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Angelclub "Waller" Ostheim feiert 50-jähriges Bestehen

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So lässt es sich aushalten: Vorstandsmitglied Hans Ohl, Vorsitzender Oliver Krestin und Gewässerwart Bernhard Voß (von links) haben es sich auf einer Bank auf dem Vereinsgelände des Angelclub „Waller“ Ostheim gemütlich gemacht Foto: Thomas Seifert
So lässt es sich aushalten: Vorstandsmitglied Hans Ohl, Vorsitzender Oliver Krestin und Gewässerwart Bernhard Voß (von links) haben es sich auf einer Bank auf dem Vereinsgelände des Angelclub „Waller“ Ostheim gemütlich gemacht Foto: Thomas Seifert

Nidderau. Bis Ende der 60er Jahre wurde auf dem Gelände zwischen Ostheim und Windecken noch Ton für eine Ziegelei abgebaut, inzwischen hat sich das weitläufige Areal zu einer Naturidylle und Biotop mit verschiedenen Seen entwickelt.

Von Thomas Seifert

Dort ist auch der Angelclub „Waller“ Ostheim ansässig, der in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiern kann. Acht Männer waren es, die am 16. November 1969 den Verein aus der Taufe hoben und dem Angelsport auch in Ostheim eine Heimat gaben. „Wir haben ruhige wie bewegte Zeiten hinter uns“, stellt Vorsitzender Oliver Krestin fest, der den AC „Waller“ mit derzeit 120 Mitgliedern sehr gut aufgestellt sieht. Allein der Nachwuchs könnte zahlreicher vertreten sein. „Aber da geht es uns so wie vielen anderen Vereinen. Mit 16 oder 17 Jahren haben die Jugendlichen plötzlich andere Interessen. Schön ist aber, dass einige Ehemalige als Erwachsene wieder zum Verein stoßen.“

Auf dem ehemaligen Ziegeleigelände zwischen der Bahnlinie, der ehemaligen Landesstraße zwischenOstheim und Windecken sowie auf einem nach Aufgabe der Fabrikation entstandenen Neubaugebiet sind in den aufgelassenen Tongruben durch hochstehendes Grundwasser, Quellen und kleine Zuflüsse im Laufe der Jahre verschiedene Seen entstanden, die vom Verein von der Stadt gepachtet und gepflegt, aber nur teilweise befischt werden.

Zweitätige Geburtstagfeier

Bereits 2008 hat der AC „Waller“ auf einer von der Stadt angelegten Streuobstwiese, auf der die gepflanzten Bäume aber wegen des feuchten Untergrunds nicht anwuchsen, einen weiteren Fischteich angelegt und das Gelände langfristig gepachtet. Und vor drei Jahren ging ein rund 13 000 Quadratmeter großes Areal rund um die Schutz- und die kleine Grillhütte in den Besitz des Vereins über.

„Viele Nidderauer – darunter auch Ostheimer – kennen das weitläufige Gelände gar nicht und sind erstaunt, wenn sie bei unseren jährlichen Grilltagen zum ersten Mal Gäste des AC 'Waller' sind“, stellt Gewässerwart Bernhard Voß fest. „In den 70er Jahren waren die Feste am Fischteich eine Attraktion, aber die Bedürfnisse der Menschen haben sich verändert. Jetzt ist das Grillfest an deren Stelle getreten“, fügt Vorstandsmitglied Hans Ohl hinzu. Im Jubiläumsjahr organisiert der Verein aber zusätzlich zum traditionellen Grillfest noch eine zweitägige Geburtstagsfeier und nutzt die Gelegenheit, um bei der Jugend für den Angelsport zu werben.

Das weitläufige Gelände rund um die auf verschiedenen Ebenen liegenden Seen hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem Naturidyll und Biotop entwickelt, das von den „Waller“-Mitglieder in vielen Arbeitsstunden gehegt und gepflegt wird. Ein Teil davon fungiert als Ausgleichsfläche für das entstandene Neubaugebiet. „Auf dem Gelände sowie an den Teichen fühlen sich viele Tierarten ausgesprochen wohl“, so Vorsitzender Oliver Krestin und er zählt einige auf: „Eisvogel, Eichelhäher, Teichhühner, Enten, Kormoran, Reiher, aber auch Nilgänse. Zudem gibt es Hermeline, und ein Specht hat in einem hölzernen Masten Nisthöhlen angelegt.“

Wegen der Artenvielfalt auf dem Gelände hat der Verein auch beste Kontakte zu den Vogelschützern. Zudem gehört der AC „Waller“ dem Ostheimer Vereinsring an und Mitglieder anderer Vereine helfen bei den geplanten Festen mit Diensten. „Sonst könnten wir das gar nicht alleine stemmen“, erklärt Oliver Krestin.

In den Teichen selbst tummeln sich „fast alle einheimischen Fischarten wie Karausche, Aal, Brasse, Karpfen, Hecht, Flussbarsch, Rotauge, Zander, Flusswels und Schleie. Eine Besonderheit ist der Bitterling, für den extra im neu angelegten See Teichmuscheln eingesetzt worden sind, weil der Fisch in Symbiose in die Muschel seine Eier ablegt“, berichtet Gewässerwart Bernhard Voß.

Schnupper-Angeln

Zusammen mit Mitgliedern fünf weiterer Vereine der Angelfischergemeinschaft Nidder bewirtschaften und pflegen die Ostheimer 17 Kilometer Nidder von Altenstadt bis Windecken und leisten so einen großen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in und an dem Fluss. Und so kann Vorsitzender Krestin mit Fug und Recht feststellen: „Der Angelsport ist heute kein Hobby mehr. Er ist ernste, verantwortungsvolle und bewusste Hege der den Angelfischern anvertrauten Gewässer und ihres Schuppenwildes.

Und die Angelfischer sind die nie verstummenden Mahner und Kläger, wenn es darum geht, die Verursacher der Verschmutzungen und Schädigungen unserer Gewässer festzustellen und die Übel zu beseitigen. Hierbei wirken wir nicht nur für uns, sondern für die Gesamtheit der Bevölkerung. Hunderte von Stunden und ein beträchtlicher Geldbetrag wird Jahr für Jahr von unseren Mitgliedern für die Instandhaltung und Säuberung der Gewässer und deren Uferbereiche aufgewendet.“

Am Pfingstsonntag, 9. Juni, lädt der Angelclub „Waller“ Ostheim von 9 bis 14 Uhr interessierte Jugendliche ab zehn Jahren zum Schnupper-Angeln auf das Vereinsgelände ein. Jugendliche unter 14 Jahren sollten in Begleitung eines Erziehungsberechtigten sein. Angelgeräte werden gestellt und die Jugendabteilung gibt Einblicke in das Hobby Angeln. Für das leibliche Wohl wird gesorgt. Anmeldung bis zum 2. Juni per E-Mail an den Jugendwart ms@ac-waller.de oder einfach das Formular auf der Internetseite nutzen.

ac-waller.de

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