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Bei der Schlüsselübergabe: Erster Stadtrat Rainer Vogel (links) und Björn Schmidt (rechts) von den Kreiswerken Main-Kinzig überlassen Waldemar Jonda, dem Vorsitzenden des Imkervereins, das Grundstück am Trinkwasserbrunnen.

Hier soll ein Insektenparadies entstehen

Imkerverein pachtet Grundstück am stillgelegten Trinkwasserbrunnen in Windecken

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Auf dem Grundstück um den stillgelegten Trinkwasserbrunnen im Stadtteil Windecken soll ein Bienenlehrgarten entstehen. Denn seit Anfang April ist der Imkerverein Nidderau-Schöneck der neue Pächter des Grundstücks.

Auf rund 2000 Quadratmetern wollen die Vereinsmitglieder im Herbst Sträucher und Wildblumen pflanzen, die ihre volle Pracht im kommenden Frühjahr entfalten sollen. Im Januar des vergangenen Jahres hatte sich der Im‧kerverein Nidderau-Schöneck laut seines Vorsitzenden Waldemar Jonda bei der Stadt Nidderau um ein Grundstück beworben. Nach einem Grundstückstausch mit den Kreiswerken Main-Kinzig konnte nun ein naturnahes Gelände zwischen Nidderaue und Waldrand an den Verein übergeben werden. 

„Uns war es wichtig, ein Grundstück zu bekommen, auf dem wir uns treffen können, um uns über fachliche Belange auszutauschen und öffentlichkeitswirksam über Bienenhaltung und Naturschutz aufzuklären, etwa bei Tagen der offenen Tür“, sagt Jonda. „Auf dem Grundstück selbst werden kaum Bienen einziehen. Dafür ist es zu dunkel und es sind im Flugradius der Bienen zu wenig Nahrungsquellen vorhanden“, fügt er an. Zu Schulungszwecken sollen dennoch zwei bis drei vereinseigene Völker saisonal als Schaubienen einziehen. Denn neben der Bienenhaltung stünde vor allem der Naturschutz für den gemeinnützigen Verein seit einigen Jahren im Fokus. 

Zahl der Imker variiert über das Jahr

„In den früheren Jahrzehnten stand die Honigerzeugung im Vordergrund. Damit decken wir auch immer noch überwiegend die Kosten der Imkerei ab. Der Schwerpunkt unserer Arbeit verlagert sich aber jetzt in Richtung Umwelt- und Insektenschutz“, so Jonda weiter. Er selbst ist bereits seit über 36 Jahren Mitglied des Vereins. Während dieser bis in die 90er Jahre nur 15 Mitglieder zählte, ist er seitdem auf 115 Hobbyimker mit rund 560 Bienenvölkern in Privatbesitz angewachsen. 

„Die Zahl der Völker variiert natürlich über das Jahr“, erklärt der 60-Jährige. „Im Sommer werden die Bienen sicherlich auf bis über 700 Völker vermehrt, wobei einige Völker im Herbst wieder aufgelöst werden“, weiß der Experte. Dabei sind nicht nur die Bienen, sondern auch die Vereinsmitglieder über den Main-Kinzig-Kreis verteilt. „Die meisten Mitglieder kommen aus Schöneck, Nidderau und Maintal aber wir haben auch viele Mitglieder im Umkreis von 20 Kilometern und ein paar darüber hinaus.“  

Erster Stadtrat lobt das Engagement des Imkervereins

Am liebsten hätte Jonda gleich im Frühjahr mit der Bepflanzung des neuen Vereinsgrundstücks begonnen, doch die Corona-Epidemie hat ihm und seinen Vereinskollegen einen Strich durch die Rechnung gemacht: „Wegen der Corona-Krise können ja derzeit keine gemeinsamen Aktionen stattfinden. Daher liegt das Grundstück soweit erst mal brach und wir können bis zum Herbst vermutlich wenig damit anfangen“, sagt Waldemar Jonda. Im Herbst wollen die Vereinsmitglieder aller Voraussicht nach das Grundstück insektenfreundlich umgestalten.  Nidderaus Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) lobte in einer Pressemitteilung der Stadt das Engagement der Hobbyimker und betont den Stellenwert ihrer Arbeit. 

„Zwar bestimmt die Corona-Krise momentan unser Leben, die Imker leisten unter diesen erschwerten Bedingungen ihren Dienst an den Bienenvölkern und sichern so auch unsere Nahrungsversorgung bei Obst, vielen Feldfrüchten und natürlich beim Honig. Daher freut es mich besonders, den Imkerverein zukünftig in Nidderau begrüßen zu können und Dank an alle Beteiligten, die dies ermöglichten“, ist der Erste Stadtrat voll des Lobes über das Engagement des Imkervereins.

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