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Mysteriöse Struktur: Altlasten statt Kastell

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Die mit Nummer eins gekennzeichneten Flächen stellen den Limes dar, die rechts daneben liegenden Linien könnten ebenfalls Wälle sein. Nummer sechs ist die auffällige Fläche, die sich als eine Aufschüttung entpuppt hat. (Grafik: PM)
Die mit Nummer eins gekennzeichneten Flächen stellen den Limes dar, die rechts daneben liegenden Linien könnten ebenfalls Wälle sein. Nummer sechs ist die auffällige Fläche, die sich als eine Aufschüttung entpuppt hat. (Grafik: PM)

Neuberg. Die Struktur und die Größe des Objekts hatte die Experten aufhorchen lassen. Lag da vielleicht eine archäologische Sensation im Untergrund des künftigen Baugebiets „Auf den Weingartsweiden“ zwischen Ravolzhausen und Rüdigheim?

Von Holger Weber

Jetzt steht fest: Das Objekt ist ziemlich unspektakulär. „Wahrscheinlich handelt es sich um eine Aufschüttung, einige Altlasten von früher“, berichtete Neubergs Bürgermeisterin Iris Schröder auf Anfrage unserer Zeitung.

Dennoch werden die Archäologen auf dem Feld in den nächsten Monaten reichlich Arbeit haben. Kein Wunder, verläuft doch am nördlichen Rand des Areals der Limes, dessen Strukturen bei den geomagnetischen Untersuchungen deutlich hervorgetreten sind. Dass das Gebiet besiedelt war, ist bekannt. Aber es müssen nicht unbedingt nur Objekte aus der Römerzeit im Boden stecken. Erst im vergangenen Jahr hatte der Fund eines Grabs aus der Bronzezeit in unmittelbarer Nähe überregional für Aufsehen gesorgt. Bisher hat man erst einen kleinen Teil des Feldes untersucht. Die Arbeiten sollen im Februar fortgesetzt werden und dauern bestimmt bis in den Sommer hinein, schätzt Schröder.

Verlegung des Spielplatzes

In dem Baugebiet „Auf der Weingartsweide““ sollen 50 Häuser entstehen, Anfragen für die Baugrundstücke gebe es massig, so Schröder. Der Limes darf aus Gründen des Denkmalschutzes nicht überbaut werden. Voraussichtlich wird dort ein Kinderspielplatz entstehen, der ursprünglich im Zentrum des Baugebietes geplant war. „Vielleicht machen wir sogar einen Themenspielplatz daraus, wie man ihn auch an anderer Stelle schon findet“, überlegt Schröder. Die Verlegung nach Norden bringe viele Vorteile mit sich. Der Boden über dem Limes werde optimal genutzt, zudem liege der Spielplatz dann näher an der Erich-Simdorn-Schule sowie der Sportanlage. Insgesamt werde der Freizeitkomplex vergrößert und sei somit ein schönes Bindeglied zwischen Ravolzhausen und Rüdigheim. Die beiden Ortschaften wachsen durch das Baugebiet ein weiteres Stück zusammen.

Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan soll in der Gemeindevertreterversammlung am 13. Dezember gefasst werden.

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