Das letzte große Projekt in der Amtszeit von Roland Fromm war die Anschaffung des neuen Löschfahrzeugs "LF 10". Der Neuberger Gemeindebrandinspektor darf sich aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl stellen. Foto: Diegel

Neuberg

Roland Fromm muss Amt des Gemeindebrandinspektors abgeben

Neuberg. Roland Fromm darf aus Altersgründen nicht mehr als Gemeindebrandinspektors gewählt werden und muss das Amt deshalb abgeben. Am morgigen Mittwoch soll bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Einsatzabteilungen der Neuberger Feuerwehren im Feuerwehrgerätehaus Ravolzhausen sein Nachfolger gewählt werden.

Von Claus Diegel

Für Fromm ein Abschied aus dem Amt, aber kein Ende seines Engagements für die Feuerwehr. Dafür ist er – nicht zuletzt erblich vorbelastet – viel zu sehr und mit Leib und Seele Feuerwehrmann, und das fast sein ganzes Leben lang.

„Wer das 60. Lebensjahr überschritten hat, kann nicht mehr zum Gemeindebrandinspektor gewählt werden. Da sind die Vorschriften sehr streng“, sagt Fromm. Sicherlich ist auch etwas Wehmut dabei, den Staffelstab für den Brandschutz in der Gemeinde weitergeben zu müssen. Aber es ist auch Erleichterung, dann nicht mehr die Verantwortung tragen zu müssen: „In dieser Position steht man bei Einsätzen leicht mit einem Bein im Kittchen“, sagt er.

Feuerwehr-Gen in der FamilieTrotzdem habe es immer Spaß gemacht und man sei auch stolz auf das Erreichte. „Ich bin von klein auf mit dem Feuerwehr-Gen infiziert. Schon mein Opa gehörte 1928 zu den Gründern der Rüdigheimer Feuerwehr. Auch mein Vater war lange Jahre im Vorstand tätig. Was lag da näher, dass auch ich diesen Weg eingeschlagen habe. Die Familie Fromm ist schon seit Generationen der Feuerwehr treu.“ Inzwischen sind auch die Söhne schon einige Zeit im aktiven Dienst und werden die Tradition mit Sicherheit fortsetzen.

Im Verlauf einer solch langen Laufbahn gibt es natürlich auch eine große Zahl von Ehrungen und Auszeichnungen. Schon in der Funktion als Jugendfeuerwehrwart hat Fromm mit seiner Truppe die ersten Leistungsspangen errungen und hebt dabei speziell die „Florian-Medaille der Hessischen Jugendfeuerwehr in Silber“ aus dem Jahr 1990 hervor. Besonders stolz ist er auf die vom Hessischen Innenminister im Jahr 2001 verliehene „Ehrenmedaille des Nassauischen BFV in Gold“, das „Deutsche Feuerwehrehrenkreuz (Stufe 2) in Silber“ (2002), die „Verdienstmedaille des Main-Kinzig-Kreises für besondere Verdienste in Silber“ (2002) und natürlich das „Goldene Brandschutzehrenzeichen am Bande“ (2011).

1986 jüngster WehrführerIn der Freiwilligen Feuerwehr Rüdigheim, seiner Heimatwehr, gehört er natürlich auch schon lange dem Vorstand an. Im Jahr 1986 wurde er zum jüngsten Wehrführer ernannt, wie er stolz mitteilt. Als Wehrführer war er 1999 auch maßgeblich am Aus- und Umbau des schmucken Rüdigheimer Feuerwehrgerätehauses beteiligt, in dem er sich unserer Zeitung auch gerne mit dem letzten großen Projekt seiner Amtszeit als Gemeindebrandinspektor zum Fototermin präsentiert: dem im vergangenen Jahr in Betrieb genommenen neuen Löschfahrzeug „LF 10“. Rund vier Jahre dauerte es von der Antragstellung bis zur Indienststellung, und viele Hürden waren dabei zu überwinden. Nun sieht man die Wehr technisch bestens gerüstet und ausgestattet, auch ein Grund dafür, sich nun aus der vordersten Front zurückziehen zu können.

„Ich bleibe natürlich der Feuerwehr in Neuberg immer eng verbunden. Aber als ehemaliger Gemeindebrandinspektor werde ich sicher nicht mehr zum aktiven Feuerwehrmann, das wäre auch unfair den jüngeren Kameraden gegenüber. Künftig werde ich der von Wolfgang Köhler, dem ehemaligen Kreisbrandinspektor und ebenso ein Rüdigheimer Feuerwehr-Urgestein, geleiteten Ehren- und Altersabteilung angehören und natürlich auch dem „Arbeitskreis 60 +“ des Main-Kinzig-Kreises“ gibt Fromm schon einmal Ausblick in die nächste Lebensphase. „Die Aufnahmeanträge dafür sind alle schon gestellt.“ Von seiner Feuerwehr lassen, das kann und will er dann doch nicht. Oder anders ausgedrückt: Ein Leben für die Feuerwehr.

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