Umstrittene Lage: Das neue Feuerwehrhaus (im Plan schraffiert) soll anstelle der jetzt noch vorhandenen Halle (A) der Vorgängerfirma Dillmann entstehen. Das Gerätehaus ist im aktuellen Entwurf nach Süden (Pfeilrichtung) ausgerichtet, um die Lärmbelästigung für die Anwohner zu reduzieren. Um in Richtung Ortslage ausrücken zu können, müssen die Fahrzeuge allerdings eine fast 180-Grad-Wende auf die Straße am Wiesengrund (B) vornehmen. Lageplan: Auszug aus dem Liegenschaftskataster

Nidderau

Feuerwehrhaus verzögert sich weiter

Nidderau. Die Hängepartie um den Bau des Eichener Feuerwehrhauses geht in eine neue Runde.

Von Jan-Otto Weber

Zwar billigten der Bau- und Strukturausschuss sowie der Ortsbeirat am Montagabend mehrheitlich den Entwurf des Büros Gierhardt-Architekten aus Nidda, das die Planung nach dem tragischen Tod der ursprünglich beauftragten Architektin Miriam Semmerau übernommen hat. Doch aufgrund von weiteren Bodenuntersuchungen auf dem Areal am Wiesengrund, angeordnet durch das Regierungspräsidium Darmstadt, ist der Zeitplan für die bauliche Umsetzung nach wie vor völlig unklar.

„Die Bodensanierung des städtischen Teils des Grundstücks durch den vorherigen Besitzer, die Firma Dillmann, ist bestätigt“, erklärte Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) in der Sitzung. „Allerdings hat das Regierungspräsidium nach Grundwasserproben und einer historischen Erkundung des Nachbargeländes der Firma Jung und Schmitt weitere Untersuchungen und eine Befragung des früher dort ansässigen Unternehmens angeordnet.“

Uneinig bei der Standortfrage: Stadtbrandinspektor Volker Reis, sein Stellvertreter Torsten Hild und Eichens Feuerwehrvorsitzender Thomas Maxheim (von links). Foto: Jan-Otto Weber

Gemeint ist die Firma Seeger-Orbis, die heute Komponenten wie etwa Sicherungsringe für verschiedene Industrien fertigt. 1964 hatte Seeger-Orbis das Werk in Eichen aufgebaut.

„Wir müssen das Ergebnis der Untersuchung abwarten“, so Schultheiß. „Es ist völlig unklar, ob es überhaupt eine Bodenbelastung gibt und welches Ausmaß sie haben könnte. Wir haben beim RP deutlich gemacht, dass es keine Lange-Bank-Geschichte werden darf.“

Immerhin seien die Landeszuschüsse für das Projekt unabhängig von den ursprünglichen Fristen gesichert, wie Bürgermeister Schultheiß am Dienstag auf Nachfrage unserer Zeitung sagte.

Fragen aus dem Ausschuss

Der Abstimmung im Ausschuss war eine Präsentation der Planung durch Architekt Leon Gierhardt vorangegangen (Daten siehe Infokasten). Die Abrissgenehmigung für die ehemalige Dillmann-Halle liege vor. Dazu erfolge nun die Ausschreibung. Der Bauantrag sei eingereicht. Die Fach-, Werk- und Technikplanung werde demnächst abgeschlossen. Dann könne auch für den Hochbau die Ausschreibung vorgenommen werden.

Zur Frage aus dem Ausschuss, wie die Feuerwehr zur Planung und zum Standort in einem Wohngebiet stehe, antwortete Stadtbrandinspektor Volker Reis: „Diese Situation haben wir in allen Stadtteilen. Mir sind keine Konflikte wegen Lärmbelästigung bekannt. Außerdem sind wir in der Planung auf diese Bedenken eingegangen und haben das Haus gedreht, sodass abgekehrt von der Wohnbebauung zur Nidder hin eine Hofsituation entsteht. Ich sehe den Bau vollkommen unkritisch.“

Thomas Maxheim, Vorsitzender des Eichener Feuerwehrvereins und Mitglied im Planungsausschuss der Wehr, lobte die Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro. „Die Planung ging relativ flott. Wir bekommen ein Feuerwehrhaus, das vom Platz her dem entspricht, was wir vorher hatten.“

Mit dem Standort und der Gebäudeausrichtung zeigte sich Maxheim, der gemeinsam mit dem stellvertretenden Wehrführer Max Gruber und Jugendwart Tim Weckerlein gekommen war, jedoch nicht zufrieden. „Wir müssen jetzt mit den Fahrzeugen beim Ausrücken aus der Halle eine Spitzkehre fahren, um auf die Straße am Wiesengrund zu gelangen. Das sehen wir für den Einsatzfall schon als problematisch an. Außerdem sehen wir ein Problem darin, ein neues Feuerwehrhaus in ein Wohngebiet zu bauen.“

Die grundsätzliche Standortfrage hatte bereits in vielen vorangegangenen Gremiensitzungen für harte Diskussionen gesorgt. Am Montagabend wurde dieser Punkt jedoch nicht mehr von den Ausschussmitgliedern aufgegriffen. Architekt Gierhardt erklärte zur Verkehrssituation, dass der Platz ausreiche. „Eine direkte Bananen-Kurve aus dem Gebäude heraus wird nicht nötig sein.“ Auch die sonstige Zuwegung entspreche den gesetzlichen Vorschriften. Am Ende stimmte die CDU in Ausschuss und Ortsbeirat gegen den Entwurf, der bei Enthaltung der FWG von der Mehrheit aus SPD und Grünen verabschiedet wurde.

Kita-Neubauten

Neben dem Neubau des Feuerwehrhauses in Eichen war im Ausschuss am Montag auch die Erweiterung der Kita in dem Stadtteil sowie ein Kita-Neubau in Heldenbergen Thema.

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