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Wende im Maintaler Vogelfänger-Fall

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Um das Missverständnis aufzuklären, brachte Andreas Romming, der selbst nicht auf dem Foto zu sehen sein wollte, einige der Exemplare mit, mit denen er Vögel beringt – zu wissenschaftlichen Zwecken, wie er betont. Foto: Scheck
Um das Missverständnis aufzuklären, brachte Andreas Romming, der selbst nicht auf dem Foto zu sehen sein wollte, einige der Exemplare mit, mit denen er Vögel beringt – zu wissenschaftlichen Zwecken, wie er betont. Foto: Scheck

Maintal. Groß war die Aufregung, als wir über vermeintliche Vogelfänger in Hochstadt berichtete. Nun entpuppte sich der Fall als unglückliche Verkettung von Umständen: Denn das Fangnetz, in dem sich eine Kohlmeise verfangen hatte, wurde vom Hobbyornithologen Andreas Romming aus Dörnigheim aufgestellt.

Von David Scheck

Dieser suchte die Redaktion auf, um das Missverständnis aufzuklären. Laut seinen Ausführungen fängt er Singvögel, Steinkauze, Schleiereulen und Turmfalken in Maintal, um sie im Auftrag des Instituts für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“ mit Sitz in Wilhelmshaven zu beringen. Der Fang diene ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken.Laut eigener Homepage betreibt das Institut „Grundlagenforschung und beschäftigt sich mit den vielfältigen Beziehungen zwischen Vögeln und ihrer belebten und unbelebten Umwelt“. Das Beringen der Vögel sei eine ehrenamtliche Tätigkeit, für die es eine Ausbildung benötige – die er natürlich habe, so Romming.Fangmethode schadet Tieren nichtDie Vögel, so beschreibt er, würden mit sogenannten Japannetzen, die unten taschenförmig sind, eingefangen. Diese Fangmethode schade den Tieren nicht. Die Beringung erfolge an seinem Auto, das sich in unmittelbarer Nähe befindet.

So wäre es auch jener Kohlmeise ergangen, die Mitte Oktober von dem anonymen Zeugen, mit dem unsere Zeitung vergangene Woche sprach, „gerettet“ wurde. Diese habe laut Romming übrigens wohl großes Glück gehabt. Denn die Verletzungsgefahr sei für den Vogel extrem hoch, wenn er nicht von einem Fachmann aus dem Netz geholt werde.Beweggründe nachvollziehbarEr selbst habe sich in unmittelbarer Nähe aufgehalten, nämlich in seinem Pkw, der hinter einer Hecke abgestellt war. Weshalb es ihn ein wenig verwundere, dass ihn der Passant, der die Kohlmeise aus dem Netz schnitt, nicht gesehen hat.Romming kann die ohne Zweifel gut gemeinten Beweggründe des vermeintlichen Helfers nachvollziehen, auch wenn dieser genaugenommen gegen das Bundesartenschutzgesetz verstoßen habe. Dieses untersage nämlich, einen Vogel mit nach Hause zu nehmen.Simple ErklärungDoch in erster Linie ärgert er sich über das beschädigte Netz, für ihn immerhin ein Kostenpunkt von 85 Euro. Ein Schaden, der hätte verhindert werden können. Denn laut dem Dörnigheimer seien auf seinen Fangnetzen – von denen er mehrere in Maintal aufstellt –, seitlich an der Abspannleine sein Name, seine Telefonnummer und ein Hinweis auf den Vogelfang zu wissenschaftlichen Zwecken angegeben.Und auch für die zwei Männer, die der Zeuge, mit dem unsere Zeitung in der vergangenen Woche gesprochen hat, in der Nähe des Netzes beobachtet hatte, hat Romming eine simple Erklärung: Nachdem er den Schaden festgestellt hatte, habe er die beiden gefragt, ob sie jemanden beobachtet hätten, der das Fangnetz beschädigt haben könnte.

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