Wer am Sonntag oder Montag im Sonnenschein entlang der Nidder in Eichen unterwegs war, konnte bereits die ersten Mückenschwärme des Jahres beobachten. Laut Jan Lasdowsky, Geschäftsführer des Zweckverbands zur Bekämpfung der Schnakenplage in den Nidderauen, handelt es sich hierbei jedoch um die Hausmücke. Auch die Waldmücke sei bereits früh im Jahr unterwegs. Die Auenmücke allerdings werde erst ab Mai so richtig aktiv. Fotos: J. Weber

Nidderau

Frühling weckt die Mücken auf - Aue noch nicht betroffen

Nidderau. So plötzlich wie am Wochenende der Frühling in der Region Einzug gehalten hat, sind auch die ersten Mücken zurückgekehrt. Jan Lasdowsky vom Schnaken-Zweckverband zufolge handelt es sich hierbei jedoch um die Hausmücke. In den Nidderauen sei erst ab Mai mit Plagen zu rechnen.

Von Jan-Otto Weber

So mancher, den die warmen Sonnenstrahlen in den letzten beiden Tagen vor die Tür lockten, mag sich verwundert die Augen gerieben haben. Denn spätestens ab dem Nachmittag waren die ersten Mückenschwärme unterwegs. Und das nach der langen Kälteperiode mit Dauerfrost. Sollten da nicht viele der Plagegeister erfroren sein?

„Das ist halt Biologie“, meint Jan Lasdowsky, Geschäftsführer des Zweckverbands zur Bekämpfung der Schnakenplage in den Nidder‧auen. „Die Natur ist clever. Bei den Mücken, die man jetzt schon in Ortslage sieht, handelt es sich aber nicht um die Auen- sondern um die Hausmücke.“

Überwinterung im Ei-Stadium oder WinterstarreDie meisten Arten überwintern im Ei-Stadium, zum Beispiel in Schlamm, weiß Lasdowsky. Aber auch erwachsene weibliche Tiere und Larven verbringen die kalte Jahreszeit weitgehend unbehelligt in einer Winterstarre.

Als letzte Handlung der im Spätsommer oder Herbst lebenden Mückenmännchen, befruchten sie noch die Weibchen. Diese legen ihre Eier in der Regel meist schon dort ab, wo die daraus sich entwickelnden Larven im Winter überlebensfähig sind.

Kaum Gefahr auf Erfrierung bei Eier und LarvenEier und Larven besitzen gute Überlebenschancen in der Überwinterung, da sie aufgrund eines geringen Wasseranteils im Winter kaum Angriffsfläche für eine Erfrierung bieten. Im Anschluss begeben sich die Weibchen auf die Suche nach ihrem passenden Winterquartier.

Sie bevorzugen kühle, trockene sowie vor Fressfeinden sichere Plätze, weshalb Schnaken vor allem im Herbst gern geöffnete Fenster und Türen nutzen, um in Kellern, Garagen, Viehställen oder Gartenhäusern einen geeigneten Überwinterungsplatz zu finden.

Ende April und Mai haben Waldmücken den Entwicklungshöhepunkt„Aber auch im Wald kann man jetzt bald schon auf Mücken treffen“, meint Lasdowsky. „Die Larven schlüpfen schon bei Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt. Allerdings entwickeln sie sich bei niedrigen Temperaturen nur sehr langsam. Den Entwicklungshöhepunkt hat die Waldmücke dann Ende April und im Mai.“

Dann nimmt Lasdowsky im Auftrag des Zweckverbands auch die Nidderauen in den Fokus. Denn mit den ersten Überschwemmungen beginnt die Schlupfsaison. Lasdowsky führt dann regelmäßig Begehungen in den Wiesen zwischen Altenstadt-Höchst und Schöneck-Büdesheim durch, um bei einer sich anbahnenden Mückenplage rechtzeitig die Experten zur Bekämpfung der Larven mit dem natürlichen Eiweißstoff BTI informieren zu können.

Verband muss noch nicht aktiv werden„Die Eier der Aumücken überleben bis zu zehn Jahre auch in trockenen Böden“, weiß Lasdowsky, der mittlerweile selbst zum Mückenexperten geworden ist. „Sobald sie einmal überschwemmt werden, wird der Schlupfreiz ausgelöst. Aber jetzt müssen wir als Zweckverband noch nichts unternehmen.“

Und auch wenn viele Bürger mittlerweile genug von Eis und Kälte haben: Eine kurze Rückkehr des Frosts könnte der Mückenbekämpfung nutzen. Denn dann hätten die gerade aus der Winterstarre erwachten Mückenweibchen und Larven nur schlechte Überlebenschancen.

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