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Treten beim Konzert „Spurensuche“ auf: Anton Güthge (links) und Larissa Nagel (rechts). Beide haben ihre ersten Töne in der Musikschule Schöneck-Nidderau-Niederdorfelden gespielt. Das Musizieren ist aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken. Zum 40-jährigen Bestehen haben Musikschulleiter Christoph Möller (hinten rechts) und Klavierlehrerin Ann Bernstein ein Konzert mit acht ehemaligen Schülern organisiert.

Musikschule Schöneck-Nidderau-Niederdorfelden

Konzert mit ehemaligen Schülern anlässlich des 40. Geburtstags der Schule 

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Das „Handwerkszeug“ für ihren musikalischen Werdegang haben Larissa Nagel und Anton Güthge in Heldenbergen erhalten. Für ein Konzert kehren der 20-jährige Musikstudent und die 26-jährige Berufsmusikerin dorthin zurück, wo alles begann.

Gemeinsam mit sechs weiteren ehemaligen Schülern der Musikschule Schöneck-Nidderau-Niederdorfelden begeben sie sich am 28. März in einem Konzert auf „Spurensuche“. 

Anlass ist der 40. Geburtstag der Einrichtung. „Die Anfangszeit ist die Basis für alles. Und ich hatte hier eine wunderbare Zeit“, sagt Larissa Nagel. Die Schöneckerin hat im Alter von sieben Jahren an der „Schnupperkiste“ teilgenommen. „Dann habe ich Christoph (der Musikschulleiter, Anm. d. Red.) mit dem Violoncello gehört. Von da an gab es für mich nur noch ein Instrument“, erzählt die junge Frau. Das Violoncello sei unglaublich vielseitig, könne hoch und tief spielen, Klassik und Pop. Später habe sie dann ein Stipendium bekommen und konnte zweimal in der Woche Unterricht nehmen. 

Larissa Nagel wurde sehr von der Musikschule geprägt und ist nun Berufsmusikerin

„Die Musikschule hat mir viele Konzerte ermöglicht und mich auf den Weg in Richtung Hochschule geschickt.“ Nagel studierte Musik in Frankfurt und Köln. „Ich komme ja aus keiner Musikerfamilie. Die Schule hatte daher einen großen Einfluss auf meinen Werdegang“, sagt Nagel. Die 26-Jährige hat sich als Musikerin bereits einen Namen gemacht. Zurzeit steht sie beim Opernorchester Frankfurt unter Vertrag, arbeitet aber auch als freiberufliche Musikerin. Zum ‧Beispiel tritt sie mit dem ‧Cello-Quartett Cellharmonics auf. „Die Musikschule hat mich über die gesamte Jugend- und Pubertätszeit begleitet. Das war sehr prägend“, so Nagel. 

Auch Anton Güthge aus Schöneck ist seit Kindertagen mit der Bildungseinrichtung verbunden. Zuerst „Musik für Mäuse“, dann in der Trommelgruppe seines Vaters, der ebenfalls an der Musikschule unterrichtet, und mit sieben Jahren folgt der erste Klavierunterricht. Heute studiert der 20-Jährige Mathematik und Musik mit Nebenfach Klavier in Darmstadt. „Manche finden, das passt gut zusammen, manche behaupten das genaue ‧Gegenteil“, sagt Güthge und meint: Mathematik und Musik beeinflussen sich gegenseitig positiv. 

Mathe und Musik: Student Anton Güthge findet, dass sie sich unterstützen und ergänzen

Braucht er eine Denkpause von einer schwierigen Aufgabenstellung, setzt er sich ans Klavier und übt für zwei Stunden. „Das hilft, die Gedanken zu ordnen.“ Die Mathematik helfe ihm hingegen die „Ordnung“ in der Musik zu begreifen. Mathematische Begriffe wie „Fibonacci-Reihen“ oder der „Goldene Schnitt“ spielen beispielsweise bei Kompositionen eine tragende Rolle. Beruflich möchte sich Anton Güthge auf die Mathematik konzentrieren. 

„Am liebsten würde ich an der Uni bleiben“, sagt er. Für seine Auslandssemester zunächst in Verona und dann in St. Petersburg, wird er mit dem Musikstudium pausieren. Trotzdem ist das Musizieren aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken. „Durch den Unterricht habe ich gelernt, auf eine Sache hinzuarbeiten“, sagt er. So konzertiere er einmal im Semester beim Mathe-Musik-Abend der Universität. Zudem mache es ihm große Freude, gemeinsam mit Freunden zu musizieren. 

Das Konzert der Ehemaligen zeigt "Spuren" auf, die die Ausbildung hinterlässt

Die Idee zu dem Ehemaligen-Konzert hatten Ann Bernstein und Musikschulleiter Christoph Möller. „Wir haben uns die Frage gestellt: Was ist eigentlich aus den Menschen geworden, die wir so viele Jahre begleiten durften?“, sagt Ann Bernstein. Sie unterrichtet Klavier an der Musikschule und übernimmt auch organisatorische Aufgaben. „Dies ist das erste Mal, dass wir ein Konzert nur mit Ehemaligen vorbereiten“, sagt sie. Auch wenn nicht jeder die Musik zu seinem Beruf gemacht hat, sei es doch schön zu sehen, dass sie nie ganz verschwunden ist. „Sie begleitet uns ein Leben lang.“ Möller betont, dass ihn der Blick auf seine „alten“ Schüler, die die Musik in ihren Alltag integriert haben und bei denen der Musikschulunterricht sichtbare „Spuren“ hinterlassen hat, mit großer Zufriedenheit erfüllt.

Das Konzert „Spurensuche“ findet am Samstag, 28. März, in der Kultur- und Sporthalle Heldenbergen statt. Beginn ist um 19 Uhr. Neben Anton Güthge (Klavier) und Larissa Nagel (Viloncello), werden auch Anna Brewitz (Klavier), Yannis Brückner (Klavier), Lisa Hambrecht (Gesang), Tobias Reh (Posaune), Patrik Schittenhelm (Klavier) und Christian Troitsch (Posaune) auftreten. Zu Gehör gebracht werden Stücke von Beethoven, Schumann, Liszt, Rachmaninow, Skriabin, Sulek und Jörgensen. Der Eintritt ist frei.

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