1. Startseite
  2. Region
  3. Nidderau

Der HLTC Landtauchclub Nidderau ist im Wasser zu Hause

Erstellt: Aktualisiert:

Probe für den Weltrekord: Die Taucher des HLTC haben im Freibecken des Nidderbads auf vier Metern Tiefe schon mal in die Pedale getreten.Foto: Privat
Probe für den Weltrekord: Die Taucher des HLTC haben im Freibecken des Nidderbads auf vier Metern Tiefe schon mal in die Pedale getreten.Foto: Privat

Nidderau/Hammersbach. Eine Kuh deutet auf den ungewöhnlichen Namen des Vereins hin: Landtauchclub. "Da waren unsere Gründerväter pfiffig", findet der Vorsitzende Burkhard Pölker. "Viele Tauchvereine heißen Neptun oder Delfin. Wir hier mitten auf dem Land, heißen eben Landtauchclub. Das hat Wiedererkennungswert erlangt."

´Von Jan-Otto Weber40 Jahre ist es nun her, dass die „Gründungsväter“ den HLTC ins Leben gerufen haben, damals noch als Hammersbacher Landtauchclub. „Maßgeblich beteiligt war damals unter anderem die Familie Orth aus Hammersbach, die seinerzeit nach einem Mallorca-Urlaub mit Freunden den Club gründete“, berichtet Eike Lambert, der sieben Jahre später, von 1986 bis 1994, selbst die Vereinsführung übernahm.

50 Jahre Taucherfahrung

„Wer damals tauchen lernte, musste noch ein ganzer Kerl sein“, erinnert sich Lambert, der inzwischen selbst auf fast 50 Jahre Taucherfahrung zurückblickt. „Damals konnte man seinen Tauchschein noch in einem Volkshochschulkurs in Frankfurt machen. Die Hauptsache war Theorie. Irgendwann ging man dann mal im Stadtbad Mitte ins Becken, und das war's.“

Seither hat sich viel geändert. Heute ist der Tauchsport in Verbänden organisiert und hat hierzulande viele Tausend Anhänger. Um den Tauchschein zu erlangen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. „Viele machen ihn im Urlaub innerhalb von wenigen Tagen“, erklärt Pölker. „Im Gegensatz dazu haben die Anfänger bei uns Zeit, im Schwimmbecken erst mal zu schauen, ob das was für sie ist.

Sie können verschiedene Ausrüstungsgegenstände kennenlernen. Und wenn jemand bei einer Übung Schwierigkeiten hat, dann üben wir eben länger. Dadurch erlangen schon die Anfänger ein hohes Maß an Sicherheit.“ Ein weiterer Vorteil des Vereinstauchens ist, dass die Mitglieder für einen Monatsbeitrag von zehn Euro (Kinder fünf Euro) über den Verband reise-, unfall- und auslandskrankenversichert sind.

Derzeit etwa 135 Mitglieder

Etwa 135 Mitglieder hat der HLTC Nidderau derzeit. Davon sind 60 aktive Taucher, die sich freitags ab 18 Uhr im Nidderbad zum Training treffen. „Tauchen ist ein Sport, bei dem man die Fitness mitbringen muss“, sagt Pölker und erläutert: „Beim Tauchgang an sich ist das Ziel, sich so wenig wie möglich anzustrengen, damit man nicht so viel Luft verbraucht. Davon wird man nicht fit.

Dennoch muss man auf Gefahrensituationen wie Strömungen oder Probleme mit der Pressluft vorbereitet sein.“ Und Lambert ergänzt: „Es geht schon um so banale Dinge, wie in voller Montur bei Wellengang auf das Boot zurückzuklettern. Das kostet Kraft.“

Gut 30 Kilogramm wiegt so eine Taucherausrüstung inklusive Bleigewicht, das beim Abtauchen hilft. Eine richtig gute Ausrüstung ist für etwa 3000 Euro zu haben. „Tauchen ist kein elitärer Sport“, sagt Pölker. „Man muss nicht in die Südsee fliegen, sondern kann auch mit dem Auto an einen See fahren und dort mit Freunden einen schönen Tag verbringen.“

Individuelle Motivation zu tauchen

Überhaupt sei die Motivation zu tauchen sehr individuell. „Die Faszination, für längere Zeit in eine Welt abzutauchen, die einem sonst völlig verborgen bleibt, ist sicher allen gemeinsam“, meint Pölker. „Darüber hinaus gibt es Leute, die die Tier- und Pflanzenwelt beobachten wollen, die von der Technik der Ausrüstung begeistert sind oder die besondere Herausforderungen mögen.“

Zur letzten Gruppe gehört auch Pölker, der schon mal gern im Eiswasser taucht oder Wracks auf dem Meeresgrund aufsucht. So etwa ein gesunkenes U-Boot vor Malta in 60 Metern Tiefe. „Das geht natürlich nur mit spezieller Ausrüstung und Erfahrung“, sagt der Tauchlehrer. „Da muss man schon wissen, was man macht.“

Unzählige Foto- und Filmaufnahmen

Auch Eike Lambert ist in der Ausbildung tätig: Als Fotoinstruktor beim hessischen Tauchsportverband. Unzählige Foto- und Filmaufnahmen hat er gemacht, etwa bei Tauchgängen am Great Barrier Reef in Australien oder im indonesischen Komodo-Nationalpark. Von seinen Reisen weiß er auch, wie sensibel das Ökosystem Meer ist und welche Verantwortung gerade Taucher tragen.

Angesichts der Verschmutzung der Weltmeere und des Artensterbens hat sich auch der HLTC Nidder‧au dem Umweltschutz verschrieben und hat an seinem Festwochenende im Nidderbad Naturschutzorganisationen eingeladen (siehe Infokasten). „Unter Wasser sind wir Menschen nur Gast“, sagt Lambert. „Wir sollten uns wie ein Schatten verhalten und keine Spuren hinterlassen.“

Auch interessant