Pure Harmonie: Nicht nur der Chor und Dirigent Gregori Dörr verschmolzen zu einer Einheit. Auch die Licht- und Tontechnik sorgten für besten Klang und eine festliche Atmosphäre. Foto: Privat

Nidderau

So war Miss Harmonies erstes Konzert nach Umbau der Nidderhalle

Nidderau. Premiere gelungen: Der Frauenchor Miss Harmonie hat am Samstagabend mit seinem Konzert „100Pro Deutsch – von Klassik bis Rock“ ein musikalisches Ausrufezeichen in der Eicher Nidderhalle gesetzt.

Von Jan-Otto Weber

Unter Leitung von Gregori Dörr, der nach seinem zweijährigen Referendariat aus Berlin zurückgekehrt ist und die Leitung wieder von Christoph Klüh übernommen hat, machten die Damen ihrem Chornamen alle Ehre.

Dabei faszinierten sie die etwa 270 Zuhörer nicht nur durch ihre gewohnt gefühlvolle und absolut genre-gerechte Interpretation zeitgenössischer Popsongs von Bands wie Rammstein, Revolverheld, Echt oder Silbermond, sondern setzten auch verblüffende klassische Kontraste – etwa mit dem vierstimmigen Satz „Da unten im Tale“ von Johannes Brahms.

Erfolgreich trotz Hindernissen

Unterstützt wurden die 30 Frauen bei ihrem Konzert von der Chorgemeinschaft Kaichen, die das Programm ebenfalls mit klassischen aber auch modernen Liedern ihres gemischten und Männerchors ergänzten und mit viel Applaus belohnt wurden.

Dass der Abend derart erfolgreich wurde, war hingegen nicht selbstverständlich. Denn das Konzert fand aufgrund des Platzangebots nicht in dem für seine Akustik gelobten neuen Anbau, sondern in der Turnhalle statt, die nach Kündigung des Pachtvertrages für den traditionsreichen Saalbau Schmid künftig im Ensemble mit Foyer und Anbau als offizieller städtischer Veranstaltungsort dient.

Nervenaufreibende Vorbereitung

„Die Kombination ist toll, denn wir haben nun die Möglichkeit, unsere Gäste in getrennten Räumlichkeiten auch nach dem Konzert noch zu bewirten, ohne kurzfristig Tische und Stühle stellen zu müssen“, erklärt Jutta Ley, die zur letzten Mitgliederversammlung den Vorsitz von der zur Ehrenvorsitzenden ernannten Birgit Fandrey übernommen hat. „Aber die Vorbereitungen haben schon Nerven gekostet.“

Mehrere Stunden waren allein für die Installation der schwarzen Bühnenvorhänge nötig, die per Hand auf- und zugezogen werden müssen.

Diese Aufgabe wussten die Vorstandsmitglieder Alena Habermann und Kitty Siebertz am Samstagabend bestens mit ihrer Moderation zu verbinden, wobei sie nicht versäumten, sowohl den anwesenden Landrat Thorsten Stolz als auch die beiden Stadträte Rainer Vogel und Hanstheo Freywald charmant auf die wünschenswerten Verbesserungen hinzuweisen.

Boden und Technik

So dauerte etwa der Wechsel zwischen den Chorgruppen einige Zeit, da der einzige Zugang zur Bühne keinen „Gegenverkehr“ erlaubt.

Zu den Konzertvorbereitungen gehörte auch das vorgeschriebene Abkleben des für den Schul- und Vereinssport ausgelegten Hallenbodens. Und schließlich die Installation der gesamten Ton- und Lichttechnik, die zu jeder Veranstaltung extra auf- und abgebaut werden muss, um die Lautsprecher und Strahler nicht der Gefahr umherfliegender Bälle auszusetzen.

Nächstes Konzert steht bevor

Erster Stadtrat Rainer Vogel erörterte im Anschluss die technischen Gegebenheiten mit Veranstaltungstechniker Steffen Bellinger, der die Halle im Vorfeld stundenlang präpariert und für den reibungslosen Ablauf des Abends gesorgt hatte. „Es ist immer ein Kompromiss, solche Konzerte in einer Turnhalle zu geben“, erklärte Vogel gegenüber dem HA.

„Heute war quasi die Feuerprobe. Es hat alles geklappt. An der ein oder anderen Stelle müssen wir in Absprache mit dem Gebäudemanagement sicher noch nachschärfen.“ Eine baldige Lösung wäre wünschenswert. So steht etwa die Concordia Eichen mit den Plänen für ihr nächstes Konzert am 26. Oktober bereits in den Startlöchern.

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