Die neu gewählten Jugendvertreter der Aascher Schnooke: Lana Sillmann (von links), Mia Mörschel, Prisca Roß (ehemalige Jugendwartin), Selina Schütz und Felix Staubach (Jugendwart).
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Die neu gewählten Jugendvertreter der Aascher Schnooke: Lana Sillmann (von links), Mia Mörschel, Prisca Roß (ehemalige Jugendwartin), Selina Schütz und Felix Staubach (Jugendwart).

Pfeiler in Corona-Krise

Jugend entscheidet mit: Aascher Schnooke legen Wert auf Rechte des Nachwuchses

  • vonUlrike Pongratz
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Die Kinder und Jugendlichen des Kultur-, Tanzsport- und Carnevalsvereins „Aascher Schnooke“ halten sich tapfer. Zumindest in den letzten Wochen konnten sie wieder regelmäßig in kleinen Einheiten proben. Im Foyer der Nidderhalle steht ein Spender zur Handdesinfektion, erst im Übungsraum durfte die Mund-Nase-Bedeckung abgelegt werden.

Nidderau - „Das Training ist freiwillig und wird immer entsprechend den jeweiligen Regeln und Verordnungen durchgeführt“, erläutert die ehemalige Jugendwartin Prisca Roß, die nun im Vorstand die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins mitgestalten wird.

Jugendwart Felix Staubach sowie die Jugendsprecherinnen Mia Mörschel, Selina Schütz und Lana Sillmann stehen ebenfalls voll hinter dem Konzept. Endlich konnten die Tänzerinnen und Tänzer ihre Formationen und Figuren einüben. So lange es eben unter den derzeit wieder steigenden Infektionszahlen erlaubt ist.

Online-Training während des Corona-Lockdowns

Mia, die Solo- und Gardetänzerin, Lana und Selina, die bei den Magic Moves und den Maxi Moskitos aktiv sind, haben den Corona-Lockdown im Frühjahr mit Online-Anleitungen ihrer Trainerin überbrückt. Nicht so einfach, sagen sie, wenn immer wieder Arme oder Beine aus dem Kamerabild verschwinden.

Es war in Ordnung, um die Kondition und Beweglichkeit aufrecht zu erhalten und um den Level zu halten, aber so richtige Begeisterung kommt im heimischen Wohnzimmer nicht auf. Möglicherweise wird es über die bevorstehenden Wintermonate aber wieder nicht anders gehen.

80 Kinder und Jugendliche in den Tanzgruppen

„Mit Ende der Sommerferien hatten auch die Jüngsten, die drei- bis fünfjährigen Little Stitches, wieder mit dem Training in der Halle begonnen“, sagt Katrin Wessel, zweite Schriftführerin im Vorstand. Fast alle der 80 Kinder und Jugendlichen tanzen wieder Garde-, Show- oder Solotanz; nur wenige Kinder bleiben dem Training fern, weil sie selbst oder Angehörige zur Risikogruppe gehören.

Die Tänzerinnen und Tänzer der Aascher Schnooke sind in ihren jeweiligen Kategorien bei Wettbewerben häufig vorne mit dabei. Höhepunkt des Jahres ist aber für alle der Karneval. Der Kampagne des Vereins mit diversen Veranstaltungen, mit Prunk- und Kindersitzung, fiebern die Kinder und Jugendlichen besonders entgegen. 2020 /21 allerdings wird keine Kampagne stattfinden. Doch die tanzbegeisterten Kinder und Jugendlichen haben sich bei ihrer jährlichen Hauptversammlung für alternative Veranstaltungen ausgesprochen und viele kreative Ideen vorgeschlagen.

Jugendabteilung besteht seit 20 Jahren

Bereits vor 20 Jahren hat der Verein eine Jugendordnung aufgestellt. Damit waren die „Schnooke“ vielen Vereinen und Institutionen weit voraus. So wurden die Kinderrechte im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention von 1989 erst mit der Volksabstimmung zur Hessischen Wahl 2018 in der Landesverfassung verankert.

„Sterne des Sports“: Beim Wettbewerb des Deutschen Olympischen Sportbunds und der Volks- und Raiffeisenbanken erhielten „Die Aascher Schnooke“ mit ihrer Vorsitzenden Rita Maxheim (links) für ihr Programm „Lust auf Zukunft“ den „Großen Stern des Sports in Bronze“ und 1500 Euro für den 1. Platz.

In der Vereinssatzung ist die Jugendvollversammlung festgeschrieben. Sie findet jährlich etwa vier Wochen vor der Hauptversammlung statt. Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren haben in der Jugendvollversammlung Stimm- und Wahlrecht. Am 25. September wählten sie als neuen Jugendwart Felix Staubach. Er ist seit vielen Jahren Vereinsmitglied und aktiv bei der Showtanzgruppe „New Generation“ dabei. Felix Staubach folgt Prisca Roß im Amt nach. Als Jugendwart ist er Mitglied des Vorstands und vertritt dort die Interessen der Kinder - und Jugendlichen.

Jugendliche haben eine Menge Entscheidungsfreiheit

Als Jugendsprecherinnen wurden Mia Mörschel und Selina Schütz bestätigt, Lana Sillmann wurde neu in das Amt gewählt. Die beiden zuerst genannten wurden zudem für ihre 11-jährige Mitgliedschaft im Verein mit Urkunde und Ehrennadel ausgezeichnet. Die Jugendsprecherinnen gehen in die Gruppen und sind nahe an den Kindern.

„Wir versuchen, möglichst alle zu erreichen und mitzunehmen“, sagt Wessel. Zu diesem Grundgedanken gehört auch, dass die Jugendlichen Ideen für den Kinderfasching weitgehend selbst entwickeln und beispielsweise die Musik aussuchen. „Da laufen dann nicht nur die üblichen Kinderlieder“, stellt Prisca Roß fest.

Auch viele Aktivitäten außerhalb der Faschingskampagne

Die Kinder und Jugendlichen sind seit vielen Jahren aber auch sehr kreativ, wenn es um Aktivitäten außerhalb der Kampagne geht. Die Sommerparty oder Ferienspiele gehen auf einen Vorschlag aus ihren Reihen zurück. Auch bei der diesjährigen Jugendvollversammlung wurde intensiv darüber diskutiert, was man im kommenden Sommer machen könne. Gerade weil die Kampagne ausfällt, waren Ideen gefragt.

Die Kinder waren sehr motiviert, weshalb es an guten Vorschlägen nicht mangelte. Sie konnten sich dafür begeistern, die Show- und Gardetänze im Sommer auf die Bühne zu bringen. Ob „Bunte Tage“ oder ein „Tanzfestival“ sei dahingestellt – zunächst wird der Vorstand intensiv darüber beraten, wie eine Sommerkampagne aussehen könnte.

350 Mitglieder, davon fast 100 Kinder und Jugendliche brauchen auch für 2021 eine Perspektive – eine echte Herausforderung unter sich ständig ändernden Rahmenbedingungen. Mia, Lana und Selina jedenfalls blicken ganz optimistisch in die Zukunft: Ob in der Halle oder online – Hauptsache, das Training findet statt.

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