Ein Kritikpunkt: die zu hohe Geschwindigkeit, mit der viele Autofahrer in der Bahnhofstraße unterwegs sind. Eine Lösung: Tempo 30. Archivfoto: Kalle

Maintal

Verkehrskonzept sieht Änderungen für die Bahnhofstraße vor

Maintal. Eine gewachsene Stadtachse. Das ist die Charakterisierung der Bahnhofstraße in Dörnigheim im Integrierten Verkehrsentwicklungsplan der Stadt. Als Verbindung zwischen dem Bahnhof Maintal-Ost und dem Altstadt- beziehungsweise Geschäftsbereich ist sie eine Hauptverkehrsstraße. Das gefällt nicht jedem Anwohner.

Von Martina Faust

Aus Sicht von Walter Ebert ist die Verkehrssituation auf der Bahnhofstraße unhaltbar. Er kritisiert die Engstelle an der Einmündung in den Backesweg, die Verkehrsdichte und die hohe Geschwindigkeit, mit der viele Autofahrer auf der Straße unterwegs seien. „Im Backesweg sieht die Situation viel besser aus“, unterstreicht er und spricht sich deutlich für eine geänderte Verkehrsführung aus.

Mit dieser Sicht steht er nicht allein da. Als 2017 der Integrierte Verkehrsentwicklungsplan als Leitbild für den Verkehr in Maintal erstellt wurde, richtete sich das Augenmerk der Beteiligten – Vertreter aus Politik, Bürgerschaft, Verwaltung und Mitarbeiter eines Planungsbüros – auch auf diese beiden zentralen Dörnigheimer Verkehrsstrecken. Denn tatsächlich erkannte man hier einige Defizite. „An der Einmündung zum Backesweg liegt die Vorfahrtsregelung auf der Bahnhofstraße. Hinsichtlich der Fahrgeometrie der Busse und der Verkehrsmengen und -ströme ein zu überdenkendes Szenario“, heißt es in dem Konzept.

Pressestelle der Stadt bestätigt die Überlegungen

Entsprechend bestätigt die städtische Pressestelle auf Nachfrage, dass es Überlegungen für eine geänderte Verkehrsführung im Bereich von Bahnhofstraße und Backesweg geben soll und beruft sich auf zwei Varianten, die im Integrierten Verkehrsentwicklungsplan genannt werden. Diese basieren darauf, dass beide Straßen verkehrlich die gleiche Aufgabe erfüllen und damit auch die gleiche Funktion haben könnten. Ein Vorschlag sieht vor, Bahnhofstraße und Backesweg als gegenläufige Einbahnstraßen auszuweisen. In diesem Zug könnten die Parkflächen optimiert und der Radverkehr in beide Richtungen ausgewiesen werden. Ebenfalls denkbar wäre, den Backesweg als Verkehrsachse und die Bahnhofstraße als Stadtachse mit städtebaulichem Gestaltungsschwerpunkt zu stärken und in diesem Zug die Tempo-30-Zone zu erweitern, um den Wohnstraßencharakter zu unterstreichen. Nicht zuletzt auch, indem der Bedarf an Parkplätzen berücksichtigt wird, während sich auf dem Backesweg anbietet, den Straßenraum sowohl für Pkw- als auch Radverkehr zu nutzen und Stellflächen bereit zu stellen.

„Je nach gewählter Konzeption ist eine Anpassung des Knotenpunkts 'Bahnhofstraße/Backesweg' mit veränderter Vorfahrtsregelung zu empfehlen beziehungsweise erforderlich. In beiden Fällen ist zudem die Anbindung des Backeswegs an die Kennedystraße hinsichtlich der Verkehrsabläufe und -qualität zu überprüfen“, heißt es im Integrierten Verkehrskonzept.

„Am besten direkt hier, an der Bahnhofstraße in Dörnigheim“

Doch wann sich auf der Bahnhofstraße tatsächlich etwas ändert, steht in den Sternen. „Wann die Verkehrsführung auf der Bahnhofstraße geändert werden könnte, können wir im Moment nicht absehen“, heißt es auf Nachfrage aus der Pressestelle. Für Walter Ebert ernüchternd. „Es würde ja schon helfen, wenn man eine Rechts-vor-Links-Regelung einführt, um die Geschwindigkeit, mit der viele Autofahrer hier unterwegs sind, zu drosseln.“ Auch eine abschnittsweise Einbahnstraßenregelung hält er für zielführend. „Und ganz wichtig wäre eine andere Lösung im Kreuzungsbereich von Backesweg und Bahnhofstraße“, unterstreicht der Dörnigheimer, der sich wünschen würde, dass in einer öffentlichen Sitzung zur Verkehrssituation auf der Bahnhofstraße sowohl Anwohner als auch Politik und Verwaltung miteinander ins Gespräch kommen – „am besten direkt hier, an der Bahnhofstraße in Dörnigheim“.

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