Auf der Fahrbahn geht's schneller: Die Schutzstreifen sollen Radfahrer auf die Straße bringen, die zügig vorankommen wollen, um vor allem morgens die Situation auf dem Rad- und Gehweg zu entzerren. Foto: Jan-Otto Weber

Nidderau

Grundlagen und Daten zu Schutzstreifen

Nidderau. Die neuen Schutzstreifen für den Radverkehr in der Konrad-Adenauer-Allee zwischen den Kreiseln sind größtenteils fertig markiert, daher informiert die Stadt Nidder‧au per Mitteilung über die rechtlichen Hintergründe. Wir haben die Punkte durch Nachfrage ergänzt.

Gestrichelte Linie:Ein Schutzstreifen, durch eine gestrichelte Linie vom übrigen Verkehr abgetrennt, darf als Teil der Fahrbahn nur im Bedarfsfall von Kraftfahrzeugen befahren werden, zum Beispiel bei der Begegnung mit einem Lkw.

Keine Benutzungspflicht:Anders als bei einem mit durchgezogener Linie von der Fahrbahn abgetrennten Radfahrstreifen ist der Schutzstreifen ein optionales Angebot und nicht zwingend benutzungspflichtig. Radfahrer können auch weiterhin den baulich abgegrenzten Rad- und Fußweg nutzen. Das Rechtsfahrgebot ist zu beachten.

Die Breite der Schutzstreifen in der Konrad-Adenauer-Allee beträgt laut Mitteilung der Stadtverwaltung 1,50 Meter und liegt damit über der Mindestbreite von 1,25 Meter. Dass die Breite der Fahrstreifen nach Wegfall der Linksabbiegerspuren an der Ampelkreuzung Beethovenallee in beide Richtungen verschieden ist, sei beabsichtigt, so Verkehrsdezernent Rainer Vogel (Grüne). „Die Mindestbreite von 2,25 Metern ist gewährleistet und reicht für Pkw aus, an den Radfahrern auf dem Schutzstreifen vorbeizufahren. Für Lkw und Busse hat es den Effekt einer wechselseitigen Überholspur. Sie müssen auf dem schmalen Abschnitt hinter dem Radfahrer bleiben, wenn der Gegenverkehr kein Überholen zulässt.“

Parken: Auf dem Schutzstreifen ist das Parken untersagt.

Mittellinie: Die Konrad-Adenauer-Allee hat im neu markierten Bereich zwischen den Schutzstreifen eine Breite von 4,5 Metern, daher kann auf die Markierung einer Mittellinie verzichtet werden. Diese darf erst ab einer Breite von 5,5 Metern markiert werden.

Kreiseldurchfahrt:Aufgrund des zu engen Kreiselquerschnitts endet der Schutzstreifen vorher. Radfahrer können natürlich wie bisher auch trotzdem weiter auf der Fahrbahn durch den Kreisel fahren – dann allerdings ohne den „Schutz“ des Streifens.

Vorgezogene Haltelinienfür den Radverkehr, wie zum Beispiel an der Einmündung Beethovenallee, haben das Ziel, dass sich Radfahrer mehrere Meter vor den Autofahrern aufstellen und anfahren können. Dadurch wird das Risiko minimiert, als Radfahrer in einen toten Winkel zu geraten.

Geschwindigkeit: Die Fahrbahnbreite von insgesamt 7,5 Metern dient dem Erreichen des gewünschten niedrigen Geschwindigkeitsniveaus in diesem Abschnitt der Konrad-Adenauer-Allee. Eine Fahrbahnbreite von sieben Metern wäre das planerisch zulässige Minimum.

Restarbeiten: Die Baufirma teilt mit, dass die noch fehlenden Markierungen und Restarbeiten zwischen den Kreiseln erst nach Abschluss des Hochbaus neben dem Stadtplatz fertiggestellt werden können. Dass die Radschutzstreifen nicht in einem Guss nach Abschluss aller Arbeiten aufgetragen wurden, um übergangsbedingte Irritationen zu vermeiden, liegt darin begründet, dass das beauftragte Unternehmen aufgrund seiner angespannten Auftragslage die möglichen Markierungsarbeiten bereits vorgezogen habe.jow

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