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Umgang mit Alkohol: Suchtberatung auf Festen unterwegs

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Standbetreiber und Jugendliche sollen auf den Maintaler Festen von den Scouts über das Jugendschutzgesetz aufgeklärt werden. Archivfoto: PM
Standbetreiber und Jugendliche sollen auf den Maintaler Festen von den Scouts über das Jugendschutzgesetz aufgeklärt werden. Archivfoto: PM

Maintal. Wo kräftig gefeiert wird und es stimmungsvoll zugeht, da ist der Alkohol nicht weit. Das gilt auch für die großen Maintaler Feste, die bald anstehen. Auf den Veranstaltungen wollen junge geschulte Erwachsene der Aufsuchenden Suchtberatung Maintal mit Jugendlichen ins Gespräch kommen und Präventionsarbeit leisten.

Von Lars-Erik GerthDer richtige und maßvolle Umgang mit alkoholischen Getränken überfordert allerdings selbst so manchen Erwachsenen. Bei Jugendlichen sieht die Sache natürlich noch diffiziler aus. Die Aufsuchende Suchtberatung Maintal schickt nun wieder geschulte junge Erwachsene zu den Festen, um Präventionsarbeit zu leisten.

Bei der Wachenbucher Kerb und beim Bischofsheimer Straßenfest werden die von der Aufsuchenden Suchtberatung geschulten jungen Erwachsenen unter dem Aktionsmotto „Wir schauen hin“ unterwegs sein, um mit jugendlichen Besuchern über den eigenen Alkoholkonsum ins Gespräch zu kommen.Alkoholkonsum soll nicht verboten werden„Dabei geht es um ihre Einstellung zum Alkohol und vor allem darum, ob sie ihre Grenzen einschätzen können“, berichtet Verena Strub, die bei der Suchtberatung für die Aktion verantwortlich ist.

Deren Ziel sei es nicht, „den Alkoholkonsum für alle zu verbieten oder zu verteufeln“, so Strub weiter. „Wir wollen vielmehr, dass alle beim Feiern ihren Spaß haben. Das geht aber nur mit einem maßvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol. Wird es zu viel, ist der Spaß schnell vorbei – vor allem für Jugendliche“, spricht Strub auch aus leidvoller Erfahrung bei Maintaler Festen, bei denen es in der Vergangenheit immer wieder betrunkene Jugendliche gegeben hat.„Verantwortung tragen wir alle“Diese bringen ihren Alkohol oft sogar mit zu den Festen. Die Präventionsarbeit der Scouts beschränkt sich deshalb nicht nur auf die Stände bei den Festen, wie Verena Strub erläutert. „Unsere Scouts nehmen auch Kontakt zu den Verkaufsstellen von Alkohol im gesamten Stadtgebiet auf, um über das Jugendschutzgesetz zu informieren und beispielsweise deutlich zu machen, dass die Abgabe von Alkohol an Jugendliche unter 16 Jahren generell verboten ist. Und spirituosenhaltige Mixgetränke dürfen nicht an Jugendliche abgegeben werden, die unter 18 sind. Unsere Scouts erinnern bei diesen Gesprächen an die Verantwortung beim Verkauf von Alkohol“, erklärt Strub.

„Verantwortung für den maßvollen beziehungsweise gar keinen Umgang mit Alkohol durch Jugendliche tragen wir alle. Unsere Arbeit soll deshalb ebenso die Erwachsenen sensibilisieren, auf dieses Thema zu achten, da sie für die jungen Leute auch eine Vorbildfunktion haben“, streicht Strub einen wichtigen Aspekt heraus.Quiz- und Meinunsfragen sollen zum Nachdenken anregenBei den anstehenden beiden Festen werden die Scouts die Jugendlichen auch mit Quiz- und Meinungsfragen anregen, über den eigenen Alkoholkonsum nachzudenken. Bei der Wachenbucher Kerb ist laut Strub außerdem ein Glücksrad geplant.

Sie macht auch keinen Hehl daraus, dass ihre Mitarbeiter auf den Festen mitunter einen schweren Stand haben. „Es gibt natürlich Jugendliche, die sich nicht auf ein Gespräch einlassen und nicht darüber diskutieren wollen. Andere hingegen zeigen sich interessiert und stellen mitunter fest, dass es gar nicht so leicht ist, seine eigenen Grenzen beim Alkoholkonsum zu erkennen“, berichtet Strub aus den gemachten Erfahrungen.Positive Resonanz von den Festveranstaltern Wobei sie betont, dass es sich um eine Präventionsarbeit handelt: „Wir ziehen keine alkoholisierten Jugendlichen aus dem Zelt oder reden auf sie ein, nicht mehr weiterzutrinken. Unsere Scouts wollen die jungen Leute dazu anregen, über dieses Thema zu sprechen und nachzudenken.“

Laut Strub stoße die Aktion auch bei den Festveranstaltern auf Verständnis und positive Resonanz. „Sie wünschen sich für ihr Publikum ein fröhliches und ausgelassenes Fest – ohne unangenehme Vorkommnisse. Wir hatten beispielsweise eine sehr positive Rückmeldung von Helmut Schmidt, dem Ersten Vorsitzenden des die Kerb ausrichtenden Blasorchesters Wachenbuchen. Er begrüßt unsere Präventionsaktion und hält sie für sehr wichtig“, so Verena Strub abschließend.

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