In Eichen (links) soll die bestehende Kita an der Höchster Straße erweitert werden (hellrote Bereiche), sodass insgesamt sechs Gruppen entstehen. Zur Höchster Straße hin soll der Anbau zweigeschossig sein. Der jetzige Außenbereich (blaue Linie) soll erweitert werden (rote Linie), wodurch der benachbarte Spielplatz etwas kleiner werden würde. In Heldenbergen (rechts) soll neben der bestehenden Kita Allee Mitte an der Mozartstraße (links) eine neue Einrichtung mit fünf Gruppenräumen entstehen (rechter Gebäudekomplex). Dazwischen soll eine Grünanlage den bisherigen Spielplatz ersetzen, der zu Parkplätzen wird. Entwürfe: CNK Planungsgesellschaft mbH

Nidderau

Kita-Planung unter Zeitdruck - Frist für Fördermittel endet bald

Nidderau. Nidderau wächst, und damit steigt der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen. Da ist es günstig, dass der Bund ein Förderprogramm zum Bau von Kitas aufgelegt hat. Im Main-Kinzig-Kreis endet die Frist zur Einreichung genehmigungsfähiger Entwürfe allerdings bereits am 30. September.

Von Jan-Otto Weber

Höchste Zeit also, dass sich sowohl der Bau- und Strukturausschuss als auch der Jugend- und Sozialausschuss am Montag und am Dienstag mit dem Thema befassten. Konkret geht es um die Erweiterung der Kita an der Höchster Straße in Eichen von derzeit offiziell drei auf sechs Gruppen und den Neubau einer Kita in Heldenbergen mit fünf Gruppen.

Für Eichen sieht Ulrich Wagner von der CNK Planungsgesellschaft in Hanau aufgrund der beengten Grundstücksverhältnisse Anbauten an zwei Stellen vor. Eine Aufstockung im Bestand ist aus statischen Gründen nicht möglich, dafür soll der Anbau zur Höchster Straße hin zweigeschossig werden. „Die Kita wurde erst vor drei Jahren auf drei Gruppen erweitert“, erläuterte Wagner. „Doch inzwischen wird bereits der eigentliche Bewegungsraum für eine vierte Gruppe genutzt. Durch unsere Erweiterung tragen wir diesem Umstand Rechnung und schaffen Raum für dann sechs Gruppen oder 150 Kinder.“

Brandschutzauflagen machen Bau teurer

Zu den veranschlagten Kosten von 2,5 Millionen Euro erläuterte Wagner, dass vor allem die Brandschutzauflagen mit einer extra Außenfluchttreppe für das Obergeschoss den Bau verteuerten. Allerdings seien in der Summe auch 137 000 Euro für die Anpassung der Außenanlage und 100 000 Euro für Möblierung und Ausstattung der Kita beinhaltet. Die entsprechenden Nebenkosten müssten bereinigt auch noch von den reinen Baukosten abgezogen werden. Hinzu komme ein „Puffer“ von fünf Prozent. „Wir bewegen uns also im Haushaltsansatz von 1,86 Millionen.“

Mit dem Entwurf zeigten sich sowohl der Magistrat als auch die Ausschüsse zufrieden. Allerdings erging die Bitte an das Planungsbüro, ihn noch einmal auf Optimierungsmöglichkeiten hin zu prüfen, um die Baukosten zu reduzieren.

Keine Kita-Gruppe im Seniorenwohnheim

Wie Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) auf Nachfrage unserer Zeitung klarstellte, ist damit die Idee, eine Kita-Gruppe im angestrebten Seniorenwohnheim zwischen Nidderhalle und Spielplatz unterzubringen, gestorben. „Eine Gruppe allein hätte uns in Eichen nicht weitergebracht“, so der Rathauschef. „Das hätte auch mit dem offenen pädagogischen Konzept unserer Einrichtungen nicht zusammengepasst.“

Für die Einrichtung in Heldenbergen gab es in den Ausschüssen größeren Diskussionsbedarf. Im Gegensatz zu Eichen ist hier nicht die Finanzierung das bestimmende Thema. Zwar liegen hier die vom Planungsbüro avisierten Baukosten bei 3,8 Millionen Euro und damit eine Million Euro höher als der Haushaltsansatz. „Die Fördermittel von 1,5 Millionen Euro kämen aber hier noch hinzu“, bestätigte Kämmerer und Sozialdezernent Rainer Vogel (Grüne) am Mittwoch noch einmal auf Nachfrage unserer Zeitung. Wobei er zugleich darauf hinwies, dass die Fördermittel noch nicht sicher seien (zur Finanzierung siehe auch den Infokasten).

Skepsis in den Ausschüssen

Die Planung für Heldenbergen stieß im Magistrat und vor allem in den Ausschüssen vor allem wegen des Grundrisses und des Standorts auf Skepsis. Architekt Wagner erklärte, dass eine eingeschossige Bauweise bei ausreichendem Flächenangebot einer zweigeschossigen Variante vorzuziehen sei, da sonst wie in Eichen aufwändige Brandschutzanforderungen zu erfüllen seien. Energetisch werde auch eine eingeschossige Bauweise die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Im Sozialausschuss kam die Idee auf, den Neubau statisch so auszuführen, dass im vorderen Eingangs- und Verwaltungsbereich zur Mozartstraße hin eine Aufstockung mit Wohnungen möglich wäre.

Dass das Gebäude „35 Ecken“ habe (Magistratsmitglied Georg Hollerbach, Grüne) falle laut Architekt Wagner energetisch nicht ins Gewicht. „Dadurch schaffen wir auch Tageslicht für die Flure und überdachte Terrassen zu jedem Gruppenraum.“ Die Verwaltungsmitarbeiter betonten im Sozialausschuss auch die Vorteile der Bauweise für das offene pädagogische Konzept, bei dem Nischen und Spielbereiche in den Fluren genutzt würden. Dennoch verlangten die Gremien, die sich grundsätzlich mehrere Planungsvarianten zur Auswahl gewünscht hätten, das Gebäude „kompakter“ zu gestalten.

Synergieeffekte möglich

Die Lage hingegen verteidigten Magistrat und Verwaltung. Durch die angestrebte Erweiterung des Wohngebiets zwischen jetziger Bebauung und Umgehungsstraße steige dort auch der Bedarf an Betreuungsplätzen weiter. Durch die beiden benachbarten Einrichtungen könnten sich auch Synergieeffekte beim Personal ergeben. Eine direkte Verkehrsanbindung sei über die B521 Richtung Büdesheim denkbar. Entsprechende Gespräche mit Hessen Mobil hätten bereits stattgefunden.

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