Das Mainufer bei Dörnigheim als Naherholungsgebiet soll weiter aufgewertet werden. Die Stadtleitbildgruppe Mainufer präsentierte nun ihr Funktion- und Nutzungskonzept im Hauptausschuss, wo es kontroverse Diskussionen gab. Archivfoto: Kalle

Maintal

Zank ums Mainufer

Maintal. Die Stadtleitbildgruppe Mainufer schlägt öffentliche Toiletten vor. Die Verwaltung ist jedoch dagegen.

Von Monica Bielesch

Bereits vor einem Jahr hatte die Stadtleitbildgruppe Mainufer ihr Funktions- und Gestaltungskonzept zur Aufwertung des Mainufers unter großer Resonanz öffentlich im Gemeindehaus Dörnigheim vorgestellt. Nun endlich durften sie ihr Konzept auch im Hauptausschuss für Finanzen und Stadtentwicklung präsentieren – empfahlen aber den Ausschussmitgliedern, dem Vorschlag des Magistrats, ihr Konzept als Leitlinie zu beschließen, nicht zu folgen.

Roland Hahn und Hayriye Rupin freuten sich zwar, dass ihr Konzept es endlich in die politischen Gremien geschafft hatte, machten aus einer gewissen Enttäuschung aber keinen Hehl. Denn die Verwaltung hatte Empfehlungen zu ihren Ideen ausgesprochen, die ihrer Meinung nach ihrem Konzept widersprechen. „Wir haben große Bedenken gegen die Einwände der Verwaltung, daher bitten wir den Ausschuss, die Vorlage nicht zu beschließen“, beendete Hahn seine kurze Präsentation des Konzepts der Gruppe.

Das Funktions- und Gestaltungskonzept sollte laut Vorlage des Magistrats „zur Kenntnis“ genommen werden sowie mit den Empfehlungen der Verwaltung als „Leitlinie“ beschlossen werden, „an der sich alle weiteren Projekte und Maßnahmen am Mainufer orientieren sollen“.

Zwar unterstütze die Verwaltung das Ziel der Gruppe, das Mainufer aufzuwerten. Aber bei acht Punkten des Konzepts übte sie Kritik, unter anderem seien Toiletten am Mainufer nicht sinnvoll. „Wir wollen ein nachhaltiges Konzept“, betonte hingegen Hahn, „daher halten wir es nicht für tragbar, dass die Verwaltung Toiletten am Mainufer ablehnt.“ Gerade für die vorrangigen Nutzergruppen der Senioren und Kinder seien Toiletten erforderlich. Sonst würden weiterhin die Gebüsche für diese Bedürfnisse herhalten müssen, so Hahn.

Auch Drängelgitter am Anfang des Mainuferbereichs hält die Stadtleitbildgruppe für wichtig, um eine Entschleunigung zu erreichen und Gefahren für spielende Kinder abzuwenden.

Eine Überplanung des privaten Parkplatzes an der Mainlust wird vom Eigentümer abgelehnt. Hahn und Rupin haben viele Gespräche mit dem Restaurant-Besitzer geführt und wissen um seine Einstellung. Sie schlagen jedoch eine optische Einfassung der Parkfläche vor.

Rupin und Hahn, die ehrenamtlich ein nahezu professionelles Konzept für die Stadt erarbeitet haben, bedauerten, dass die Verwaltung ihre Einwände nicht mit ihnen vorab abgestimmt hätte, damit eine gemeinsame Präsentation möglich gewesen wäre. Stadtrat Sachtleber machte dafür ein mißverständliche Formulierung in einer E-Mail verantwortlich.

In der Diskussion sprach sich Thomas Schäfer (FDP) für eine Toilettenanlage am Mainufer aus. Für die WAM mahnt Jörg Schuskow an, dass Toilettenanlagen durch ihre hohen Betriebskosten zu sehr ins Gewicht fallen. Er vermisste weitergehende Lösungsideen für eine solche Anlage. Gegen die CDU-Idee eines Runden Tisches oder einer Ortsbegehung (WAM) mit Verwaltung, Stadtleitbildgruppe und den Ausschussmitgliedern sprach sich Friedhelm Duch (Bündnis 90/Grüne) aus. „Diese öffentliche Diskussion gab es doch schon vor einem Jahr, irgendwann muss man mal zu Potte kommen“, wetterte Duch.

Rupin wies nochmals auf das detallierte Konzept der Gruppe hin (https://maintalmachtmit.de/page/STLB_Mainufer). „Uns ist wichtig, dass Sie das Gesamtkonzept akzeptieren, um damit zu arbeiten.“ Wenn etwas realisiert werde, müsste es im Rahmen eines Gesamtkonzeptes geschehen. „Sonst hat es keinen Sinn.“

Sowohl CDU als auch SPD erkundigten sich bei Sachtleber nach der Zukunft der Außengastronomie Mainkultur. „Der Vertrag mit dem Betreiber geht über drei Jahre, also noch bis 2019“, so Sachtleber, der noch Optimierungsbedarf bei dem Projekt sieht.

Der CDU-Vorschlag die Entscheidung zu verschieben sowie der Änderungsantrag der FDP fanden keine Mehrheit.

Am Ende folgte die Mehrheit dem SPD-Änderungsantrag, die Beschlussvorlage ohne Beschlussempfehlung an die Stadtverordnetenversammlung zu verweisen. Am Montag, 5. Februar (Beginn 18.30 Uhr, Bürgerhaus Bischofsheim), steht das Thema auf Tagesordnungspunkt Nummer acht.

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