Schule gibt es mehrere Abbiegemöglichkeiten. Auch die Debatte um die Hortbetreuung zeigt verschiedene Möglichkeiten auf. Foto: J. Weber
Nicht nur auf dem Fahrradparcours der Albert-Schweitzer-Schule gibt es mehrere Abbiegemöglichkeiten. Auch die Debatte um die Hortbetreuung zeigt verschiedene Möglichkeiten auf. Foto: J. Weber

Nidderau. Die Kinderbetreuung für 2018/2019 ist momentan noch nicht gewährleistet. Daher wird ein Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten der Albert-Schweitzer-Schule in Heldenbergen im Moment stark diskutiert. Vor allem Räume und Personal stellen hier ein Problem dar.

Von Jan-Otto Weber

In der unübersichtlichen Diskussion um mangelnde Hortplätze hat sich der Jugend- und Sozialausschuss in Abstimmung mit dem Betreuungsverein an der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) in Heldenbergen am Dienstagabend über das weitere Vorgehen verständigt. Demnach soll spätestens zum Beginn des Schuljahres 2018/2019 das Angebot an der ASS erweitert werden. Statt einer Containerlösung wird nun vom Ausschuss ein Gebäude in modularer Holzständerbauweise favorisiert.

CDU-Antrag gibt den AnstoßDen neuen Impuls für die bereits seit Jahren anhaltende Diskussion gab ein Antrag der CDU-Fraktion, „freiwerdende Container, die aktuell für die Flüchtlingsunterbringung genutzt werden, auf das Grundstück der Albert-Schweitzer-Schule zu stellen und für die Unterbringung von Hortkindern zu nutzen“.

„Viele Eltern haben sich in Sorge um die Kinderbetreuung an den Ortsbeirat gewandt“, begründete CDU-Fraktionsmitglied Erich Lauer, der zugleich Ortsvorsteher in Heldenbergen ist, den Antrag. „Manche fürchten um ihren Arbeitsplatz, wenn sie ihr Kind nicht unterbringen können. Die Container sollen eine Übergangslösung sein, bis die Schule in die Ganztagsbetreuung einsteigen kann.“

Dass damit kurzfristig nicht zu rechnen sei, machte Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) klar. „Das dauert minimum vier Jahre, vorher bekommt die Schule das nicht hin.“ Derzeit warte Schulleiterin Ina Wegener noch auf Rücklauf einer Elternumfrage, um den Betreuungsbedarf einschätzen zu können. Eine Beantragung von Profil 1, dem ersten Schritt zur Ganztagsschule, müsste dem Kreistag bis zur entsprechenden Herbstsitzung vorliegen, um noch zum kommenden Schuljahr einsteigen zu können. „Wenn der extreme Wille der Schulgemeinde dazu bestehen würde, wäre es ja auch schon so weit“, so Vogel. „Doch Frau Wegener muss ihre Leute mitnehmen.“

Hortplätze werden wegfallenImmerhin seien nach aktuellem Stand alle Kinder untergebracht, berichtete Ute Isensee vom Familienservice der Stadt. Das werde sich jedoch spätestens zum Schuljahr 2018/2019 ändern. Denn zusätzlich zur ohnehin schon angespannten Situation fielen dann an der Kita Allee Mitte etwa 35 Hortplätze weg, da die Kapazitäten zur Erfüllung des Rechtsanspruches in der U3-Betreuung benötigt würden.

„Wir als Betreuungsverein an der sind grundsätzlich bereit, unser Angebot auszubauen“, so die Vorsitzende Daniela Völker, die mit zwei ihrer Vorstandskollegen in den Ausschuss gekommen war. „Allerdings haben wir bereits jetzt alle 42 Plätze belegt, inklusive der zwei Notplätze, die wir uns sonst für spontan auftretende Härtefälle freihalten. Ab dem 43. Kind brauchen wir einen zusätzlichen Raum und mehr Personal.“

Um geeignete Betreuer zu finden brauche der Verein etwa drei Monate Vorlauf, so der stellvertretende Vorsitzende Uwe Czirjak. „Gutes Personal fällt nicht vom Himmel.“ Zudem könne der Verein die Hortbetreuung nicht eins zu eins ersetzen, sondern biete gemäß seiner Satzung Plätze von 11.30 Uhr bis 15 Uhr.

Schulen müssen sich einbringenVogel zeigte dafür Verständnis. „Die Hortbetreuung ist eine freiwillige Leistung der Kommunen. Wir können uns nicht alles leisten. Wenn Eltern hierher ziehen und sagen, sie brauchen ab morgen einen Ganztagsplatz, dann geht das eben nicht.“ Und der Ausschussvorsitzende Rembert Huneke (SPD) betonte: „Wir nehmen uns der Problematik an. Ich sehe aber die Schulen in der Pflicht, in die Ganztagsbetreuung einzusteigen. Dafür gibt das Land Fördermittel.“

Bleibt das Raumproblem:Zwar habe die Schule selbst vor mittlerweile zwei Jahren dem Betreuungsverein einen zusätzlichen Raum angeboten. Ob dieses Angebot angesichts der absehbar wachsenden Schülerzahlen noch aktuell sei, müsse aber geklärt werden. Zudem sei ein einzelner Raum allenfalls als Pufferlösung geeignet.

Kosten der RäumlichkeitenWie Vogel erläuterte, sei nach Rücksprache mit Fachleuten die von der CDU beantragte Ertüchtigung der „abgewohnten“ Container der Flüchtlingsunterbringung teurer als neue zu mieten. Diese würden die Stadt für die Dauer von vier Jahren und inklusive aller nötigen baulichen Anschlüsse und Vorbereitungen rund 320 000 Euro kosten. Ein Gebäude in Holzständerbauweise mit einer vergleichbaren Größe von 150 Quadratmetern Nutzfläche käme hingegen auf 380 000 Euro. „Diese Häuser hätten natürlich eine bessere Aufenthaltsqualität“, gab Vogel zu bedenken.

Am Ende sprach sich der Ausschuss einstimmig und in Einklang mit den Vertretern des Betreuungsvereins für folgende Schritte aus: Die Verwaltung soll mit der Schule den Betreuungsbedarf klären und einen Raum als Pufferlösung nachfragen. Zudem soll die Verwaltung in Absprache mit dem Betreuungsverein eine bedarfsgerechte Unterbringung durch die Errichtung eines Gebäudes in Holzständerbauweise auf dem Schulgelände prüfen, das spätestens zum Schuljahr 2018/2019 zur Verfügung steht. Um bis dahin auftretende Engpässe abzufangen soll parallel eine Containerlösung geprüft werden.

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