Mobilität im Alter ist ein Thema, dessen sich die Bürgerinitiative Neuberger für Neuberg annehmen möchte. Bürger sollen sich für Bürger engagieren. Foto: Jasmin Sessler

Neuberg

Bürgerinitiative will sich für Seniorenprojekt einsetzen

Neuberg. Zur Feier des Tages gab es bei den Gegnern der Fusion in Neuberg am Sonntagabend Torte. Aber eine Siegesparty sei es nicht gewesen, eher ein lockeres Zusammenkommen, bei dem man die vergangenen zweieinhalb Jahre noch einmal habe in aller Ruhe Revue passieren lassen, berichtet Andreas Weiß.

Von Holger Weber

Er ist Mitbegründer der Bürgerinitiative „Neuberger für Neuberg“ und Mitglied der CDU-Fraktion in der Gemeinde. Die Neuberger hatten beim Bürgerentscheid mit einem klaren Nein am Sonntag den Zusammenschluss ihrer Gemeinde mit der Nachbarstadt Erlensee eindrucksvoll verhindert. Nahezu 80 Prozent der Neuberger hatten ihr Kreuzchen bei Nein gemacht und mit einer Wahlbeteiligung von fast 70 Prozent auch locker das erforderliche Quorum von 25 Prozent erreicht. Eine Fusion mit Erlensee wird es deswegen auf absehbare Zeit nicht mehr geben.

Zwar diskutierten Befürworter und Gegner am Tag nach dem Wahlgang in Neuberg noch vereinzelt in den sozialen Netzwerken. Doch zumindest auf Seiten der Bürgerinitiative ist man laut Weiß jetzt sichtlich darum bemüht, die Wogen ein für alle Mal wieder zu glätten. Vielmehr gehe es jetzt darum, alle Energien zu bündeln und für Neuberg etwas zu bewirken – im Idealfall gemeinsam.

Bereits vor der Abstimmung hatte die Bürgerinitiative eine mögliche Vereinsgründung ins Spiel gebracht. Im Gespräch mit unserer Zeitung konkretisierte Weiß gestern die Pläne: „In Neuberg haben sich in den vergangenen Monaten unheimlich viele Menschen engagiert. Sei es auf der Seite der Fusionsgegner oder auf der Seite der Befürworter.“ Wenn man diese Energie einfange, könne man gemeinsam daran arbeiten, Defizite der Gemeinde zu beseitigen. Weiß denkt dabei vor allem an Modelle, wie man den Öffentlichen Transport- und Nahverkehr verbessern könne.

Öffentlicher Nahverkehr zentrales Thema

Ideen wie ein Anrufsammeltaxi oder ein Bürgerbus werden bereits in den politischen Gremien behandelt. Verbesserungen des öffentlichen Nahverkehrs waren auch ein zentrales Thema in den Fuionsgesprächen gewesen. So sollte der Erlenseer Bürgerbus beispielsweise auch in Neuberg eingesetzt werden, wäre es zu einem Zusammenschluss gekommen.

Nun will die Bürgerinitiative für ein Ersatzprogramm sorgen. Nach Vorbild der Bürger für Rodenbach, die unter dem Dach des Trägervereins Schützenhof in Rodenbach unter anderem Transportfahrten für Senioren übernehmen, könnte man auch in Neuberg über ein solches Modell nachdenken, finden Weiß und seine Mitstreiter. Viele der Menschen, die sich zuletzt für oder gegen die Fusion engagierten, hätten Bereitschaft gezeigt, sich auch weiterhin für ihre Gemeinde einzubringen. „Es wäre schade, wenn wir diesen Schwung jetzt nicht nutzen und einfach so verpuffen lassen würden.“

Bisher sei es nur eine Idee, aber bei künftigen Treffen soll diese konkretisiert werden. „Dazu möchten wir alle herzlich einladen“, so Weiß. In Rodenbach werden die Hilfsangebote von Bürgern erbracht, die dies auf rein ehrenamtlicher Basis tun. Sie holen Senioren beispielsweise von zu Hause ab, bringen sie zum Arzt oder etwa zur Apotheke. Sie erledigen mitunter auch Einkaufsdienste. Die Nutzer des Dienstes bezahlen dafür nur eine kleine Fahrtkostenbeteiligung.

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