Zu kaltes Licht, zu wenig Helligkeit im Straßenbereich. Die neuen LED-Leuchtmittel in den Laternen sind für viele Maintaler gewöhnungsbedürftig. Foto: Jan Max Gepperth

Maintal

Zu wenig Licht? Maintaler diskutieren über die neuen LED-Leuchten

Maintal. Wenn man des Nachts durch die Maintaler Straßen schlendert, wird dem einen oder anderen bereits aufgefallen sein, dass nicht mehr alles ist wie bisher. Denn seit die Maintal-Werke GmbH (MWG) im Jahr 2016 die Beleuchtung der Stadt übernommen hat, begann man die alten Leuchtköpfe durch neue LEDs zu ersetzen.

Von Jan Max Gepperth

Das scheint jedoch nicht jedem zu gefallen.

Christopher Frank ist einer jener Bürger, die nicht zufrieden mit der neuen Beleuchtung sind. „Wenn man reinschaut, wird man geblendet“, sagt der Bischofsheimer, „aber trotzdem ist es auf der Gasse dunkel.“ Wenn man die Straßen entlangschaue, könne man zwischen den Leuchtkegeln immer dunkle Stellen sehen. „Wenn eine ältere Dame da lang läuft, könnte sie vielleicht Unebenheiten auf dem Bürgersteig übersehen“, gibt Frank zu bedenken.

Diese punktuelle Beleuchtung läge an der Ausrichtung der Lampen, erklärt Stefan Schönfelder von der MWG. Die Lampen seien bewusst nur auf den öffentlichen Bereich ausgerichtet. „Das reduziert die Lichtemissionen.“ Doch genau dies ist den Bürgern ein Dorn im Auge, erklärt Margit Reitz. „Es leuchtet eben nur direkt unter der Lampe. Wenn ich nachts mit dem Fahrrad auf der Straße fahre, will ich da auch was sehen“, sagt sie empört. „Am liebsten hätte ich wieder die alte Beleuchtung zurück.“

14 weitere Laternen in Bischofsheim

Dass die Bürger die Ausleuchtung als teilweise zu dunkel empfänden, läge auch an den vorhandenen Standorten der Leuchtpunkte. „Wir haben gemerkt, dass in manchen Straßen zu wenige Straßenleuchten stehen. Da müssen wir nachbessern“, so Schönfelder.

Bisher ist geplant, dass zum Beispiel 14 weitere Laternen in Bischofsheim errichtet werden. Das ist allerdings nicht ohne Probleme. Durch die belasteten Böden im Bereich der Waldstraße, müsse die MWG mit mehreren Behörden in Kontakt treten, so Schönfelder. „Es kann sein, dass dadurch ein Zeitverzug entsteht.“ Dass mehr Lampen kommen sollen, ist ganz in Franks Sinne. „Die müssen sich nur mal nachts hier hinstellen und nach links und rechts schauen. Dann merken die doch, dass man nichts sieht.“

Testphase im Vorfeld

Genau das plant die MWG. Im Zuge einer sogenannten Nachtbegehung soll der aktuelle Bedarf nach weiteren Leuchtpunkten überprüft werden. Jede neue Leuchte benötigt hierzu ein Budget von ungefähr 1500 bis 2000 Euro. „Leider stellen wir aber auch fest, dass Bäume von den angrenzenden Grundstücken in die Straße wachsen, die die Lichtverhältnisse der Straßenbeleuchtung stark negativ beeinflussen“, erklärt Schönfelder.

„Ich frage mich halt, ob die sich das vorher überhaupt einmal angesehen haben“, kritisiert Frank. Doch tatsächlich gab es in Maintal zwischen 2017 und 2018 beispielsweise in der Wilhelmsbader Straße in Dörnigheim eine Testphase. „Wir wurden hierbei von Energienetz Mitte betreut“, schildert Schönfelder, „die haben auch Erfahrungsberichte aus dem Main-Kinzig-Kreis, wo die gleichen Leuchten verwendet werden.“ Bei Energienetz Mitte handelt es sich um den Eigentümer des Straßenbeleuchtungskabels. Die MWG fungiert in Maintal als Betreiber und Pächter der Leitungen und Eigentümer der Straßenbeleuchtung. Während dieses Tests gab es jedoch keinerlei Rückmeldungen.

1800 Lichter umgerüstet

Auch die Farbtemperatur der neuen Lampen ist nicht bei allen Bürgern beliebt, wie Gudrun Amthauer berichtet. „Die alte Beleuchtung war angenehm“, erklärt die 54-Jährige. „Ich kann die Notwendigkeit der neuen Beleuchtung verstehen, aber ich hätte mir einfach wärmeres Licht gewünscht.“ Diese Kritik überrascht den MWG-Mitarbeiter nicht. „Licht ist immer eine Art Gewohnheitssache. Das kenne ich auch aus meinem eigenen Umfeld.“

Die Entscheidung für die neuen Lampen in der Pilzform wurde gemeinsam mit der Stadt getroffen. Insgesamt ‧betreibt die MWG über 3000 sogenannte Lichtpunkte in Maintal. Bisher sind davon rund 1800 Lichter auf LED umgerüstet. Möglich war dies auch durch ein spezielles Förderprogramm.

"Das Gespräch suchen"

„Es wurde lange Zeit wenig in die Beleuchtung investiert. Außerdem wollen wir alle gemeinsam die gesetzten Klimaziele erreichen“, erklärt Schönfelder, „ohne LED geht es nicht. In diesem Zusammenhang sind wir auf die Fördermittel aufmerksam geworden.“ Durch die geförderte LED-Umrüstung wird eine Energieeinsparung von über 75 Prozent erreicht. Dies entspricht einer CO2-Einsparung von über 240 Kilogramm pro Jahr.

Insgesamt ist die MWG jedoch sehr froh darüber, dass man die Kritik offen äußere. „Wir wollen gerne mit den Leuten ins Gespräch kommen. Manchmal hilft es, wenn man sich schnell zusammensetzt und die Dinge gemeinsam ansieht“, stellt der Mitarbeiter der MWG klar. „Dann könne man sich manchmal viel Stress und Ärger sparen. Die Menschen müssen nur das Gespräch mit uns, Stefan Schönfelder und Felix Nolte, suchen.“ Ein möglicher Weg hierfür ist das Störungsportal der MWG auf deren Internetseite.

Christopher Frank ist sehr froh über diese Möglichkeit. „Es geht ja nicht darum, jemanden zu ärgern, sondern um die Sache an sich“, so der Bischofsheimer. Trotzdem habe er noch eine Anmerkung: „Im Fechenheimer Weg sind die Lampen anders konstruiert als in anderen Teilen Bischofsheim und dort ist die Straße nicht dunkel. Da die Laternen ohnehin ausgetauscht werden sollen, könnte man sich ja inspirieren lassen“, regt er an.

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