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Janine Dauterich aus Ostheim für Schnitt bei Doku „Gladbeck“ ausgezeichnet

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Von: Jan-Otto Weber

Die Cutterin Janine Dauterich steht bei der Verleihung der ersten Fernsehpreise 2022 bei der „Nacht der Kreativen“ mit dem Preis in der Kategorie „Bester Schnitt Information“ für „Gladbeck“ im Studio.
Die Cutterin Janine Dauterich steht bei der Verleihung der ersten Fernsehpreise 2022 bei der „Nacht der Kreativen“ mit dem Preis in der Kategorie „Bester Schnitt Information“ für „Gladbeck“ im Studio. © Henning Kaiser

Die aus Ostheim stammende Filmeditorin Janine Dauterich freut sich über eine Auszeichnung beim Deutschen Fernsehpreis 2022 in der Kategorie „Bester Schnitt Info/Dokumentation“ für „Gladbeck: Das Geiseldrama“.

Berlin/Nidderau – Bei der Rekonstruktion der Geiselnahme aus dem Jahr 1988 verzichtet die Netflix-Dokumentation auf Interviews und lässt die Originalbilder von damals für sich sprechen. „Janine Dauterich meistert die Herausforderung, aus TV-Ausschnitten, nicht gesendetem Material, Fotos und einem Amateurfilm ein ebenso detailreiches wie stringentes Bild von den dramatischen Ereignissen zu zeichnen“, urteilt die Jury.

Während des Geiseldramas im August 1988 konnte Deutschland live im Fernsehen mitverfolgen, wie zwei Bankräuber vor der Polizei fliehen, wie sie Geiseln bedrohen und mit ihren Pistolen fuchteln und protzen. Die Presse schmeichelt damals den Tätern, zerrt verstörte Opfer vor die Kameras. Journalisten setzen sich sogar ins Fluchtauto. Am Ende der 54 Stunden langen Geiselnahme sind drei Menschen tot.

Produzent Yan Schoenefeld erklärt im Netflixwoche-Interview: „Wenn in Dokumentarfilmen Zeitzeugen interviewt werden, gibt es ja immer irgendeine Form der Interpretation, eine Meinung oder eine Entschuldigung, die dir als Zuschauer vorgelegt wird. Das wollten wir vermeiden. Damit der Zuschauer sich selbst ein Bild machen kann. Gladbeck betrifft uns schlussendlich alle. Als Zuschauer sind wir genauso schuld.“

Janine Dauterich, die als freiberufliche Filmeditorin in Berlin lebt und arbeitet, hat sich in der Branche inzwischen einen Namen gemacht. Bereits im Jahr 2020 hatte Dauterich den Deutschen Kamerapreis gewonnen für den Schnitt der Doku „Beethovens Neunte – Symphonie für die Welt“. Dafür trug sie sich auch ins Goldene Buch der Stadt Nidderau ein.

Dauterich, Jahrgang 1978, hat ihre Begeisterung für den Film in der Film-AG ihres Deutschlehrers Hans-Dieter Becker an der Hanauer Karl-Rehbein-Schule entdeckt, wie sie unserer Zeitung berichtete. Sie studierte an der heutigen Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und arbeitet international im Bereich Spiel-, Dokumentar-, Musik-, Tanz- und Kunstfilm sowie als Gastdozentin an Filmhochschulen.

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