Im Herzen von Maintals Wasserspeicher: Diplom-Ingenieur Kai Vahnenbruck (Mitte) führt eine handverlesene Schar von Besuchern durch den frisch renovierten Außentrakt des Wasser-Hochbehälters. Stichwort „frisch“: 2800 Kubikmeter Trinkwasser in bester Lebensmittelqualität werden hier bald für die Maintaler Bürger vorgehalten. Foto: Mike Bender

Maintal

Unterwegs im Trinkwasser-Hochbehälter der Maintal-Werke

Maintal. Aller guten Dinge sind drei! Im Oktober 2017 erhaschte eine ausgewählte Besuchergruppe erstmals außergewöhnliche Einblicke in Maintals Wasserspeicher, den mächtigen Trinkwasser-Hochbehälter der Maintal-Werke GmbH (MWG) in der Hochstädter Hartig.

Von Christian BalkeMöglich war dies durch die Sanierung des 45 Jahre alten Zweikammer-Frischwasserspeichers, dessen erste, große Kammer im August 2018 zum zweiten Mal für handverlesene Besucher offen stand. Nachdem die große Kammer mittlerweile wieder mit 4800 Kubikmetern Spessart-Wasser geflutet ist, führte Kai Vahnenbruck, Technische Führungskraft für Trinkwasser bei den Maintal-Werken, nun zum dritten Mal Besucher durch das spektakuläre Innenleben des Wasserspeichers.

Freilich nicht mit Neopren-Tauchanzug und Flossen, sondern in Gummistiefeln. Ging es diesmal doch durch die zweite, die „kleine“ Kammer des Hochbehälters, die in ‧geflutetem Zustand „nur“ 2800 Kubikmeter Wasser fasst. Der ringförmig um den Speicher verlaufende „Wasserschlauch“ ist 200 Meter lang, vier Meter breit und bis zu sechs Meter hoch.

Weiße Stiefel für die Hygiene

Die 7000 Kubikmeter Wasser, die in Hochstadt bald wieder vorgehalten werden, entsprechen – so könnte es jedenfalls der einst passionierte Handballer Vahnenbruck von der MWG erklären – einem etwa neun Meter tiefen Becken von der Größe eines Handballfeldes. Genug Platz also für ein Dutzend Besucher, die der Diplom-Ingenieur den futuristisch anmutenden, dunklen Gang entlang führte. Wobei die schmucken, weißen Stiefel einen klaren farblichen Kontrast zur dunkelgrauen Innenwand darstellten. Wie die große Kammer auch wurde die Außenkammer mit einem höchst-undurchlässigen Spezialbeton ausgekleidet, der weder Wasser einsickern lassen noch Teilchen an das Wasser abgeben darf.

Die Stiefelchen waren freilich kein modisches Statement von „Hausherr“ und MWG-Geschäftsführer Wilfried Weber, der ebenfalls mit Interesse dabei war. Sie sind vorgeschrieben: „Wir befinden uns in einer Trinkwasser Hygienezone, deshalb die weißen Stiefel, die für Lebensmittel verarbeitende Betriebe vorgeschrieben sind“, sagt Experte Vahnenbruck, „inklusive des Durchquerens einer Stiefelschleuse mit Desinfektionsmittel vor dem Einstieg in die Wasserkammer“.

Nächste Ortsbegehung: 2050

Ebenfalls Gast der Exkursion: Ralf Sachtleber, Erster Maintaler Stadtrat. Er hört, wie die anderen Gäste auch, wie MWG-Ingenieur Vahnenbruck das weiche, schmackhafte Maintaler Wasser lobt, das in einer 120 Zentimeter im Querschnitt messenden Pipeline vom Spessart und vom Vogelsberg nach Hochstadt transportiert wird: „Das Maintaler Wasser ist ein Mischwasser aus dem Vogelsberg, dem Spessart und aus unserer Brunnenanlage in Wachenbuchen“, sagt Vahnenbruck, der gespannt ist, wie die Flutung des Außenringes verlaufen wird.

Der wird – ebenso wie der größere Innenbehälter im vergangenen Jahr -– erst einmal penibel keimfrei gereinigt und dann nach und nach geflutet. Die Möglichkeit einer Ortsbegehung im Hochwasserbehälter soll es nach dem Willen der Maintal-Werker erst in Jahrzehnten, weit jenseits von 2050, wieder geben. Dann, wenn das „Ufo“ in der Hochstädter Hartig wieder saniert werden muss.

Wasserturm ist die bekannteste Methode, für Trinkwasser ein Gefälle zu schaffenEin Hochbehälter ist allgemein ein Wasserspeicherreservoir, das der Wasserversorgung mit Trinkwasser oder Nutzwasser dient. Das Wasser wird bei Lagerung in Hochbehältern durch die Schwerkraft in das Wasserversorgungssystem eingespeist. Hochbehälter können im ebenen Gelände selbst als Turm-Gebäude stehen, der klassische Hochbehälter in deutschen Städten ist und war der Wasserturm mit Tank. Seltener gibt es Dachspeicher, die auf Gebäuden stehen. In gebirgigen Gegenden stehen die Speicher als Bauwerke auf Hängen, Hügeln und Bergen, als freistehende Tanks, überdachte Becken. cwb

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