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Nidderau

Kommentar Unfallschwerpunkt B45: Die Geduld ist am Ende

Der Schock sitzt tief. Es ist mit gesundem Menschenverstand nicht zu erklären. Trotz jahrelanger Hinweise und regelmäßiger Unfälle mit Dutzenden Verletzten musste erneut ein Mensch sterben.

Von Jan-Otto WeberEs ist erfreulich, dass sich die Lokalpolitik auf eine gemeinsame Erklärung dazu einigen konnte. Ein solch tragisches Unglück darf mit Rücksicht auf Opfer und Angehörige nicht für politische Zwecke missbraucht werden.

Dennoch: Die Zeit der diplomatischen Zurückhaltung gegenüber den zuständigen Behörden ist nun endgültig vorbei. Es dauerte Monate bis sich endlich die Unfallkommission des Main-Kinzig-Kreises mit dem Unfallschwerpunkt B45 befasste. Doch anstatt zügig entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, wurden weitere Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt, noch ein Ortstermin, noch eine Verkehrsbeobachtung. Es ist zynisch und menschenverachtend, dass zunächst die in den Vorschriften verlangte Anzahl an Unfällen und Opfern erfüllt sein muss, bis gehandelt wird.

Auch wenn die Stadt Nidder-au dem Verkehrsamt des Main-Kinzig-Kreises und Hessen Mobil als übergeordneten Behörden gegenübersteht, muss jetzt ein unmissverständlicher Ton angeschlagen werden. Die Landtagsabgeordneten dürfen sich dabei nicht nur auf Erklärungen zurückziehen, sondern müssen Verwaltung und Kommunalpolitik vor Ort den Rücken stärken und ihren Einfluss an den entsprechenden Stellen geltend machen. Es muss Schluss sein mit Paragrafenreiterei und Taktieren über Maßnahmen in den Behörden und wer am Ende was zu bezahlen hat. Die Behörden haben die Straßen geplant und gebaut. Es ist nun auch ihre Pflicht, Gesundheit und Leben der Menschen wirkungsvoll zu schützen! Jetzt!

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