Eine der Profilklassen der Bertha-von-Suttner-Schule verblüffte im Dezember die Kunden im Einkaufszentrum Nidder Forum mit einem überraschenden Tanzflashmob. Dass es an der Bertha-von-Suttner-Schule bunt und kreativ zugeht, zeigt sich schon an den Sitzblöcken, die den Weg zum Schulgebäude säumen. Fotos: Thomas Seifert

Nidderau

Kunst, Theater und mehr: Breites Angebot an der Suttner-Schule

Nidderau. Die "Bertha-von-Suttner-Schule" bietet im Rahmen der Ganztagsbetreuung zahlreiche Aktivitäten. Dazu gehören Hausaufgabenbetreuung und Profilklassen in den Profilfenstern Sprache und Theater, Kunst, Musik und Naturwissenschaften.

Von Thomas Seifert

Mit rund 900 Schülern und 70 Lehrkräften hat die Bertha-von-Suttner-Schule eine respektable Größe erreicht. Und das Wachstum geht weiter. Das, so die kommissarische Schulleiterin Bärbel Nocke-Olliger, hänge natürlich mit den Neubaugebieten in der Stadt zusammen, aber auch mit dem breit gefächerten Angebot der Kulturschule „Bertha“, wie sie liebevoll genannt wird.

Und mit den Profilklassen, deren Besuch für die Schüler obligatorisch ist, was pro Woche zwei zusätzliche Schulstunden bedeutet. „Aber gerade dieses zusätzliche Angebot in den Profilfenstern Sprache und Theater, Kunst, Musik und Naturwissenschaften kommt bei den Schülern – und den Eltern – sehr gut an“, betont Nocke-Olliger. „Dort können Neigungen und Interessen ausgelebt und gefördert oder auch erst geweckt werden.“ Dies unterstreichen auch die Fachbereichsleiter Andrea Sinn (Kunst), Lisa Teruya (Sprache und Theater), Martin Suchatzki (Naturwissenschaften) und Janez Cevka (Musik) im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die „Bertha“ hat ihr Angebot inzwischen auf Profil 2 der Ganztagsbetreuung ausgeweitet. Das heißt, mit Hausaufgabenbetreuung können die Kinder und Jugendlichen bis 16 Uhr an der Schule bleiben, was auch für viele Eltern eine „erhebliche Vereinfachung der Zeitplanung ist, wenn beide Elternteile berufstätig sind“, so die stellvertretende Schulleiterin. In dieses Konzept passen auch die vielfältigen Arbeitsgemeinschaften, in denen sich die Schüler gern engagieren.

Zahlreiche Titel für die intergrierte Gesamtsachule

Die integrierte Gesamtschule, die die Titel „Kulturschule“, „Schule mit Schwerpunkt Musik“, „Umweltschule“ und „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ tragen darf, hat die Profilklassen von über zehn Jahren bereits eingeführt und inzwischen viele Erfahrungen mit dieser Art des Lernens gemacht.

In den Klassen 5 und 6 werden die Schüler von jeweils zwei, bei besonderen Projekten auch von drei Lehrkräften während der zweistündigen Dauer betreut. Ab der 7. Klasse ist es jederzeit möglich, andere Fachbereiche der Profilklassen während einer Schnupperphase kennenzulernen. „Wir wollen den Jugendlichen so ermöglichen, auf veränderte Interessen und Neigungen zu reagieren und genau das Angebot zu finden, das zu ihnen passt“, erläutert Nocke-Olliger.

Die Profilklassen in der Öffentlichkeit

Gerade erst hat eine Profilklasse der „Bertha“ an den Hanauer Schultheatertagen ein kleines Stück aufgeführt, berichtet Lisa Teruya. Die Kinder und Jugendlichen entwickeln eigene Geschichten und Drehbücher, verfassen Texte und führen Regie. In Kooperation mit anderen Fachbereichen werden Kulissen und Dekos entworfen und gefertigt oder Licht- und Tontechnik organisiert. Fachübergreifend wird auch Tanz angeboten.

Derzeit existieren an der „Bertha“ drei Bläserklassen, es gibt ein Schulorchester, eine Schulband und einen Chor, die alle bei verschiedenen Anlässen in der Schule, aber auch in der Öffentlichkeit zu hören sind, berichtet Janez Cevka. Auch Musicals wurden schon aufgeführt, selbst mit dem HR-Sinfonieorchester habe es eine Zusammenarbeit gegeben. Ein weiterer Kooperationspartner ist die Musikschule Schöneck-Nidderau-Niederdorfelden, die in einem Gebäude der Schule ihr Domizil hat.

Förderung von Kreativität, Umwelt und Naturwissenschaften

Im Fachbereich Kunst gibt es ebenfalls immer wieder gemeinsame Projekte mit Externen, sprich Künstlern oder Kunsthandwerkern aus der Region, erklärt Andrea Sinn. Die Förderung der Kreativität stehe im Vordergrund, zum Programm gehören aber auch Besuche in Kunstausstellungen und die Organisation eigener Ausstellungen und Wettbewerbe.

Im Fachbereich Naturwissenschaften sind nicht nur die klassischen Fächer vereint, sondern auch der Bereich Umwelt. Mittlerweile stehen 50 Obstbäume auf dem Schulgelände, es gibt einen 3000 Quadratmeter großen Schulgarten, in dem auf Hochbeeten Gemüse und Kräuter für das Kunst- und Kulturcafé und die Mensa gezogen werden.

Die „Bertha“ produziert eigenen Honig und per Webcam kann auf einem Monitor das Leben der Störche in ihrem Horst auf dem Kamin der Schulheizanlage beobachtet werden. „Wir sind ziemlich praktisch unterwegs, bauen zum Beispiel auch Nistkästen und ganz neu eine Futterstelle für Eichhörnchen, wo diese durch das Anheben einer Klappe sich Nüsse holen können“, stellt Martin Suchatzki einige Projekte dar.

Engagement von Schülern und Kollegen ist von zentraler Bedeutung

„Das alles geht natürlich nur, wenn die Kollegen hinter diesem Konzept stehen und es engagiert mittragen“, betont Nocke-Olliger, die besonderen Wert darauf legt, auch die sehr aktive Schülervertretung zu erwähnen, ohne deren Mithilfe solche Anschaffungen wie ein Flügel, Sitzgruppen für das Café, eine Torwand im Außenbereich und einiges mehr nicht möglich gewesen wäre.

„Durch Aktivitäten wie Sponsorenläufe hat die SV das Geld gesammelt, um solche Dinge anschaffen zu können“, lobt auch Vertrauenslehrer Janez Cevka. Auch kümmerten sich die Schülerinnen und Schüler um die Schulgemeinschaft mit Veranstaltungen wie die „Bertha Movie Night“ oder die „Bertha Club Night“ und um die aktive Umsetzung der Vorgaben, um weiterhin den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ führen zu dürfen.

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