1. Startseite
  2. Region
  3. Nidderau

Großflächige Schnakenbekämpfung mit Helikopter

Erstellt: Aktualisiert:

Jan Lasdowsky, Geschäftsführer des Zweckverbands zur Bekämpfung der Schnakenplage in den Nidderauen (links), und Biologe Dirk Reichle von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage am Oberrhein sind inzwischen ein eingespieltes Team. Archivfoto: J. Weber
Jan Lasdowsky, Geschäftsführer des Zweckverbands zur Bekämpfung der Schnakenplage in den Nidderauen (links), und Biologe Dirk Reichle von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage am Oberrhein sind inzwischen ein eingespieltes Team. Archivfoto: J. Weber

Nidderau. Bisher ist die Mückensaison ruhig verlaufen. Doch nach den ergiebigen Regenfällen der letzten zwei Wochen sind die Nidder‧auen zwischen Altenstadt und Schöneck geflutet und bieten beste Entwicklungsmöglichkeiten für die Larven der Auwaldmücke.

Von Jan-Otto Weber

Am Montag oder Dienstag wird deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Bekämpfung per Helikopter nötig sein. „Ich war heute Morgen im Gelände, um mir ein Bild von der Lage zu verschaffen“, so Jan Lasdowsky, Geschäftsführer des Zweckverbands zur Bekämpfung der Schnakenplage in den Nidderauen, am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung. „Am Sonntag werden die Biologen den Larvenbesatz feststellen. Dabei werden sie in den Randbereichen schon eine Bekämpfung mit der Hand vornehmen und das Einsatzgebiet kartieren. Zu 90 Prozent wird am Montag oder spätestens am Dienstag der Helikopter starten.“ Brennpunkt seien wie gewöhnlich die Auen rund um Eichen, berichtet Lasdowsky von seiner Begehung am Freitagvormittag.

Aber auch die Bornwiesen zwischen Win‧decken und Büdesheim sowie das Naturschutzgebiet Buschwiesen bei Höchst stünden unter Wasser. Im Gegensatz zur Hausschnake legt die Auwaldmücke ihre Eier in trockene Böden. Erst wenn die Wiesen aufschwemmen, können die Larven schlüpfen. Bekämpft werden sie von den Experten der KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage am Oberrhein) mit einem rein biologischen Eiweißwirkstoff. Er lagert sich an den Rezeptoren von Darmzellen an und bringt sie zum Platzen.

Wetterbedingungen „Die Larven häuten sich viermal, bevor sie sich verpuppen“, erklärt Lasdowsky. „Momentan sind die Larven im Erst- oder Zweitstadium.“ Je nachdem wie hoch die Außentemperaturen seien, dauere der gesamte Entwicklungszyklus bis zur Verpuppung eine Woche bis zehn Tage. „Sind die Larven erst einmal verpuppt, ist es für die Bekämpfung mit dem BTI-Wirkstoff zu spät, weil sie dann keine Nahrung mehr aufnehmen.“  Im Jahr 2012 mussten die Biologen zweimal mit dem Helikopter in die Luft, weil kurz nach dem ersten Einsatz weitere Unwetter dafür gesorgt hatten, dass zusätzliche Flächen betroffen waren. 2014 war die Lage noch schlimmer.

Denn damals waren die Wetterbedingungen derart ungünstig, dass der Helikopter überhaupt nicht starten konnte und eine Bekämpfung der durch die Flut verschwemmten Larven nicht mehr rechtzeitig vor ihrer Verpuppung möglich war. „Doch damit ist diesmal nicht zu rechnen“, so Lasdowsky. „Es ist für die kommenden Tage ja nicht mehr viel Regen angekündigt.“ Eher sinke der Pegel wieder, was das Einsatzgebiet verkleinere. „Jeder Hektar, den wir nicht befliegen müssen, spart Geld“, so Lasdowsky. „Natürlich ist ein Helikoptereinsatz so spät in der Saison ärgerlich“, sagt der Verbandsgeschäftsführer mit Blick auf die Finanzen. „Aber wenn man sieht, wie es in den letzten Tagen den Menschen im Harz und Südniedersachsen gegangen ist, nehmen wir das so in Kauf.“

Auch interessant