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"WeinLese": Besucher können sich auf gute Mischung freuen

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Gestaltet das Rheingau Literatur Festival mit: Der Hochstädter Literaturprofessor Heiner Boehncke. Foto: PM
Gestaltet das Rheingau Literatur Festival mit: Der Hochstädter Literaturprofessor Heiner Boehncke. Foto: PM

Maintal. Der Hochstädter Literaturprofessor Heiner Boehncke ist Künstlerischer Leiter des Literaturprogramms „WeinLese“, das im September an das renommierte Rheingau Musik Festival anschließt. Im Interview mit dem HA verrät der Professor, wie er zum Rheingau Literatur Festival gekommen ist und was seine persönlichen Höhepunkte des Literaturfestivals sind.

Von Martina Faust 

Lauschige Weingüter, herrschaftliche Burgen, restaurierte Kirchen und prächtige Schlösser inmitten idyllischer Weinberge. Das ist die perfekte Kulisse für Literatur. Und so schließt sich an das renommierte Rheingau Musik Festival im September das Literaturprogramm der „WeinLese“ an, dessen Künstlerischer Leiter Heiner Boehncke ist.

Der Hochstädter Literaturprofessor lebt für das geschriebene Wort und schwärmt vom Rheingau als „einer der schönsten Kulturlandschaften in Europa“. Da lag es nahe, beides mit der „WeinLese“ zusammenzuführen. Im Interview mit dem HA spricht Prof. Dr. Heiner Boehncke über seine Aufgaben als Künstlerischer Leiter und den besonderen Charme der „WeinLese“.Auf welchem Weg fanden Sie zum Rheingau Literatur Festival?Ich war Literaturredakteur beim Hessischen Rundfunk und schlug meinem Chef eine Kooperation mit dem Festival vor. Nicht ganz uneigennützig. Ich mag den Rheingauer Riesling, gute Literatur und die wunderbare Landschaft. Dann wurde die Position des Künstlerischen Leiters frei und ich bekam sie.Welche Aufgaben fallen Ihnen als Künstlerischem Leiter zu?Ich bin für die Auswahl der eingeladenen Autorinnen und Autoren verantwortlich, moderiere einige Lesungen und leite die Jury des Rheingau Literatur Preises. Die Preisträgerin oder der Preisträger bekommt ein ordentliches Preisgeld von 11 111 Euro und, was es nur beim Rheingau Literatur Preis gibt: 111 Flaschen besten Rheingauer Wein. Auch deshalb ist gerade dieser Preis so beliebt.Wann beginnen die Vorbereitungen für das Festival?Mit den Vorbereitungen des nächsten Festivals im September 2017 beginnen wir jetzt im September. Da erfahren wir von den Autorinnen und Autoren interessante Neuigkeiten. Wessen grandioser Roman wird erscheinen, wer wird nach Jahren der Ankündigung endlich mit seinem Manuskript fertig, wen können wir fürs nächste Jahr gleich noch einmal engagieren? Wie überall bekommt man die besten Informationen im Gespräch. Bei einem Glas Riesling.Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der Autoren?Nach Qualitätskriterien. Die sind auf dem Gebiet der Literatur immer auch subjektiv. Meine Kollegen und ich müssen von einem Buch begeistert sein, sonst springt der Funke nicht aufs Publikum über. Wir fragen uns auch immer, ob die oder der in den Rheingau passt, zu unserem Publikum. Die Eingeladenen sollten selbst gern in einem Weinkeller, in alten Klostergemäuern oder in einem großen Saal auf Schloss Johannisberg vorlesen.Haben Sie auch eine persönliche Affinität zum Rheingau?Die habe ich und sie wächst von Jahr zu Jahr. Kultur – wozu auch die Weinkultur gehört – und die Landschaft mit den Weinbergen, den Städtchen, Kirchen, Klöstern und Schlössern verbinden sich im Rheingau auf einmalige Weise. Der Rhein hat im Rheingau seine breiteste Stelle. Er krönt diese herausragende Kulturlandschaft.Weshalb trägt das Festival den Namen „WeinLese“?Weil das Festival mit dem Beginn der Weinlese zusammenfällt und man beides lesen kann: Wein und Bücher.Was unterscheidet die Literaturveranstaltungen der „WeinLese“ von anderen Lesungen? Zuerst das Ambiente. Dann aber auch die Gespräche der Moderatoren mit den Autoren. Die Mischung aus Lesung und Gespräch hat sich sehr bewährt.Welche Eigenschaften haben Wein und Literatur gemeinsam?Beide kann man in Ruhe genießen. Je mehr man sich auf beide einlässt, desto intensiver ist der Genuss. Beide sind „geistige Nahrung“.Worauf können sich die Besucher des Literaturfestivals in diesem Jahr freuen?Auf eine gute Mischung. Spannende Krimis, neue Romane, historische Schätze.Gibt es einen verborgenen Schatz unter den Terminen?Die dumme Antwort würde lauten: Bei uns gibt es nur Schätze. Es gibt aber zwei Besonderheiten. Zwei Buchpremieren. Das neue Buch von Hans Sarkowicz und Heiner Boehncke „Der literarische Rheingau“ wird ebenso druckfrisch präsentiert wie die wunderschöne Neuausgabe der „Ansichten vom Niederrhein“ des Weltumseglers Georg Forster am 17. September.Was ist Ihr persönlicher Höhepunkt, dem Sie entgegenfiebern?Das ist Ilija Trojanow mit seinem hoch aktuellen Buch „Meine Olympiade“.

Die Termine der „WeinLese“ im Überblick:

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