Vor dem Eingang des neuen Feuerwehrgerätehauses in Eichen ist Platz für Stellplätze der Wehrleute.
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Vor dem Eingang des neuen Feuerwehrgerätehauses in Eichen ist Platz für Stellplätze der Wehrleute.

Einzug im Spätsommer möglich

Rohbau des neuen Feuerwehrgerätehauses in Eichen ist fertig

  • vonThomas Seifert
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Es ist gerade einmal gut vier Monate her, als der Spatenstich für das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Eichen stattfand. „Es gab bislang keine Verzögerungen oder Beanstandungen und so ist der Rohbau inzwischen fertig“, stellte Architekt Leon Gierhardt fest.

„Wir gehen davon aus, dass Ende August oder Anfang September die Wehr in ihr neues Domizil einziehen können“, fügte Bürgermeister Gerhard Schultheiß bei einer Baustellenbegehung hinzu. Die Kosten für den Neubau bezifferte er auf rund zwei Millionen Euro.

Nidderau - Gut zehn Jahre haben die Planungen, Abstimmungen, Änderungen und Anträge auf Zuschüsse gedauert, viele Diskussionen gab es um den richtigen Standort – letztlich einigte man sich auf die Straße Am Wiesengrund. „Die Bauzeit bei Feuerwehrgerätehäusern ist meist am kürzesten, der Vorlauf dauert mitunter bis zu 25 Jahre“, berichtete Gierhardt, der selbst noch aktive Feuerwehrmann, dessen Büro derzeit fast 20 solcher Bauten plant oder deren Bau betreut und überwacht. Deshalb kennt der Architekt, in dessen Büro noch weitere vier Floriansjünger arbeiten, mit seinen Kollegen auch ganz genau die Anforderungen an solch eine Gebäude aus eigener Erfahrung.

Nach den neuesten Anforderungen

Notwendig war der Neubau vor allem deshalb geworden, weil das alte Gebäude nicht mehr den Feuerwehrstandards entsprach, was zum Beispiel die Größe der Fahrzeughalle oder sicherheitstechnische Anforderungen betraf. „Ein neues Gerätehaus für eine Wehr der Größe von Eichen baut man nach einer gewissen Struktur, die den örtlichen Gegebenheiten angepasst wird. Der Planung geht eine Standortanalyse voraus, um im Dialog mit den Feuerwehrverantwortlichen und nach Maßgaben des Bedarfsplans einer Kommune bauen zu können“, berichtete der Architekt

„Es haben sich in den vergangenen Jahren die Anforderungen auch von TÜV oder der Unfallkasse an einen Neubau verändert. Auch das Land macht ganz klare Vorgaben zum Beispiel für die Größe der Fahrzeughalle, ohne die keine Zuschüsse fließen“, fügte der Rathauschef hinzu. Die Planung berücksichtige nun all die Vorgaben und Anforderungen und natürlich auch die örtlichen Gegebenheiten, stellte Gierhardt fest. Auf einer Grundstücksgröße von etwa 1300 Quadratmetern ist ein eingeschossiger Bau mit einer Nutzfläche von rund 650 Quadratmetern in massiver Ziegelbauweise mit Betondach entstanden, „an dessen Wände man auch mal einer Schrank hängen kann“, so der Architekt. Das Dach ist begehbar ausgelegt, so können am Haus direkt Übungen mit der Bergung von Menschen aus der Höhe durchgeführt werden.

Platz für drei Einsatzfahrzeuge

Gleich neben der geräumigen Halle für drei Einsatzfahrzeuge, deren Ausfahrt in Richtung Nidderwiesen ausgerichtet ist, befindet sich ein großer Versammlungs-, Unterrichts- und Schulungsraum, dem sich der Jugendraum anschließt. Daneben entsteht die Küche mit einer Durchreiche, sodass man bei Schulungen und Kursen den Jugendraum zum Essen nutzen kann, stellt Gierhardt fest.Rechts neben dem Eingang ist ein Büroraum angesiedelt, daneben ein Lager und Technikraum mit Außenanschluss für einen Generator, um im Ernstfall die Stromversorgung im Feuerwehrgerätehaus aufrecht erhalten zu können.

Noch ist die Verschalung der Betondecke des Feuerwehrgerätehauses, das Bürgermeister Gerhard Schultheiß (links) und Architekt Leon Gierhardt inspizierten, abgestützt.

Vom Eingangsbereich zweigt links ein Gang ab, über den man zu den Toilettenräumen für Frauen und Männer und in die Damenumkleide samt Dusche gelangt. Rechts schließt sich der große Männerumkleidebereich an. Von beidem Räumen gibt es direkte Zugänge zur Fahrzeughalle, an deren Kopfseite die Planer Werkstatt und Lager vorgesehen haben.

„Energetisch auf dem neuesten Standard“

Beheizt wird die App-gesteuerte Heizung mit Holzpellets, warmes Wasser wird mit Durchlauferhitzern erzeugt. „Das Gerätehaus ist energetisch auf dem neuesten Standard“, betonte Leon Gierhardt, der alle Voraussetzungen sieht, dass sich die Feuerwehrleute schnell heimisch fühlen werden. „Weil in Richtung Nidderwiesen die Vogelschutzgruppe und der Obst- und Gartenbauverein ein gemeinsames Grundstück als Vereinsgelände nutzen und nur eine Erschließungsstraße für die künftige Ausweitung des Wohngebiets auf der Fläche der Lagerhalle der Firma Jung und Schmitt dazwischen liegt, entsteht am Ende der Bebauung in der Straße Am Wiesengrund eine Art Hofsituation, die von allen drei Vereinen bei Festen genutzt werden kann“, sieht Gerhard Schultheiß eine weitere mögliche Nutzung des Freigeländes am neuen Feuerwehrgerätehaus.

Der Rathauschef, der sich für den Neubau in den Gremien stark gemacht hat, wird allerdings nicht mehr als Bürgermeister der Stadt Nidderau bei der Einweihung dabei sein, denn seine Amtszeit endet am 14. Mai.

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