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Weltfrauentag: Drei Maintalerinnen werden mit der Pflanzung von je einem Baum gewürdigt

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Von: Lena Bellon

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Mit bunten Herzen besprüht Dana Lorenz-Sengöz ihre Linde, um „etwas Farbe in die Landschaft zu bringen“. © Lena Bellon

„Brauchen wir denn noch einen Weltfrauentag?“ Diese Frage wird immer wieder gestellt. Eine Antwort darauf gab gestern die Veranstaltung im Dörnigheimer Frauenhain, als wieder drei Maintalerinnen mit der Pflanzung von je einem Baum geehrt wurden.

Drei Engagierte und selbstlose Frauen stehen dabei im Vordergrund, die für ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit gewürdigt werden. Gleich zu Beginn setzte sich Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) mit der erwähnten Frage zum Weltfrauentag auseinander. „Zwar gibt es mehr Frauen in Führungspositionen und viele starke weibliche Vorbilder, dennoch ist noch viel zu tun. Bei dem Thema 'Gewalt an Frauen' hat sich in den letzten 20 Jahren nicht besonders viel getan“, resümierte Böttcher. „Deshalb brauchen wir weiterhin starke Frauen, die sich füreinander und die Gemeinschaft einsetzen“, fuhr sie fort. 

Linden für Karin Fritsche, Dana Lorenz-Sengöz und Nieves Schwierzeck im Frauenhain in Maintal

Die zahlreichen Bäume am Frauenhain erzählen alle eine individuelle Geschichte und nun auch die von Karin Fritsche, Dana Lorenz-Sengöz und Nieves Schwierzeck. Zur Feier des Tages wurden Ansprachen für die drei Frauen gehalten. Viele Familien, Freunde und Gemeindemitglieder waren ebenfalls anwesend, um den Anlass zu feiern.

„Montags bleiben Krankheiten und negative Gedanken draußen.“ Das ist das Motto von Karin Fritsche, die seit 30 Jahren die Frauenhilfe der Dörnigheimer Kirchengemeinde leitet. „Mit Herz und Verstand gibt sie vielen Frauen Mut und bietet eine gemütliche Runde am Montagabend“, berichtete Pfarrerin Ines Fetzer, die eine kleine Laudatio für Karin Fritsche hielt. „Wir pflanzen hier einen lebendigen Baum für eine noch lebendigere Frau“, sagte Fetzer abschließend. 

Während Live-Musik erklang, wurde die erste Namensplakette angeschraubt. Mit Freude kündigte Annika Frohböse, städtische Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, schon die nächste Ehrung an. Dana Lorenz-Sengöz blickt auf eine lange Liste mit vielseitigem Engagement zurück. 

Vielseitiges Engagement in vielen Bereichen wird mit Baumpflazung geehrt

Angefangen als Praktikantin im Frauenbüro und weitergebildet als Kampfrichterin in der Leichtathletik ist die zweifache Mutter nicht zu stoppen. Auch im Tierheim engagiert sie sich, veranstaltet Müllsammelaktionen und wirkt im Leihladen in Dörnigheim mit. Für ihr vielseitiges Engagement bekam sie nun ebenfalls eine Linde. Um sie einzigartig zu machen, besprühte sie ihren Baum mit bunten Herzen. „Das bringt ein wenig Farbe in die Landschaft“, begründete Lorenz-Sengöz die Verzierung. 

Der dritte Baum, der den Namen von Nieves Schwierzeck erhält, erzählt von nun an die besondere Geschichte einer starken Frau. Als sie vor vielen Jahren die Diagnose „Brustkrebs“ bekam, riss es ihr den Boden unter den Füßen weg. Aber aufzugeben ist keine Option für die zweifache Mutter. In der Gruppe der Frauenselbsthilfe nach Krebs findet sie wieder zu sich und hilft auch den anderen Frauen, wieder an sich zu glauben. 

Große Freude bei den Frauen über die Ehrung zum Weltfrauentag

Als sie die Gruppe schließlich übernimmt, steckt sie viel Herzblut in das Projekt, um allen Mitgliedern zu vermitteln: „Du bist nicht alleine. Wir sind stark – Trotz Krebs!“ Nach der Ehrung zog sie gestern ein Fazit: „Ich fühle mich toll, dass ich einen Baum erhalten habe. Im Sommer werde ich mit Freunden und Familie sicher darunter sitzen und ein Picknick machen“, freute sich Schwierzeck.

In vielen Bereichen in der Gesellschaft gibt es also bereits kreative, organisierte und starke Frauen, die viel bewirken. Aber solange es noch notwendig ist, darauf hinzuweisen, gibt es noch viel zu tun. Über die Notwendigkeit des Weltfrauentages sollte also erst wieder diskutiert werden, wenn starke weibliche Persönlichkeiten auf allen denkbaren Ebenen selbstverständlich geworden sind.

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