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In Neuberger Waldstück aufgeräumt

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Von: Holger Weber-Stoppacher

Morsche Wurzeln: Förster Marko Richter zeigt auf die Schwachstellen der Eschen.
Morsche Wurzeln: Förster Marko Richter zeigt auf die Schwachstellen der Eschen. © Holger Weber

Neuberg – Immer wieder drohten in dem Waldstück an der Friedrich-Ebert-Straße in Ravolzhausen hohe und bereits kranke Bäume umzustürzen und auf die Straße zu fallen. Für die Anwohner hätten sie eine echte Gefahr dargestellt, erläutert Marko Richter, der zuständige Förster für den Neuberger Wald. In den vergangenen Tagen hat der Forstbeamte nun in dem Waldstück ganz schön aufgeräumt.

Ein Viertel der Bäume wurde gefällt. Die Stämme müssen jetzt noch gerückt werden und können in den kommenden Tagen als Brennholz verkauft werden.

Der Wald bekomme nun die Chance, sich deutlich zu verjüngen und sich für die Zukunft zu stärken, sieht Richter in der Maßnahme vor allem die positiven Aspekte.

In einem schlechten Zustand befanden sich vor allem die Eschen. Das habe gleich mehrere Gründe: ein Pilz, der den Pflanzen zu schaffen mache, das sogenannte Eschentriebsterben und die die Trockenheit der Sommermonate, die die Bäume zusätzlich geschwächt hätten. Besonders das Eschentriebsterben treibt den Förster um. Denn durch die Schädigungen des Blattwerks würden zu wenig Zuckerstoffe produziert, die für die Stärkung der Wurzeln dringend gebraucht werden. Die führe dazu, dass die Wurzeln morsch werden und ihre Stabilität verlieren, so der Fachmann. Das Phänomen hat nun dazu geführt, dass fast alle Eschen aus dem Waldstück entfernt worden sind, obwohl die meisten erst 50 bis 60 Jahre alt waren und unter normalen Umständen doppelt so alt werden können. Normalerweise würden derartige Waldstücke alle sieben Jahre durchforstet, in diesem Fall empfehle es sich jedes Jahr, so Richter. Acht Lkw-Ladungen Holz werde man aus dem Stück nun herausholen, normal seien etwa vier für eine Größe von etwa 2,4 Hektar Wald.

Erster Baumschlag für Richter

Für Richter war es der erste Baumschlag dieser Art überhaupt, seit er im März dieses Jahres die Stelle als Förster für die kommunalen Wälder in den Kommunen Maintal, Bruchköbel, Neuberg , Schöneck und Niederdorfelden übernommen hat.

Der Wald macht jetzt von außen betrachtet einen sehr lichten Eindruck. Aber das werde sich in rasanter Geschwindigkeit wieder verändern, glaubt Richter. Neupflanzungen seinen nicht notwendig. Er setzt ganz auf Naturverjüngung und hat in dem Waldstück bereits jede Menge Jungbäume entdeckt, die jetzt Licht zum Wachsen bekämen. Vor allem Ahorn wächst gut.

Drei Tage lang hat der Fachmann vor dem Fällen das Waldstück markiert und diejenigen Pflanzen mit einem „Z“ (für Zukunft) markiert, die besonders robust und vielversprechend aussahen. In der Nachbarschaft wurden dann einige Bäume gefällt, damit die Kronen der starken Bäume sich möglichst ungehindert ausbreiten können. Die Krone sei so etwas wie der Motor des Baumes, erläutert Richter.

Brennholz verkauft Gemeinde

Das Brennholz verkauft im Übrigen die Gemeinde. Pro Raummeter würden derzeit 50 bis 60 Euro aufgerufen, berichtet Richter. Doch ein schnelles Schnäppchen lasse sich derzeit nicht machen. Für den Ankauf von Brennholz existiere schon eine Liste von Interessenten. „Brennholz ist in diesen Zeiten eben begehrt.“ (Von Holger Weber-stoppacher)

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