Auf dem Erbstädter Friedhof wurden sechs Bäume (im Bildhintergrund) für geeignet befunden, ab sofort als Beisetzungsort für Urnen zu dienen. Foto: J. Weber

Nidderau

Baumbestattungen jetzt auf Friedhöfen Erbstadt und Heldenbergen

Nidderau. Seit Mai 2015 können Angehörige in Nidderau die Urne mit der Asche ihres Verstorbenen im Bestattungswald zwischen Eichen und Ostheim beisetzen lassen. Ab diesem Dienstag sind Baumbestattungen auch auf den Friedhöfen Erbstadt und Heldenbergen möglich. Zudem wurde die Gebühr zur Nutzung der Trauerhallen gesenkt.

Von Jan-Otto Weber

Die Ansprüche an Friedhöfe und ihr Erscheinungsbild haben sich in der jüngeren Vergangenheit gewandelt. Vor allem die Vorstellung, seine letzte Ruhestätte am Fuß eines Baumes zu haben, ist für immer mehr Menschen trostreich. Zudem sind solche Urnengräber für die Hinterbliebenen pflegeleicht.

Veränderte Lebensumstände und WertvorstellungenDer im Mai 2015 eröffnete Bestattungswald zwischen Ostheim und Eichen wird nach Angaben der Nidderauer Friedhofsverwaltung gut angenommen. Das neue Angebot der Baumbestattungen auf den Friedhöfen Erbstadt und Heldenbergen, das zum 1. August in Kraft tritt, bietet nun auch Familien, die nicht mobil sind oder ihre Grabstätte gern am Ort wissen möchten, die Möglichkeit der Baumbestattung.„Aufgrund veränderter Lebensumstände und Wertvorstellungen in der Gesellschaft muss sich das Friedhofswesen mit immer neuen Konzepten befassen“, heißt es dazu in einer Mitteilung der Stadt. „Starten wird das Angebot auf den Friedhöfen in Erbstadt und Heldenbergen, da dort geeignete Bäume in abgeschlossenen kleinen Bereichen des Friedhofes vorhanden sind. Andere Standorte und eventuelle Neupflanzungen von Bäumen werden durch die Stadt derzeit noch geprüft.“

Andere Standorte werden geprüftIn Erbstadt befindet sich das Areal im östlichen Eingangsbereich in der Nähe des Kriegerdenkmals. In Heldenbergen ist die vorgesehene Baumgruppe im nördlichen Teil zu finden. An den ausgewiesenen Bestattungsbäumen können Familienmitglieder, Freunde oder Gruppen zwei oder mehr Plätze schon zu Lebzeiten nebeneinander erwerben. Im Gegensatz zum Nidderauer Bestattungswald, der allen unabhängig vom Wohnort zur Verfügung steht, können die Plätze auf den Friedhöfen in Erbstadt und Heldenbergen nur von Nidderauer Bürgern erworben werden.„Pflegeärmere Gräber mit wenig zeitlichem Einsatz werden von immer mehr Menschen erwartet“, heißt es aus der Verwaltung. „Es werden Lösungen gesucht für pflegefreie Friedhofskonzepte mit überschaubaren Kosten. Außerdem werden Möglichkeiten gesucht, für sich selbst eine Vorsorgelösung zu planen und bereits zu Lebzeiten zu bezahlen. Dies alles ist hier jetzt möglich.“

Pflegeleichte Grabformen sind gefragtAuch für die Urnenrasengrabfelder auf den Nidderauer Friedhöfen gebe es immer mehr Nachfrage, da dies ebenfalls eine pflegeleichte Art der Beisetzung sei. Sowohl die Fläche rund um die Bestattungsbäume als auch an den Urnenrasengräbern werden von der Friedhofsverwaltung für die Dauer der gesamten Nutzungszeit von 25 Jahren in einfacher Form – sprich durch Mähen des Rasens – gepflegt. „Grabschmuck darf bei Baumbestattungen nur am Tag der Beisetzung und an den gesetzlichen Totengedenktagen im November abgelegt werden“, so die Vorgaben der Verwaltung.Die sechs ausgewählten Bäume auf dem Friedhof in Erbstadt und die acht Bäume auf dem Friedhof in Heldenbergen bieten Platz für etwa 140 Urneneinzelgräber, die ähnlich der Anordnung im Bestattungswald im Uhrzeigersinn rund um den jeweiligen Baum angeordnet werden. Die Kosten für eine Bestattung unter einem Baum lehnen sich an die Gebühren der Urneneinzelgräber im Bestattungswald (siehe Infokasten) an.                                

Nutzungsgebühr für Trauerhallen wird gesenkt

Zugleich tritt an diesem Dienstag die Absenkung der Nutzungsgebühr für Trauerhallen von 400 auf 300 Euro in Kraft. Damit liegt zwar der Deckungsgrad nur noch bei 80 Prozent, obwohl die Kommunen angehalten sind, kostendeckende Gebühren zu erheben. Zuletzt hatten sich Angehörige aber immer häufiger dazu entschieden, die Trauerfeier für ihre Verstorbenen in der Kirche des jeweiligen Ortes abzuhalten (wir berichteten). Durch die Gebührensenkung soll nun ein Anreiz für die Nutzung der Hallen auf den Friedhöfen geschaffen werden.

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