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Gastronomie am Nidder Forum: Schließung scheint ausgeschlossen

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Gastronom Christian Holle ist startklar: Die Tische in der Hannibals Bright Lounge sind eingedeckt. Vor der Eröffnung will er jedoch die Ergebnisse der Untersuchungen auf Wasserschäden am Gebäude abwarten. (Foto: J. Weber)
Gastronom Christian Holle ist startklar: Die Tische in der Hannibals Bright Lounge sind eingedeckt. Vor der Eröffnung will er jedoch die Ergebnisse der Untersuchungen auf Wasserschäden am Gebäude abwarten. (Foto: J. Weber)

Nidderau. Es klang wie eine Hiobsbotschaft für Gastronom Christian Holle: Weil seine Restaurants am Nidder Forum nicht an die Kanalisation angeschlossen waren, hatte sich das Abwasser aufgestaut. Feuchte Stellen an den Wänden im Erdgeschoss deuteten zunächst auf einen immensen Schaden an der Bausubstanz hin.

Von Jan-Otto Weber

Eine Woche später zweifelt zumindest das Centermanagement der Hanseatischen Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB) an einem Zusammenhang und geht davon aus, dass der Gaststättenbetrieb weiterlaufen kann.

Wir treffen Christian Holle am Donnerstagvormittag in seiner Hannibal Bright Lounge im Obergeschoss des Gastronomieturms am Nidder Forum. Die Tische sind mit Gläsern und Servietten eingedeckt, die Bar ist eingeräumt, auf der Theke stehen Weine bereit. „Wir können sofort eröffnen, sobald wir Planungssicherheit haben.“

Probleme mit dem Abwassersystem

Eigentlich sollte hier schon seit einer Woche der Restaurantbetrieb laufen. Doch wegen der Probleme mit dem Abwassersystem, die nach Eröffnung der Landhausküche Anfang Oktober im Erdgeschoss aufgetreten waren, hatte Holle den Start seines Steakhauses kurzfristig abgesagt. Zu unsicher war für den Hanauer Gastronom die Situation. Im schlimmsten Fall, so fürchtete er, hätte er seine Lokale für eventuelle bauliche Sanierungen wieder schließen müssen.

Nach bisherigen Erkenntnissen haben sich diese Befürchtungen nicht bestätigt. Allerdings liegen noch nicht alle Ergebnisse vor. „Zumindest sind die Untersuchungen jetzt im Rollen“, sagt Holle am Donnerstag erleichtert. „HBB nimmt die Sache mittlerweile sehr ernst.“

Aufreibende Woche

Hinter den Beteiligten liegt eine aufreibende Woche mit Telefonaten, Anwaltsschreiben, Sachverständigen und Ortsterminen. Eine für Montagmorgen angesetzte Untersuchung durch eine Fachfirma kam nicht zustande. Am Dienstag erfolgten Probebohrungen bis auf die Bodenplatte, um der Ursache für die Feuchtigkeit in den Wänden auf den Grund zu gehen. Die Frage ist: Hat das aufgestaute Abwasser – wie von Holle befürchtet – aus den Rohrleitungen des Hauses herausgedrückt und ist in den Wänden aufgestiegen oder haben die feuchten Flecken an der Wand im Erdgeschoss eine andere Ursache – wie HBB vermutet?

Schlimmster Fall kann ausgeschlossen werden

„Nach allem, was wir bisher wissen, können wir den schlimmsten aller Fälle ausschließen“, versichert Heiner Hutmacher, Geschäftsführer des HBB-Centermanagements, am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir gehen davon aus, dass keine grundlegende Sanierung notwendig sein wird. Eine Schließung des Restaurants schließen wir aus.“ Die Flecken an der Wand der Landhausküche im Erdgeschoss stehen nach Ansicht der HBB nicht in Zusammenhang mit dem blockierten Rohrsystem. „Dass das Wasser aus den Abwasserleitungen ausgetreten und in den Wänden aufgestiegen ist, halten wir für physikalisch unwahrscheinlich“, so Hutmacher. „Die Rohre liegen so tief unter der Bodenplatte, das müssten ja dann gewaltige Wassermengen sein. Eher wäre das Wasser nach unten versickert.“

Analyseergebnisse frühestens in einer Woche

Der HBB-Geschäftsführer vermutet vielmehr eine „normale Baufeuchte“, die im Zuge des Endausbaus zum Beispiel durch Reinigungsarbeiten eingetragen worden sei. Gastronom Holle wäre es nur recht. „Dann würde es sich um Frischwasser handeln und ein Schaden an der Bausubstanz wäre ausgeschlossen.“

Eine Dichtigkeitsprüfung der Rohre soll noch an diesem Freitag weitere Hinweise liefern. Zudem werden die bei der Bohrung entnommenen Proben im Labor auf Fäkalbakterien untersucht. Die Analyse liegt frühestens in einer Woche vor. „Sobald wir ein abschließendes Ergebnis haben, werden wir die Öffentlichkeit im Schulterschluss mit Herrn Holle darüber informieren“, kündigt Hutmacher an. „Schließlich hat er ein tolles Lokal dort hingesetzt.“

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