Die Nidderauer Kläranlage – hier beim Tag der offenen Tür im Juli 2016 – ist technisch auf dem neuesten Stand. Archivfoto: Bongartz

Nidderau

Bestnote für Nidderauer Kläranlage

Nidderau. Der Erste Stadtrat und Umweltdezernent Rainer Vogel (Grüne) hat zum internationalen Tag des Wassers am 22. März auf die „hervorragende Reinigungsleistung der Nidderauer Kläranlage zur Einhaltung der neuen Phosphorgrenzwerte“ hingewiesen.

„Wasser ist das wichtigste Lebensmittel. Daher kommt der Reinigung unseres Abwassers eine besondere Bedeutung zu“, heißt es dazu in der Mitteilung Vogels. Im Abwasser seien neben anderen Inhaltsstoffen auch Phosphor und Stickstoff enthalten, die für die Pflanzendüngung eingesetzt werden und auch in Lebensmitteln enthalten sind.

„Im Gewässer verursachen Phosphor und Stickstoff eine Nährstoffüberlastung und damit verstärktes Wachstum der Wasserpflanzen. Dieser Vorgang wird als Eutrophierung bezeichnet. Durch das starke Pflanzenwachstum und den Sauerstoffverbrauch der Wasservegetation nimmt der Sauerstoffgehalt im Gewässer erheblich ab.

Überdüngung im Gewässer vermeidenIn stark eutrophierten Gewässern ist der Lebensraum für Fische eingeschränkt und in Zeiten mit hohen Wassertemperaturen und Niedrigwasser kann es sogar zu Fischsterben kommen.“ Durch striktere Ablaufgrenzwerte für Kläranlagen und der im Jahr 2017 bundesweit beschlossenen Neuordnung der Klärschlammverwertung soll die Überdüngung im Gewässer vermieden werden.

Mit einer höheren Phosphorentnahme bei der Abwasserreinigung steigen die rückgewinnbaren Anteile im Klärschlamm. „Phosphor steht seit 2014 auf einer Liste der Europäischen Union für endliche Rohstoffe, deren Vorräte weltweit begrenzt sind“, erläutert Vogel. „Die Rückgewinnung von im Klärschlamm enthaltenem Phosphor ist aufgrund der erzielbaren Konzentrationen eine zukünftige Aufgabe“, so die Einschätzung des Stadtrats.

Wirkungsgrad verbessertDer Wirkungsgrad der Phosphorentfernung habe sich um zehn Prozent auf 97 Prozent verbessert. Das angestrebte Ziel, Ablaufwerte kleiner 0,7 mg/l zu erreichen, werde mit diesen Ergebnissen eingehalten.

Die Investitionskosten von rund 108 000 Euro wurden für die Online-Messtechnik mit Echtzeitregelung und der verbesserten Fällmitteltechnik (Tankanlage, Pumpen und Steuerung) eingesetzt. „Durch die Herabsetzung der Grenzwerte und Erklärung der Grenzwerteinhaltung konnten die Investitionskosten zu 100 Prozent mit dem zu zahlenden Betrag für die Abwasserabgabe verrechnet werden“, so die Mitteilung. „Außer der Erstattung der Investitionskosten wurden auch die Betriebskosten gesenkt.“jow

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