Koffer gepackt: Diesmal war Ralf Vollmer mit seinem Freund Manfred Ay und Käfer Karl Herbert in Unterfranken unterwegs. Im Gegensatz zum Stadtteil von Hofheim (links) ist das frühere Ostheim bei Dettelbach längst vom Main überflutet. Fotos: Manfred Ay (Privat)

Nidderau

6. Etappe der Rundreise: Dieses mal geht es nach Unterfranken

Nidderau. „Drei auf einen Streich“ könnte die Überschrift für die jüngste Tour von Ralf Vollmer, seinem Freund und Fotografen Manfred Ay sowie Käfer Karl Herbert lauten. Immerhin haben sie diesmal gleich drei Orte besucht.

Kurios jedoch, dass darunter lediglich einer war, an dem sie tatsächlich ein Ortsschild mit der Aufschrift „Ostheim“ fotografieren konnten. Denn die ehemalige Ortschaft Ostheim, die in der Gemarkung der Stadt Dettelbach im unterfränkischen Landkreis Kitzingen lag, ist heute vom Erdboden verschluckt.

Oder besser: von den Wassermassen. Dieses Ostheim am Rennfurt wurde im 16. Jahrhundert von den Bewohnern für immer verlassen, da es mehrfach vom Main überflutet wurde. Heute befindet sich dort die Staustufe und nichts erinnert mehr an das Dorf.

Aus Ostheim wird Astheim

„Besonderer Dank an Dr. Hans Bauer, der als einer der wenigen Dettelbacher wusste, dass dort die Ostheimer Wiesen waren“, sagt Ralf Vollmer. „Er war es auch, der den Ortsnamen Astheim ins Spiel gebracht hatte.“

Astheim? Ja. Denn laut den Angaben von Heimatforscher Dr. Bauer hieß dieser Stadtteil von Volkach früher ebenfalls einmal Ostheim. „Allerdings haben wir auf Wunsch von Dr. Bauer nur das Ortsschild fotografiert“, berichtet Vollmer lachend. „Wir wollten uns auf die Ostheims beschränken, sonst ufert es aus.“

Das kleinste aller Ostheims

Und so ein „originales“ Ostheim haben Vollmer und Ay zu Beginn ihrer jetzigen Etappe schließlich auch besucht. 166 Kilometer sind es von Nidderau bis zu dem Stadtteil von Hofheim im unterfränkischen Landkreis Haßberge. „Haßberge? Hoffentlich kein schlechtes Omen, haben wir uns gedacht, wo die Ostheimer bisher doch die freundlichsten Menschen waren“, scherzt Vollmer. So auch diesmal.

Wie immer mit der Ortschronik und T-Shirts mit den Wappen aller Ostheims als Geschenk im Gepäck, kamen die Nidderauer nach zweieinhalbstündiger Fahrt mit Karl Herbert an. „Als Treffpunkt war die Kirche mitten im Ort anvisiert worden“, berichtet Vollmer. „Das war relativ leicht zu finden, denn das kleinste aller Ostheims hat gerade mal 340 Einwohner.“

Stolze Osdemer

Der zweite Bürgermeister Reinhold Giebfried erwartete die kleine Reisegruppe mit der Presse und ein paar Einwohnern. „Die 'Osdemer', wie sie sich selbst nennen, scheinen mächtig stolz auf ihren Ort zu sein“, stellt Vollmer fest. „So gibt es gleich drei Straßen mit Namen Ostheimer Weg, Ostheimer Hauptstraße und die Ostheimer Straße.“

Drei Stunden lang dauerte der Besuch, bei dem sich die Ostheimer aus Hessen und Franken kennenlernten. „Wir saßen im Vereinsheim des SV Ostheim, gleichzeitig die einzige Gastwirtschaft im Ort“, schildert Vollmer und fasst die Gemeinsamkeiten zusammen: Die Herkunft des Ortsnamens Ostheim ist nicht genau geklärt, dürfte sich aber an die Himmelsrichtung anlehnen. Ostheim liegt an einem Fluss, namentlich Aurach. In Ostheim gab es Bergbau und es gibt ein Ostheim-Lied.

Nächster Halt: TÜV

„Wie immer sind wir die insgesamt 400 Kilometer vorzüglich mit Karl Herbert gefahren“, bilanziert Vollmer. Doch nun muss der VW Käfer erstmal zum TÜV, bevor die Nidderauer ihre letzten Ziele in Westheim, Stuttgart und im Elsass anfahren. jow

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