Von den drei städtischen Kitas in Bischofsheim befinden sich zwei im östlichen Teil und nur eine im Westen des Stadtteils. Deshalb soll die neue Kita dort entstehen. Ginge es nach dem Magistrat, am besten an der Rhönstraße. Archivfoto: Häsler

Maintal

Wohin kommt die zustätzliche Kita in Bischofsheim?

Maintal. Der Stadtteil Bischofsheim braucht eine neue städtische Kindertagesstätte – so viel ist seit dem im März von Fachbereichsleiterin Heidrun Barnikol-Veit vorgelegten Sachstandsbericht klar. Darüber herrscht unter Maintals Parlamentariern im Grunde auch Einigkeit. Die Frage ist: Wo soll sie entstehen?

Von David Scheck

Aber diese Frage sorgt bereits jetzt im frühen Planungsstadium für Debattenstoff. So etwa im Ausschuss für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung, Energie und Klimaschutz.

Der Bedarf ist dringend, die Plätze werden so zeitnah wie möglich gebraucht, das machte Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) in der Ausschusssitzung nochmals deutlich. Deshalb will die Stadt Maintal die Kita auf einem Gelände realisieren, das ihr bereits gehört. Denn der Kauf privater Flächen könnte das Vorhaben zeitlich deutlich verzögern. Der Magistrat hat für das Bauvorhaben eine Grünfläche an der Rhönstraße im Auge.

Magistrat bittet um eine MachbarkeitsstudieIn seiner Vorlage bittet der Magistrat, von der Stadtverordneten die Beauftragung für eine Machbarkeitsstudie zur Errichtung einer neuen Kita auf dem städtischen Grundstück zu erhalten. Das Ergebnis dieser Studie solle spätestens zur Beratung des Haushaltsentwurfs 2019 der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden.

Geplant ist eine fünfgruppige Kita mit 85 bis 96 Plätzen. Benötigt wird laut Sachtleber ein Grundstück in einer Größenordnung von rund 3000 Quadratmetern. Außerdem sollte sich die Fläche aus Gründen der guten Erreichbarkeit in einer integrierten Lage innerhalb des Stadtteils befinden. Nimmt man noch das eingangs erwähnte Kriterium der schnellen Verfügbarkeit – sprich die Fläche soll städtisch sein – hinzu, ergäben sich laut Magistrat „im westlichen Bereich des Stadtteils Bischofsheim kaum geeignete Flächen“.

Einzige Ausnahme: die beiden durch die Straße Am Wartbaum getrennten öffentliche Grünflächen an der Rhönstraße. Mit einer Größe von rund 5700 beziehungsweise 3700 Quadratmetern hätten beide Abschnitte genügend Potenzial, um dort den Kita-Bau zu realisieren.

Festplatz soll einbezogen werdenInnerstädtische Grünflächen für Bebauung zu opfern, das stieß bei FDP-Ausschussmitglied Klaus Gerhard auf starke Kritik. Auf der Fläche an der Rhönstraße gebe es alte und erhaltenswerte Bäume, so sein Einwand. Der Änderungsantrag seiner Fraktion fand allerdings keine Mehrheit, weder im Bau- noch im parallel tagenden Sozialausschuss. Ein Antrag der SPD dagegen fand Gehör: Der Festplatz soll als möglicher Standort in die Machbarkeitsstudie miteinbezogen werden.

Zwei Kita-Bauprojekte verfolgt die Stadt Maintal derzeit: Zum einen eine neue Einrichtung im Neubaugebiet an der Eichenheege in Dörnigheim, zum anderen in Bischofsheim – dort bis zur Veröffentlichung der Magistratsvorlage noch ohne konkreten Standort.

Die Situation in Maintals westlichem Stadtteil sei bezüglich fehlender Betreuungsplätze sehr angespannt, betont der Magistrat. So fehlten schon jetzt unter der ‧Annahme einer 50-prozentigen Betreuungsquote rund 60 U3-Plätze, außerdem rund 15 Kita-Plätze für Drei- bis Sechsjährige.

Keine weiteren Plätze trotz UmbaumaßnahmenZwar unterhält die Stadt in Bischofsheim bereits drei eigene Einrichtungen (Kita Gänsseestraße sowie die Familienzentren Schillerstraße und Ludwig-Uhland-Straße). Doch durch den Umbau dieser bestehenden Einrichtungen würden keine zusätzlichen Plätze geschaffen, sondern nur der Anteil der U3-Plätze erhöht. Das ginge zu Lasten der Plätze für die Drei- bis Sechsjährigen.

Fazit des Magistrats: „Der bereits bekannte und sich weiterhin abzeichnende Zusatzbedarf kann in Bischofsheim nur durch die Errichtung einer weiteren Kita gedeckt werden.“

Bei der räumlichen Verteilung sieht die Stadt den östlichen Teil Bischofsheims mit den Einrichtungen Schillerstraße und Ludwig-Uhland-Straße gut versorgt. Im westlichen Teil hingegen gebe es derzeit nur eine städtische Kita (Gänsseestraße).

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