Der Bau der Krankenstation in Akwa, dem nigerianischen Heimatdorf des Windecker Pfarrers Ifeanyi Emejulu, konnte wie geplant durchgeführt werden. Am Dreikönigstag wurde das Gebäude mit einer Messe feierlich eingeweiht. Foto: Privat

Windecken

Krankenstation in Heimat des Windecker Pfarrers eingeweiht

Nidderau. Es war der größte Wunsch zu seinem 50. Geburtstag: Ifeanyi Emejulu, Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde Maria von der immerwährenden Hilfe in Windecken, wollte eine Krankenstation in seinem Heimatdorf Akwa in Nigeria errichten. Am Dreikönigstag, konnte die Station mit einer Messe feierlich eingeweiht werden.

„Nachdem das neu errichtete Gebäude gesegnet war, öffnete die Krankenstation auch zum ersten Mal ihre Türen“, berichtet die Katholische Kirchengemeinde Windecken. „Schwestern und Ärzte hatten viel zu tun, um den Ansturm von 131 Patienten zu bewältigen.“ Zunächst seien im überdachten Außenbereich Blutdruck, Puls und Fieber gemessen sowie gegebenenfalls der Blutzuckerwert überprüft worden. „Im Innenbereich fanden dann die Konsultationen statt.“

Die Gemeinde möchte sich an dieser Stelle nochmals bei allen Spendern bedanken, die mit ihrer Unterstützung dieses Projekt möglich gemacht haben. Immerhin hatten die Nidderauer weit über 30 000 Euro gesammelt, um den Menschen in der Heimat ihres Pfarrers eine medizinische Grundversorgung zu gewährleisten.

StartschussDen Startschuss für den Bau der Krankenstation konnte Pfarrer Emejulu im Juli 2017 geben. Er war extra dafür nach Nigeria geflogen und hatte zwölf Tage lang von morgens bis abends die Arbeiten auf der Baustelle angeleitet, damit es voran geht.

Und der Zeitplan wurde tatsächlich eingehalten. Für die feierliche Eröffnung am Dreikönigstag ist der Pfarrer mit einer Gruppe von Gemeindemitgliedern erneut nach Nigeria geflogen. Für die Einrichtung sowie den laufenden Betrieb ist das Projekt nach wie vor auf Spendengelder angewiesen. Emejulu setzt dabei vor allem auf die Unterstützung von Fachleuten wie Medizinern und Apothekern. „Zum Glück gibt es Leute, die gezielt für dieses Projekt gespendet haben oder spenden wollen“, so der Pfarrer. Das Sanitätshaus Schmidt aus Heldenbergen habe beispielsweise Rollstühle zur Verfügung gestellt, ebenso ein Sanitätshaus in Fulda.

Unterstützung vor Ort„Ein Freund, der Chefarzt in Wuppertal ist, hat ein Ultraschallgerät gespendet“, berichtet Emejulu. Für den laufenden Betrieb habe eine Apotheke aus Hanau „mit einer ordentlichen Summe“ ihre Unterstützung zugesagt. „Mit dem Geld sollen Medikamente vor Ort gekauft sowie weitere Geräte und Einrichtungsgegenstände angeschafft werden“, so der Plan.

Rund 2500 Menschen aus Akwa und Umgebung sollen in der Krankenstation kostenlos medizinisch versorgt werden.

Unterstützung vor Ort erhält der Pfarrer von seinem Bruder, Professor Dr. Jude-Kennedy Emejulu, der als Chefchirurg tätig ist. Gemeinsam mit einer Krankenschwester wird er die Patienten aus Akwa ein bis zwei Mal pro Woche untersuchen und behandeln. „Die Krankenstation steht für alle Menschen offen – unabhängig von Religion oder Staatsangehörigkeit“, betont Pfarrer Emejulu. jow

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