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Ein Leben im Dienst: Bommer seit 75 Jahren beim DRK

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Elisabeth Bommer ist noch immer rüstig unterwegs, etwa kürzlich bei ihrer Ehrung im Rahmen des DRK-Sommerfestes. Foto: Bongartz
Elisabeth Bommer ist noch immer rüstig unterwegs, etwa kürzlich bei ihrer Ehrung im Rahmen des DRK-Sommerfestes. Foto: Bongartz

Nidderau. Sie ist immer da gewesen, wenn sie gebraucht wurde: Elisabeth Bommer hat nach dem Krieg Verwundete versorgt und sich später unter anderem bei der Blutspende engagiert. Seit 75 Jahren hält sie dem DRK-Ortsverband Nidderau die Treue - und ist dafür gehrt worden.

Von Fred Bongartz

Das Deutsche Rote Kreuz in Nidderau feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Seit 75 Jahren ist Elisabeth Bommer Mitglied im Ortsverband, weshalb sie kürzlich beim Sommerfest geehrt wurde. Der HA hat die 91-Jährige getroffen.

Es war das Jahr 1941, mitten im Krieg, als Elisabeth Bommer dem Deutschen Roten Kreuz beitrat. Eine Freundin der damals 16-Jährigen sammelte für die Organisation und Bommer dachte sich: „Das könnte ich doch auch machen.“Im Schlossgarten lagen Tote und VerwundeteGesagt, getan. Nach einem Gespräch mit dem „Schorsch“ – dem späteren langjährigen Bereitschaftsleiter des DRK Nidderau Georg Wolf – und einige Lehrgänge später war sie mittendrin im Geschehen. „Es waren sehr schwere Zeiten“, erinnert sich Bommer.Mit Lastwagen fuhren sie und ihre Rotkreuz-Kollegen in das zerbombte Hanau. Im Schlossgarten lagen Tote und Verwundete, Menschen suchten nach ihren Angehörigen und zogen mit ihrem letzten bisschen Habe im Leiterwagen weg aus der zerstörten Stadt.Elisabeth Bommer sorgte für Stärkung Später wurden die weiblichen Helferinnen des DRK zum Dienst im Krotzenburger Krankenhaus eingeteilt. Dienste am Bahnhof zur Versorgung der durchreisenden Soldaten gehörten ebenfalls zu den Aufgaben in jener Zeit. Genauso wie Fahrten mit dem Rettungswagen, da die meisten männlichen Sanitäter ja an der Front waren.Nach dem Krieg wurde weiter gesammelt, Geld aber auch Kleiderspenden, die dann von Pferdefuhrwerken der örtlichen Bauern zum Rotkreuz-Haus gebracht wurden. Dort stand dann schon ein warmes Mahl, gekocht von Elisabeth Bommer und ihren Kolleginnen, zur Stärkung parat.Immer da, wenn sie gebraucht wurdeSpäter half Bommer bei der Organisation der Blutspendedienste, verpflegte die Spender und war ansonsten immer da, wenn sie gebraucht wurde. Schwimmbaddienste an den Sonntagen gehörten ebenfalls zu den Aufgaben des Deutschen Roten Kreuzes.Hier war Bommer ebenfalls sehr oft anzutreffen. „Ich hab das immer gern gemacht“, erzählt sie. Ihre Ausbildung zur Arzthelferin war ihr natürlich bei den Diensten im DRK ausgesprochen hilfreich.Vier Töchter großgezogenDass sie nebenbei noch vier Töchter großgezogen, Mann und Haus versorgt hat, zeigt, dass sie ein „Hans Dampf in allen Gassen“ ist.Viele Jahre hat sie sich auch im Treff 80, der vor Kurzem wegen mangelnder Teilnehmerzahl aufgelöst wurde, engagiert. Aber so ganz aus dem Geschehen mag sie sich nicht zurückziehen.Geistig noch immer fitNach dem Motto „Wer rastet, der rostet“ hilft sie bei der Organisation der Tagesfahrten des Ortsverbands. Wie als Beweis liegt während unseres Besuchs auf ihrem Wohnzimmer-Tisch eine lange Liste für die Fahrt zum Biggesee am 23. Juni. Jeder Teilnehmer ist fein säuberlich notiert.Die geistige Fitness der 91-Jährigen lässt also nichts zu wünschen übrig – auch wenn es körperlich nicht mehr ganz so schnell geht wie in jungen Jahren. Zur Unterstützung sind ihre Töchter in der Nähe. Außerdem gibt es noch acht Enkelkinder und vier Urenkel. „Wenn alle sich treffen, ist ordentlich Leben in der Bude“, so Bommer.

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