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Werner-von-Siemens-Schule: Erst Ganztag, dann Neubau

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Maintal. Immer mehr Grundschüler der Werner-von-Siemens-Schule brauchen vor und nach der Schule eine Betreuung. Seit sieben Jahren erledigt das der Verein SC Budokan im Brüder-Schönfeld-Haus. Diese eigentlich nur als Provisorium gedachte Praxis soll nun durch einen weiteren Neubau auf dem Schulgelände endlich ein Ende finden.

Von Monica Bielesch

Im Ausschuss für Soziales, Jugend, Sport und Kultur informierte Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) kürzlich darüber, dass die Siemensschule sich nun entschlossen hätte, für den Grundschulbereich einen Antrag auf das Ganztagsprofil 1 zu stellen. Dies sei die Voraussetzung dafür, dass nun auch räumliche Veränderungen für die Betreuung angegangen werden könnten.

Bisher bietet der Kooperationspartner SC Budokan die Grundschulkinder-Betreuung im „Regenbogenhaus“ in drei Modulen zwischen 6.30 und 18 Uhr an. Ursprünglich für 45 Kinder ausgelegt, müssten dort mittlerweile aufgrund der Nachfrage 75 Kinder betreut werden. Das heißt: Als vorübergehende Notlösung werden knapp 30 Dritt- und Viertklässler des Regenbogenhauses in zwei Containern auf dem Schulgelände betreut. „Diese Situation ist nicht mehr tragbar“, betonte Böttcher. Daher hätte eine Gesprächsrunde aller Beteiligten (die Siemensschule, der Budokan, der Fachdienst des Main-Kinzig-Kreises und der Stadt) nach Lösungen gesucht.

Wachsende SchuleDer dort entwickelte Vorschlag, dass auf Basis des Ganztagsprofils 1 eine schulische Ganztagsbetreuung entstehen soll, wurde nun von den Gremien der Schule bewilligt. Ein Einstieg in den Pakt für den Nachmittag sei hingegen nicht geplant, so Böttcher auf eine Nachfrage der Grünen Monika Vogel. Nun wolle die Schule ein entsprechendes Konzept ‧entwickeln und dieses dem Kreis und dem Schulamt vorlegen, bestätigte Schulleiterin Sabine Scholz-Buchanan auf Nachfrage unserer Zeitung. Angestrebter Ausbau des Ganztagsangebots für den Grundschulbereich ist das Schuljahr 2019/2020.

Ist der Grundschulbereich erst im Profil 1, dann könne perspektivisch ein Erweiterungsbau entstehen, so Böttcher. „Auch der Main-Kinzig-Kreis sieht einen Bedarf, denn es ist eine wachsende Schule.“ Waren es vor wenigen Jahren noch 500 Schüler, sind es aktuell rund 700, 280 davon alleine im Grundschulbereich.

AufstockungBis ein zusätzliches Gebäude realisiert sei, müsste jedoch eine weitere Interimslösung her. „Wir werden die bestehenden vier Container der Schule aufstocken, um die Betreuung der Grundschüler dort stattfinden zu lassen.“ Dies sei die einzige Lösung, denn die Betreuung müsse auf dem Gelände stattfinden.

Bezüglich der Finanzierung sei angedacht, dass die Stadt die einmaligen Kosten für die Aufstockung um vier Container übernehme (geschätzte 8000 Euro) sowie die Containermiete (rund 40 000 Euro im Jahr). Der Umzug aus dem Brüder-Schönfeld-Haus in die neuen Container ist angedacht für die Sommerferien im kommenden Jahr.

Positive PerspektiveLangfristig soll ein Neubau die Grundschulkind-Betreuung aufnehmen. Laut Kreis könnte dieser im günstigsten Fall Ende 2020 fertig gestellt sein, „wenn der Kreistag haushalterisch entsprechend priorisiere“, so Böttcher in ihrem Bericht. Gemäß dem Amtsleiter Schulwesen, Bau- und Liegenschaftsverwaltung des Kreises könnten die bislang im Haushaltsentwurf 2018 für die „Brandschutztechnische Sanierung“ vorgesehenen 1,5 Millionen Euro eine „mögliche Anlaufrate“ sein. Die Stadt hätte für die Container-Lösung noch Mittel im Haushalt 2018, informierte Böttcher. Für 2019 jedoch müssten neue Mittel in den Haushalt eingestellt werden.

In der Ausschusssitzung betonte Monika Vogel für die Grünen, dass sie einen Beitritt der Siemensschule zum Pakt für den Nachmittag als besseren, weil schnelleren Weg ansieht. Sebastian Maier (SPD) meinte, dass so schnell wie möglich die Voraussetzungen für einen Neubau zu schaffen seien. Schulleiterin Scholz-Buchanan ist froh über die positive Perspektive, die sich nun anbahnt. Schließlich werde die Siemenschule durch die umliegenden Neubaugebiete in der Prognose weiter wachsen.

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