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Bürgerhaus zu eng: Ostheimer Vereine kehren zurück zur Zeltkerb

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Die Ostheimer Kerb wird auf neue Pfeiler gestellt: Nach fast zehn Jahren kehrt das Fest wieder an den Sportplatz zurück. Eine wichtige Stütze sind dabei die Kerbburschen, die sich zum Auf- und Abbau des Zelts bereit erklärt haben. Foto: Privat
Die Ostheimer Kerb wird auf neue Pfeiler gestellt: Nach fast zehn Jahren kehrt das Fest wieder an den Sportplatz zurück. Eine wichtige Stütze sind dabei die Kerbburschen, die sich zum Auf- und Abbau des Zelts bereit erklärt haben. Foto: Privat

Nidderau. Die Vereinsgemeinschaft Ostheim (VGO) möchte an alte Zeiten anknüpfen und kehrt mit ihrer Kerb nach rund zehn Jahren wieder an den Festplatz am Sportplatz zurück. Der Platz im und ums Bürgerhaus sei nicht mehr ausreichend, begründet VGO-Vorsitzender Reinhard Weider den Schritt im Gespräch mit unserer Zeitung.

Von Jan-Otto Weber

Auch die räumliche Trennung zwischen Bürgerhaus und Vergnügungspark habe „der Veranstaltung nicht gut getan“, so Weider. „Wer feiern und etwas trinken wollte, ging ins Bürgerhaus, Familien mit Kindern gingen zum 300 Meter entfernten Juxplatz auf dem Bauhofparkplatz an den Pfortenwiesen“, beschreibt der VGO-Vorsitzende die Situation in den vergangenen Jahren. „Hinzu kam die Parkplatz- und Verkehrssituation mitten im Ort – im großen Kreuzungsbereich Hanauer, Wonnecker, und Vorderstraße. Das hat uns erhebliche Kopfschmerzen bereitet.“

Kerb stand Ende der 2000er vor dem AusDabei war seinerzeit die Entscheidung, die Kerb im Bürgerhaus zu feiern, durchaus nachvollziehbar. „Früher hatten die Fußballer ein Dauerabo für die Organisation der Kerb“, erklärt Weider. „Aber die haben auch irgendwann mal gesagt, sie können und wollen das so nicht mehr.“ Seither habe es höchstens noch einen Frühschoppen gegeben. Ende der 2000er Jahre drohte die Kerb in Ostheim dann gänzlich unterzugehen, bis sich die Vereinsgemeinschaft der Traditionsveranstaltung angenommen habe. „Im Bürgerhaus war die Infrastruktur vorhanden, wir mussten nicht viel aufbauen, sondern nur Dienste organisieren“, erklärt Weider die Wiederbelebung. „Mittlerweile hat sich die Kerb herumgesprochen und ist wieder besser besucht, sodass wir an Kapazitätsgrenzen gestoßen sind. Es wurde im Hof und im Saal einfach zu eng.“

Kerbburschen engagieren sich nicht nur bei Auf- und AbbauBereits in der Frühjahrsvollversammlung hätten die Vereine und Institutionen deshalb dem Vorstand der VGO den Auftrag erteilt, sich mit dem Thema Zeltkerb auseinanderzusetzen. „Wir haben ein Kerb-Eventteam zusammengestellt und uns an die Planung für das Viertageereignis gemacht.“ Zunächst galt es, die passende Zeltgröße zu finden und möglichst viele Aufbau- und auch Abbauhelfer zu finden. „Hier kommen die Usthemer Kerbburschen ins Spiel, die sich zur Kerb 2016 gegründet haben.“ Die 17 jungen und junggebliebenen Männer hätten sich spontan bereit erklärt, diesen Part zu übernehmen. Binnen vier Stunden stellten sie am Samstag das Kerbzelt, das Platz für 600 Besucher bietet. Hinzu kommen 80 Plätze im Biergarten. Anschließend holten die Männer im Wald den Kerbbaum, den sie nun noch bis zur Eröffnung am Freitagabend schmücken und vorbereiten, so Weider.

Ostheimer können auf Vereinsgemeinschaft zählenMit der wiederbelebten Tradition der Kerbburschen und dem Kerbsuchen habe sich seit vergangenem Jahr eine neue Entwicklung im Ort aufgetan, freut sich der VGO-Vorsitzende. „Nicht nur zur Kerb, sondern auch bei verschiedenen Ostheimer Vereinsveranstaltungen sind die Männer schon in Erscheinung getreten und in kurzer Zeit fester Bestandteil des Vereinslebens geworden. Sicherlich werden die Kerbburschen auch in diesem Jahr das Fest tatkräftig begleiten und für Spaß und Unterhaltung sorgen.“ Gerade in Zeiten, wo andernorts kaum noch Helfer für Feste zu finden seien oder die Organisatoren aus Kosten und Arbeitsgründen auf Festzelte verzichten, freut sich Weider über die Entwicklung. Dabei kann er sich auch auf die Mitglieder der Vereine verlassen, die im Zelt Strom- und Wasseranschlüsse verlegen, Tische und Bänke aufbauen, sich um die Dekoration kümmern und am Wochenende Dienste übernehmen. „Wir stemmen da schon einiges“, sagt Weider. „Aber wir haben auch rund zwei Dutzend Vereine hinter uns. Die ziehen alle mit.“

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