Der 72-jährige „Usthemer Boub“ Elgerd Heppding engagiert sich schon seit fast 50 Jahren ehrenamtlich in verschiedenen Berufsorganisationen, als Sozialrichter, im Denkmalbeirat und ist Mitgründer und amtierender Vorsitzender der Bürgerstiftung Nidderau. (Foto: Seifert)

Nidderau

Tag des Ehrenamtes: Wichtig ist, wo man hin will

Nidderau. Er ist ein „Usthemer Boub“ und ein Selfmademan, schließlich hat er mit 750 Mark Startkapital ein Unternehmen aufgebaut, das in Spitzenzeiten bis zu 50 Mitarbeiter beschäftigte. Doch er Ostheimer Unternehmer Elgerd Heppding hat sich nicht nur als Innungsobermeister verdient gemacht.

Von Thomas Seifert

Trotzdem hat Elgerd Heppding sich von Anfang an die Zeit genommen, in Organisationen des Handwerks, als Sozialrichter und als Mitgründer und Vorsitzender der Bürgerstiftung Nidderau in vielfältiger Weise bürgerschaftliches Engagement zu zeigen.

Mit 16 Jahren hatte Heppding bereits seinen Gesellenbrief als Maler und Lackierer in der Tasche, die Ausbildung hatte er in Hanau bei der damaligen Firma Wilhelm Dietz absolviert. Nachdem er mit nur 22 Jahren seine Meisterprüfung erfolgreich abgelegt hatte, gründete er 1968 in Ostheim seine eigene Firma Heppding Baudekoration. „Das war ein Risiko“, gesteht der inzwischen 72-Jährige, „aber ich wollte etwas Eigenes aufbauen. Getreu dem Motto: 'Alle Träume können wahr werden, wenn man ihnen folgt.'“

Engagierte Mitarbeit trug Früchte

Selbstverständlich war für den Jungunternehmer, dass sein Betrieb Mitglied der Innung Hanau Stadt und Land wurde. Die Kollegen wählten den 35-Jährigen bereits 1970 in den Vorstand. Die engagierte Mitarbeit zum Wohle der Innungsmitglieder trug Früchte und Heppding wurde schon bald in den Vorstand der Kreishandwerkerschaft gewählt und 1987 zum Obermeister „seiner“ Innung berufen. Noch heute ist der Ost‧heimer als Ehrenobermeister und Ehrenvorstandsmitglied beiden Organisationen eng verbunden.

Wie sehr ihm Innung und Handwerkerschaft am Herz lagen und liegen, lässt sich auch daran ablesen, dass der 72-Jährige seit 1988 im Meisterprüfungsausschuss der Handwerkskammer Wiesbaden/Wetzlar sitzt, deren Vorstand von 1992 bis 2017 angehörte und seit 1987 im Landesverband der Innung tätig war. Zudem gehörte er dem Handwerksbeirat der AOK Hessen an und engagiert sich bis heute als Experte im Denkmalbeirat des Main-Kinzig-Kreises. Damit nicht genug ist Heppding seit 1992 ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht in Frankfurt.

2006 erhielt er den Landesehrenbrief

„Ich bin ein geborener Sozialdemokrat“, sagt Heppding von sich selbst und so war es natürlich, dass er bereits 1968 der SPD beitrat und nun 2018 auf 50 Jahre Mitgliedschaft blicken kann. Und so war es für Heppding eine besondere Freude, dass der ehemalige Landrat und Genosse Erich Pipa ihm 2006 den Landesehrenbrief überreichte. Der Vater von zwei Töchtern hat sich auch in der Kommunalpolitik versucht und saß für die SPD von 1981 bis 1985 im Stadtparlament, war in dieser Zeit Vorsitzender des Bauausschusses. „Doch das war nicht so meine Welt, ich wollte die Interessen des Handwerks gegenüber der Politik auf anderer Ebene vertreten.“ Deshalb entschloss sich der Firmenchef, nicht noch einmal für das Parlament zu kandidieren.

Seinem „Usthem“ hielt Heppding immer die Treue und war wie selbstverständlich in fast allen Vereinen Mitglied. Heppding gehörte zu den Befürwortern des Projekts Bürgerhof und ist natürlich auch dort eingetragen. Im Jahr 2012 dann gründete er mit Gleichgesinnten die Bürgerstiftung Nidderau und übernahm den Vorsitz, den er bis heute innehat: „Die Bürgerstiftung ist für mich eine Herzensangelegenheit, mit der ich der Stadt und den Bürgern, denen ich viel zu verdanken habe, etwas zurück- geben kann.“

„Wichtig ist, wohin man will"

Seine Firma hat Elgerd Heppding 2014 an zwei Mitarbeiter übertragen, „da weiß ich das Unternehmen in guten Händen“. Um überhaupt Firmenleitung und Ehrenämter unter einen Hut bringen zu können, habe er schon frühzeitig Mitarbeitern Verantwortung übertragen, um sich die notwendigen Freiräume zu schaffen. „Sonst wäre die ehrenamtliche Arbeit gar nicht möglich.“ Er sei immer gut mit dieser Politik gefahren, zieht Heppding ein positives Fazit.

Ein Satz hat Elgerd Heppding ein Leben lang begleitet: „Wichtig ist, wohin man will und nicht, wo man herkommt.“ Nach dieser Maxime hat er gelebt und tut das noch heute. „Durch meine ehrenamtlichen Tätigkeiten – aber auch im Berufsleben – habe ich viele unterschiedliche Menschen kennengelernt. Das hat mein Leben bereichert.“ Und von den Netzwerken, die dabei entstanden sind, profitiert Heppding noch heute und kann seine Kontakte auch zum Wohle der Bürgerstiftung nutzen.

 

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