Ohne die finanzielle Unterstützung hätten die Wildtierfreunde ihr Engagement zurückfahren müssen. Im Herbst machte die Vorsitzende Sonja Niebergall den TAGESANZEIGER auf die – nun gelöste – Notsituation des Vereins aufmerksam. Archivfoto: Zeh

Maintal

Wildtierfreunde: Stadt springt ein

Maintal. Die Stadt Maintal wird dem Verein Wildtierfreunde unter die Arme greifen und die Finanzierungslücke von 2500 Euro für das Jahr 2018 decken. Das ist das Ergebnis der Sitzung des Stadtparlaments am vergangenen Montagabend. Über die grundsätzliche Unterstützung des Vereins gab es unterschiedliche Standpunkte.

Von David Scheck

Für eine langfristige Lösung soll der Magistrat eine Vereinbarung mit den Wildtierfreunden abschließen. Beschlossen wurden nach der Diskussion zwei von drei Punkten eines Änderungsantrags der SPD. Demnach erhält der Verein Wildtierfreunde für das Jahr 2018 einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 2500 Euro. Außerdem wird der Magistrat beauftragt, mit dem Verein eine vertragliche Vereinbarung zur langfristigen Unterstützung in Höhe von jährlich 2500 Euro abzuschließen.

Entsprechend groß war die Freude bei den Wildtierfreunden, die von unserer Zeitung von der Entscheidung des Stadtparlaments erfuhren. „Das ist eine tolle Nachricht für uns. Ohne den Zuschuss hätten wir Einsparungen vornehmen müssen und einige Tiere nicht mehr aufnehmen können“, so Stationsleiterin Sabine Klein.

FörderrichtlinienEs sei eine grundsätzliche Frage, ob man die Wildtierstation in Maintal haben wolle oder nicht, brachte Herbert Hept die Sicht seiner Fraktion, der Wahlalternative Maintal (WAM), auf den Punkt. Diese war es auch, die im November, kurz nachdem der TAGESANZEIGER über die Bredouille der Wildtierfreunde berichtet hatte, einen Antrag eingebracht hatte, der eine finanzielle Hilfe seitens der Stadt Maintal vorsah. Die Förderrichtlinien der Stadt, nach denen eigentlich nur Vereine aus Maintal finanziell unterstützt werden dürfen, griffen bei den Wildtierfreunden nicht, argumentierte Hept.

Trotz dieses Plädoyers beantragte die WAM zunächst nur eine Geldspritze für dieses Jahr. Denn: Es solle nicht der Eindruck entstehen, eine Nachbarkommune steigt aus der finanziellen Unterstützung aus und Maintal übernimmt automatisch. Wie berichtet, hatte sich die Stadt Frankfurt zum Ende des Jahres 2017 aus der Unterstützung der Wildtierfreunde zurückgezogen und den jährlichen Zuschuss von 2500 Euro gestrichen.

„Eile ohne Not“Dennoch fand sich letztlich eine Mehrheit für den weitergehenden SPD-Änderungsantrag. Für diesen nicht erwärmen konnte sich die FDP. Deren Fraktionsvorsitzender Thomas Schäfer sagte in Richtung seiner Parlamentskollegen, dass sie sich in der Regel stets sehr schwer täten, wenn es um die Bezuschussung von Maintaler Vereinen gehe, und sprach deshalb bei der Entscheidung zugunsten der Wildtierfreunde von „Eile ohne Not“.

Keine Mehrheit fand Punkt 3 des SPD-Antrags. Dieser sah vor, dass der Magistrat damit beauftragt wird, mit den im Einzugsgebiet der Wildtierstation Maintal liegenden Kommunen und Landkreisen Gespräche zu führen, um diese ebenfalls zu einer langfristigen finanziellen Unterstützung der Wildtierfreunde zu bewegen. Das sei nicht Aufgabe des Magistrats, fand Grünen-Fraktionschefin Monika Vogel. Und auch Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) war nicht angetan von dieser Idee: „Wir machen kein Fundraising.“Ebenfalls keine Mehrheit fand ein Änderungsantrag der CDU, der den Magistrat damit beauftragt hätte, in einem gemeinsamen Gespräch mit den Wildtierfreunden und weiteren Experten auf diesem Gebiet, beispielsweise Förster und Jagdpächter, ein Konzept zu entwickeln, aus dem hervorgeht, wie die Stadt Maintal sich finanziell an der Versorgung verletzter Tiere aus der Gemarkung Maintal beteiligen kann.

Kündigung schon 2012

Ein kleines Kuriosum am Rande: Eigentlich ist die Kündigung der finanziellen Unterstützung der Wildtierfreunde durch die Stadt Frankfurt, genauer gesagt die Branddirektion Frankfurt, ein alter Hut. Denn der Vertrag wurde bereits zum 31. Dezember 2012 gekündigt, wie aus einem Schreiben der Stadt Frankfurt an die Stadt Maintal hervorgeht. Dort heißt es: „Die Kündigung kam jedoch bei dem Verein nicht an, sodass der Vertrag weiterhin Bestand hatte. Dies wurde erst im Jahr 2016 festgestellt. Der Vertrag wurde daher nunmehr zum 31.12.2017 erneut gekündigt.“

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