Im neuen Krimi „Ebbwoijunkie“ von Gerd Fischer geht es um absurde Verordnungen der Europäischen Union und den Mord an einem Beamten aus Brüssel. Foto: Seifert

Nidderau

Krimiautor Gerd Fischer stellt neuen Roman „Ebbelwoijunkie“ vor

Nidderau. Die EU und ihre teils absurden Verordnungen hat der in Hanau geborene Krimiautor Gerd Fischer als Grundlage für die neunte Geschichte um seinen Frankfurter Kommissar Andreas Rauscher genommen. Im aktuellen Krimi „Ebbelwoijunkie“ geht es daher um nicht weniger als einen Angriff auf die hessische Kultur.

Von Thomas SeifertVorstellen wird Fischer den Roman am 13. April bei einer Lesung in Ostheim.

EU-Politiker Hans-Georg Schumann plant eine neue Gesetzesvorlage, die den Genuss des goldgelben Nationalgetränks auf 200 Milliliter am Tag begrenzen soll. Schumann wird zu informellen Gesprächen in den Frankfurter Römer eingeladen, doch dort kommt er nie an. Er wird ermordet aufgefunden.Kommissar will sich nicht mit Urteil abfindenDie Ereignisse überschlagen sich. Es sieht danach aus, als habe ein bekennender Apfelweinliebhaber dem Gesetzesvorhaben Einhalt gebieten wollen. Kommissar Rauscher glaubt nicht an dessen Schuld, steckt jedoch in der Zwickmühle. Einerseits sprechen die Indizien klar gegen den Täter, andererseits kann Rauscher sein Motiv, das Stöffche zu verteidigen, glänzend nachvollziehen und empfindet gar Sympathie.

Der Kommissar will sich nicht mit dem allgemeinen Urteil abfinden. Rauscher rebelliert, schlägt über die Stränge, wird sogar suspendiert. Doch er ermittelt privat weiter, denn er muss herausfinden, was wirklich hinter dem Mord an dem EU-Bürokraten steckt.Absurditäten in Brüssel als VorlageDie Inspiration für seinen Roman erhielt Autor Fischer, der gerne die Apfelweinwirtschaft „Gemaltes Haus“ in Sachsenhausen besucht, durch einen der dort arbeitenden Kellner. „Der Mann namens Axel gab sich am späteren Abend, wenn der Betrieb etwas abgeflaut hatte, immer der Zeitungslektüre hin“, berichtet Fischer im Gespräch mit unserer Zeitung. „Eines Tages wurden die Gäste durch einen Schrei des Kellners aufgeschreckt und er las vor, dass die EU ein Gesetz in Vorbereitung hatte, mit dem der Name 'Apfelwein' für das hessische Nationalgetränk verboten werden sollte, weil nur noch Getränke auf Traubenbasis als Wein gelten sollten.“

Diese letztlich nicht umgesetzte Verordnung rumorte in Gerd Fischer. Und als die EU auch noch den Bembel als Ausschankgefäß verbieten wollte, weil der laut einer weiteren Verordnung keinen von außen sichtbaren Eichstrich aufweisen kann, hatte der Autor seine Story. Zwar wurde auch dieses Verbot nicht umgesetzt, aber die teilweisen Absurditäten, die in Brüssel ersonnen wurden, boten dem überzeugten Europäer Fischer genügend Stoff für einen neuen Krimi. Zumal sein Protagonist Kommissar Rauscher ein „Ebbelwoijunkie“ ist.Weg zur Aufklärung des Falls nicht vorgezeichnet„Der EU-Politiker Hans-Georg Schumann ist eine fiktive Person, auch der Berliner Professor, dessen Untersuchung zum angeblich zu hohen Säuregehalt des Apfelweins Grundlage der geplanten Verordnung ist, existiert natürlich nicht“, betont der Autor. Beim Schreiben seiner Bücher geht er strukturiert vor. „Ich benötige den Einstieg und Ideen für die nächsten drei bis vier Kapitel“, erklärt Fischer. „Wie der Fall enden soll, also wer der Mörder ist, muss natürlich auch schon feststehen.“

Der Weg bis zur Aufklärung des Falls sei aber noch nicht fest vorgezeichnet, der entwickle sich im Laufe des Schreibprozesses von selbst. „Ich brauche mit Recherche zwischen sechs und acht Monate für ein neues Buch“, erzählt Fischer, dessen Hauptberuf der des Verlegers von „mainbook“ ist, wo der studierte Werbetexter über 40 Autoren unter Vertrag hat. „Ich schreibe also in meiner Freizeit.“Lesung am 13. AprilDass er bereits zum dritten Mal zu einer Lesung nach Ost‧heim kommt, hat auch den Grund, dass sich dort eine kleine Fangemeinde gebildet hat und dort Verwandte leben. Der in Altenstadt aufgewachsene Fischer ist zudem seit Jahren Aussteller auf der Main-Kinzig Buchmesse, die wieder am 20. und 21. April in der Windecker Willi-Salzmann-Halle stattfindet. Dort präsentiert er neben den Büchern seiner Autoren natürlich auch seine neun Krimis um Kommissar Rauscher. Für den zehnten Band hat Fischer bereits einen neuen Plot parat, bei dem es um ein Ereignis in der eigenen Familie geht, von dem der Frankfurter Kommissar sehr spät erfährt. Mehr wird aber noch nicht verraten.

Die Lesung mit Krimiautor Gerd Fischer am Freitag, 13. April, findet um 19.30 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus Ostheim statt. Der Eintritt beträgt sieben Euro. Der Erlös kommt der Kirchendachsanierung zugute. Vorverkauf bei Kiosk Hartenfeller, Eisenbahnstraße 2, und Koller’s kleines Kaufhaus, Sepp-Herberger-Straße 3, beide in Ostheim. Zudem wird Fischer seinen Roman am 5. Mai um 18 Uhr bei der Buchhandlung Thalia im Forum Hanau vorstellen.

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