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Votum für Festplatz als Standort für neuen Mobilfunkmast

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Ein bis zu 50 Meter hoher Mobilfunkmast wird auf dem Hochstädter Festplatz entstehen, sofern der Betreiber Vodafone keine anderweitige Absprache mit Privatpersonen trifft. Foto: Klaus Stricker/pixelio.de
Ein bis zu 50 Meter hoher Mobilfunkmast wird auf dem Hochstädter Festplatz entstehen, sofern der Betreiber Vodafone keine anderweitige Absprache mit Privatpersonen trifft. Foto: Klaus Stricker/pixelio.de

Maintal. Drei Standorte waren im Gespräch. Am Ende fiel die Entscheidung zugunsten des Hochstädter Festplatzes aus. Dort dürfte Vodafone einen neuen Mobilfunkmast errichten, um vor allem im Westen des Stadtteils eine entsprechende Netzabdeckung zu gewährleisten.

Von Martina FaustDer Standort sagt nicht allen zu. Vor allem nicht Anika Hensel und Annette Heß, die sich im Vorfeld der Abstimmung am Dienstagabend im Bauausschuss mit einem Schreiben an dessen Mitglieder gewandt hatten. Darin sprachen sie sich gegen den Kerbplatz aus und regten an, Vodafone stattdessen den Standort nahe des neuen Wasserhochbehälters in der Hartig vorzuschlagen.

Hensel und Heß sprechen sich gegen Standort Kerbplatz aus

Uns ist bewusst, dass wir eine Mobilfunkanlage in Hochstadt nicht gänzlich verhindern können. Wir sind jedoch der Meinung, dass der Standort am Kerbplatz einer der denkbar ungünstigsten Plätze ist“, wiederholte Annette Heß die Bedenken. Der Hochstädterin war im Ausschuss Rederecht zu diesem Tagesordnungspunkt eingeräumt worden.

Heß störte sich vor allem an den Hinweisen auf den „beliebten Naherholungsbereich“ und das „schützenswerte Landschaftsbild“, die aus Sicht des Magistrats gegen den 2003 beschlossenen Standort am Alten Wasserhochbehälter nahe des Schützenhäuschens sprechen. „Gewiss gehen hier Leute spazieren, aber länger verweilen, das macht eigentlich kaum jemand. Im Gegensatz hierzu wird der Kerbplatz von vielen Kindern und Jugendlichen täglich für Freizeitaktivitäten genutzt“, erläuterte Heß. Sie warf daher die Frage auf, ob ein Gebäude schützenswerter sei als die Bürger.

Kerbplatz wird von vielen Kindern und Jugendlichen in ihrer Freizeit genutzt

Alternativ verwies sie auf den dritten Vorschlag, ein städtisches Grundstück nahe des neuen Wasserhochbehälters. Aus Sicht des Magistrats wäre die Bereitstellung dieser Fläche planungsrechtlich und technisch aufwändig, zumal der Mast dort noch höher gebaut und mit einer stärkeren Sendeleistung ausgestattet werden müsste, um das Versorgungsgebiet im Hochstädter Westen zu erreichen. „Natürlich, es wäre kostspieliger“, so die Hochstädterin, aber machbar.

Tatsächlich bezogen die Ausschussmitglieder die Anregungen in ihre Überlegungen mit ein. „Auch ich halte den Festplatz für einen ungünstigen Standort“, machte Hartmut König (Grüne) deutlich und verwies auf die dortigen Spiel- und Aufenthaltsbereiche sowie die Feste. Klaus Gerhard (FDP) favorisierte indessen den Festplatz, brachte aber auch die Erweiterungsfläche für den neuen Friedhof ins Gespräch. Allerdings haben die Stadtverordneten schon vor einigen Jahren entschieden, dass sie neben festen Mindestentfernungen zur Wohnbebauung keine Sendemasten auf Friedhöfen wollen.

Ausschuss hat sich mit Entscheidung schwer getan

„Wir sehen am Festplatz den geringsten Einfluss, haben uns aber mit der Entscheidung auch schwer getan“, so der Erste Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos). Er verstehe, dass man so einen Mast eigentlich nirgendwo haben wolle. „Aber das ist bei vielen Infrastruktureinrichtungen so. Ich verweise nur auf die Strommasten. Aber wenn wir keinen Standort anbieten, wendet sich der Mobilfunkbetreiber an Privatpersonen“, fügt er hinzu.

Das konnte Ferdi Hesse (CDU) nur bestätigen, der anmerkt, dass der Mobilfunkbetreiber bereits zwei Privatpersonen angefragt habe, die bereit seien, das Angebot anzunehmen. Er plädierte daher für ein zügiges und klares Votum zugunsten des Festplatzes. Das gab es schließlich auch mit den Stimmen von CDU und FDP. Damit kann Vodafone nun mit dem Standort planen.

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