Nicht nur die Norma-Mitarbeiter machten ihrem Unmut Luft: Es protestierten auch Angestellte von Honeywell, VAC und ABB. Somit nahmen rund 120 Menschen am Streik teil. Foto: Kalle

Maintal

Warnstreiks: Norma Group macht den Auftakt

In den Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite in der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall Hanau-Fulda die ersten Warnstreiks gestartet. Den Auftakt machte am Montagabend die Norma Group in Maintal, es kamen aber auch Kollegen von Honeywell, VAC und ABB. Es protestierten rund 120 Menschen.

Die dortige Nachtschicht war ab 20.45 Uhr dazu aufgerufen, ihre Arbeit für rund drei Stunden niederzulegen. Am Dienstag sollen die Warnstreiks weitergehen, dann bei der Vacuumschmelze (VAC) in Hanau.Die Gewerkschaft fordert in den aktuellen Verhandlungen neben sechs Prozent mehr Geld für zwölf Monate einen Anspruch für alle 3,9 Millionen Beschäftigten auf zeitweise Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden. Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder sowie pflegende Familienangehörige sollen zusätzlich einen Teillohnausgleich erhalten, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren.Besonders die letzte Forderung wird von den Arbeitgebern scharf abgelehnt und als illegal bezeichnet, weil daraus Ungleichbehandlungen gegenüber Mitarbeitern entstünden, die jetzt schon ohne Ausgleich in Teilzeit arbeiten. Sie haben bislang Lohnzuwächse von zwei Prozent plus einer Einmalzahlung angeboten und eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten nach oben verlangt. „Nach zwei Verhandlungsrunden mit den Arbeitgebern müssen wir feststellen, dass wir nur am Verhandlungstisch nicht weiter kommen. Die Arbeitgeber brauchen offensichtlich den Druck aus den Betrieben“, teilte Robert Weißenbrunner, erster Bevollmächtigter der IG Metall Hanau-Fulda, im Vorfeld der Warnstreiks mit.

Dreistündiger WarnstreikWie Klaus Ditzel, Betriebsratsvorsitzender der Norma Group in Maintal, rechnete auf eine entsprechende Nachfrage unserer Zeitung mit Geschlossenheit in den Reihen der Mitarbeiter. „Die Produktion wird komplett stillstehen“, zeigte sich Ditzel überzeugt. In der Nachtschicht würden derzeit zwischen 50 und 70 Leute arbeiten, einige befänden sich noch im Urlaub, so der Betriebsratschef.Geplant war, dass sich auch die Beschäftigten im Norma-Tochterwerk im thüringischen Gerbershausen an dem dreistündigen Warnstreik beteiligen. Die Streikenden dort sollten via Skype direkt zu ihren Kollegen in Maintal dazugeschaltet werden, erläuterte Ditzel das geplante Prozedere. Sitz der Zentrale der Norma Group ist an der Edisonstraße im Maintaler Gewerbegebiet Mitte. So machten rund 120 Menschen ihrem Unmut Luft, denn die Norma-Mitarbeiter bekamen Unterstützung von Kollegen von Honeywell, Vacuumschmelze und ABB.

Am Dienstag Arbeitsstillstand bei der VACFür den heutigen Dienstag hat die IG Metall Aktionen bei der Hanauer Vacuumschmelze angekündigt. Die Beschäftigten der Frühschicht um 9.30 Uhr, der Spätschicht um 20.30 Uhr und der Nachtschicht um 22.30 Uhr am Grünen Weg sowie deren Kollegen am Standort an der Ehrichstraße seien zum Warnstreik aufgerufen. Weitere Arbeitsniederlegungen seien in Vorbereitung, so die Gewerkschaft.Am 18. Januar sollen die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft in Saarbrücken in die dritte Runde gehen. das/dpa

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