1. Startseite
  2. Region
  3. Maintal

Vorplanung zum neuen Real vorgestellt

Erstellt: Aktualisiert:

So könnte das Real-Gelände am östlichen Dörnigheimer Ortseingang in ein paar Jahren aussehen: Rechts, entlang der Kennedystraße, soll mit mehreren Geschossen eine echte städtebauliche Kante entstehen. Visualisierungen: Plan w65 Architekten GmbH
So könnte das Real-Gelände am östlichen Dörnigheimer Ortseingang in ein paar Jahren aussehen: Rechts, entlang der Kennedystraße, soll mit mehreren Geschossen eine echte städtebauliche Kante entstehen. Visualisierungen: Plan w65 Architekten GmbH

Maintal. Bereits seit etlichen Jahren wird über die Gestaltung des Geländes am östlichen Ortseingang von Maintals größtem Stadtteil diskutiert. Einen ersten Eindruck, wie das Areal einmal aussehen könnte, bekam die Öffentlichkeit am Donnerstagabend bei einer Informationsveranstaltung.

Von David Scheck

Der Bereich um die Kreuzung Kennedystraße/Kesselstädter Straße/Berliner Straße ist städtebaulich gesehen ein neuralgischer Punkt – oder deutlicher gesagt, ein Schandfleck: Auf der Nordseite das wenig einladend wirkende „Opel-Eck“, zweifellos eine Fläche mit Potenzial, aber architektonisch alles andere als ansprechend. Und auf der Südseite das auch nicht gerade reizvolle Gebäude, in dem sich der Real-Markt befindet, und die „Blechwüste“, wie Maintals Erster Stadtrat Ralf Sacht‧leber (parteilos) den gro‧ßen Parkplatz des Einkaufsmarkts gerne nennt.Die Idee zur Neugestaltung dieses Areals existiert schon lange, Pläne gab es dazu auch schon. Diese änderten sich in den zurückliegenden Jahren mit dem Wechsel der Besitzer. Jetziger Eigentümer sind die Lüder Gruppe aus Hildesheim, die laut eigenem Portfolio unter anderem insgesamt zehn Real-Märkte bundesweit ihr Eigen nennt, sowie Real selbst.

Bei dem, was nun der Öffentlichkeit präsentiert wurde, handelt es sich um den Vorentwurf des Bebauungsplans. Heißt also: Alles, was bisher in Visualisierungen dargestellt wird, ist nicht in Stein gemeißelt, sondern kann und wird wahrscheinlich bei der weiteren Planung verändert, überarbeitet, verbessert.

Stadt hat Vorgaben an den InvestorVöllig frei planen kann der Investor allerdings nicht, es gibt städtebauliche Vorgaben seitens der Stadt Maintal. Allem voran jene, dass die Bebauung bis zur Kennedystraße heranreichen soll – um damit eine bauliche Kante zu schaffen und die erwähnte „Blechwüste“ verschwinden zu lassen. Der an die Straße angrenzende Gebäudeteil soll – um den städtebaulichen Charakter zu unterstreichen – mehrere Geschosse bis zu einer Höhe von 16 Metern haben. Im rückwärtigen Bereich wird der neue Real wie bei Einkaufsmärkten üblich eingeschossig bleiben.

Stand der jetzigen Planung ist darüber hinaus, den Hauptgebäuderiegel von Norden (Kennedystraße) nach Süden (Wingertstraße) zu ziehen. An dessen Südostecke schließt sich dann in Richtung Osten die Zeile an, in der weitere Läden realisiert werden können. Der Anwohnerbereich an der Wingertstraße soll zukünftig mit einer Lärmschutzwand von der Geräuschkulisse des Vollversorgers bestmöglich abgeriegelt werden. In diesem Zusammenhang würde auch die jetzige Ausfahrtssituation, bei der man mit dem Pkw einmal um das Real-Gebäude herumfährt, um das Gelände zu verlassen, beendet werden. Stattdessen sieht der Vorentwurf zwei Ein- beziehungsweise Ausfahrten an der Kesselstädter Straße vor. Diese könnte die Stadt Maintal verwirklichen, da sie die Baulast für die Landesstraße von Hessen Mobil übernehmen will.

So weit die Kernpunkte der Stadt und des Planungsbüros Holger Fischer aus Linden. Rund 20 Bürger waren am Donnerstag ins Kolleg im Eulen-Pub an der Maintal-Halle gekommen, darunter einige Anwohner. Sie hatten die Möglichkeit, Fragen zu stellen und eigene Vorschläge oder Anregungen einzubringen. Dabei wurde deutlich, dass die Stadt gut daran tut, die Öffentlichkeit von Beginn an einzubinden – ganz abgesehen davon, dass die frühzeitige Bürgerbeteiligung ohnehin rechtlich vorgeschrieben ist.

Fragen zur Anbindung kamen aufDenn Fragen kamen schnell auf: Wie sieht es mit der Erreichbarkeit des Einkaufszentrums zu Fuß von der Wingertstraße kommend aus, wenn dort eine Lärmschutzwand einen geschlossenen Riegel bildet? Wird es bei der Neugestaltung einen Radweg zwischen Real-Gelände und Kesselstädter Straße geben? Wie soll die durch Müll entstehende Geruchsbelästigung für die benachbarten Anwohner gemindert werden? Wird die Lärmschutzwand die Geräuschkulisse durch den Anlieferungsverkehr in den frühen Morgenstunden wirklich auf ein erträgliches Maß reduzieren können? Was wird aus den im Boden eingelassenen Kesseln der ehemaligen Tankstelle?

Fragen, von denen einige in Gutachten, die derzeit erstellt werden, geklärt würden, sagten Sachtleber und Frederic Bode vom Planungsbüro Fischer. Sie rechnen, bis Herbst in die nächste Offenlage gehen zu können – dann unter anderem auch mit den Einwendungen der Bürger.

Der Investor, sagte Sachtleber, hätte gerne schon 2019 mit dem Abriss und an‧schließendem Neubau begonnen. Das halte er aber für unrealistisch, so der Erste Stadtrat, der 2020 als Starttermin prognostizierte.

Die Planunterlagen mit dem Titel Bebauungsplan „Zwischen Kennedystraße und Alter Kesselstädter Weg“ liegen noch bis 15. Juni in der Stadtverwaltung, Klosterhofstraße 4–6 (Altbau zwischen den Zimmern A005 und A 006), aus. In dieser Zeit können sich die Bürger über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung informieren und schriftlich sowie mündlich äußern. Die Planunterlagen sind zudem auf der Internetseite der Stadt Maintal veröffentlicht. www.maintal.de

Auch interessant