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Wolfgang Kampe über Tafeln und Projekte in Maintal

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Lokal und regional engagiert: Wolfgang Kampe ist zum einen Leiter der Tafel Maintal. Zum anderen ist der 66-Jährige als Regionalbeauftragter des Landesverbands für Südhessen unter anderem Ansprechpartner für neue Tafeln, so zum Beispiel jüngst in Offenbach. Archivfotos: Bielesch
Lokal und regional engagiert: Wolfgang Kampe ist zum einen Leiter der Tafel Maintal. Zum anderen ist der 66-Jährige als Regionalbeauftragter des Landesverbands für Südhessen unter anderem Ansprechpartner für neue Tafeln, so zum Beispiel jüngst in Offenbach. Archivfotos: Bielesch

Maintal. In Wetzlar ist der Vorstand des Landesverbands der hessischen Tafeln im Amt bestätigt worden. Mitglied im Vorstand seit Gründung des Verbands ist auch Wolfgang Kampe, der Leiter der Tafel Maintal. Wir haben mit ihm über seine Aufgaben im Landesverband gesprochen und, an welchen Projekten er gerade in Maintal arbeitet.

Von David Scheck

Vor zwei Jahren gegründet, ist der Landesverband der hessischen Tafeln noch recht jung. Kampe ist von Beginn an dabei, nach dem Ablauf der ersten zweijährigen Amtszeit folgte nun die Bestätigung. Im Vorstand ist der 66-Jährige unter anderem für den Internetauftritt verantwortlich. Gemeinsam mit einem Fachbüro wird dieser derzeit überarbeitet. „Die Internetpräsenz soll optisch ansprechender gestaltet werden“, so Kampe. Jede Tafel erhalte dort dann ihre eigene Seite mit den wichtigsten Informationen. Die Tafel Maintal werde zusätzlich aber auch zukünftig über die Homepage der Bürgerhilfe zu finden sein, erläutert Kampe. Dort, unter dem Dach von Maintals mitgliederstärkstem Verein, ist die Tafel seit ihrer Gründung angesiedelt.

Darüber hinaus ist Kampe im Landesverband Regionalbeauftragter und damit Ansprechpartner für die südhessischen Tafeln, gibt Starthilfe mit Tipps und Informationen, beantwortet Fragen. Zum Beispiel jüngst in Offenbach, wo aus einer bisherigen Frankfurter Außenstelle nun eine eigenständige Tafel wurde.

Auch als Streitschlichter aktivDie Regionalbeauftragten (der Landesverband teilt die hessischen Tafeln in die Regionen Nord, Mitte und Süd auf) sind zudem auch Streitschlichter, verrät Kampe. Denn auch so etwas gebe es durchaus mal, beispielsweise wenn sich zwei Tafeln nicht vertragen oder es Ärger mit einem Einkaufsmarkt gibt. Sechs Mitglieder zählt der Landesverbandsvorstand und deren wichtigste Aufgabe bringt Kampe kurz und knapp auf den Punkt: „Wir besorgen Geld.“

Das ist ohne Zweifel auch eine von Kampes Hauptaufgaben bei der Tafel Maintal. So lautet übrigens der korrekte Name. Denn der Bundesverband wollte den Namen Tafel als Marke schützen. „Der Europäische Gerichtshof schützt aber nur Begriffe, die am Anfang stehen“, erklärt Kampe die juristische Gemengelage.

Deshalb wurde aus der Maintaler Tafel die Tafel Maintal. Zahlreiche andere Tafeln hätten sich ebenfalls bereits umbenannt – so auch der Landesverband in Tafel Hessen –, viele aber noch nicht. Nötig seien dazu eine Satzungsänderung und neue Logos. Um keine Kosten zu verursachen, werde man bei der Tafel Maintal die neue Beschriftung nach und nach, sprich bei Neuanschaffungen, einführen. Alte Materialien mit dem bisherigen Logo sollen auch weiterhin verwendet werden. Neuanschaffungen werden demnächst einheitliche Jacken und Westen für die 25 Fahrer der Tafel sein sowie Schürzen für die Ausgabekräfte. Finanziert werden sie vom Rotary Club Hanau-Maintal (wir berichteten). Wie Kampe mitteilt, hätte sich der Club bereit erklärt, die gesamten Anschaffungskosten zu übernehmen.

Finanzielle Hilfe ist erwünscht und nötigOffenbar hatte der Besuch in den Räumen an der Dörnigheimer Neckarstraße Eindruck hinterlassen: Nach den Sommerferien werden Kampe und der Bürgerhilfe-Vorsitzende Wilfried Siegmund beim Rotary Club einen Vortrag halten und die Arbeit der Tafel vorstellen. Eine weitere finanzielle Unterstützung: durchaus denkbar. Und aus Kampes Sicht auch durchaus erwünscht und nötig. Denn Arbeit gibt es immer. So möchte die Tafel eines der Abholfahrzeuge, das inzwischen zehn Jahre Laufzeit auf dem Buckel hat, ersetzen.

Daran gekoppelt ist auch ein weiteres Projekt von Kampe: ein Bringservice. Die „klassische“ Tafel ist eine Abholstation, sprich die Menschen müssen dorthin. Ein Bringservice könnte nicht nur die in ihrer Mobilität eingeschränkten Rentner mit Lebensmitteln beliefern, sondern auch jene, deren Schamgrenze zu hoch ist, um in die Neckarstraße zu gehen. „Dazu müssen wir jetzt die Basis legen, denn sonst kommt man immer schwerer an die Menschen heran“, sagt Kampe.

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