Heute schließt das Maintalbad wieder zwangsweise. Zuvor haben wir mit Badleiter Roland Allmannsdörfer eine erste Bilanz über die Corona-Zeit gezogen.
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Heute schließt das Maintalbad wieder zwangsweise. Zuvor haben wir mit Badleiter Roland Allmannsdörfer eine erste Bilanz über die Corona-Zeit gezogen.

Bad ab heute wieder zu

Corona-Saison im Maintalbad: Trotz weniger Besucher viel Badespaß

  • vonBettina Merkelbach
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Nach mehrmonatiger Zwangspause im Sommer muss das Maintalbad heute wieder schließen. Das sieht der von Bund und Ländern verhängte „Lockdown light“ vor, der den gesamten November gelten soll. Doch trotz aller Widrigkeiten zieht Badleiter Roland Allmannsdörfer ein erstes positives Fazit der Saison unter Corona-Auflagen.

Maintal - Sommer, Sonne, gemeinsam planschen und abkühlen – trotz strenger Auflagen und eines engmaschigen Hygienekonzepts konnte das Maintalbad seinen Besuchern diese Leichtigkeit und einen Hauch von Urlaub im Corona-Sommer bieten. Hinter den Kulissen gab es allerdings für Schwimmbadleiter Roland Allmannsdörfer und sein Team viel zu tun, damit die Gäste den Badespaß gesund und sicher genießen konnten.

Maintalbad hat sich während Lockdown auf Öffnung vorbereitet

„Das Hygienekonzept war keine ganz einfache Sache“, sagt Allmannsdörfer rückblickend. Er nutzte den Lockdown im Frühjahr, um das Maintalbad auf die Wiedereröffnung vorzubereiten. „Wir mussten uns reinlesen und bei anderen schauen, wie die das machen.“ Dabei hatte der Infektionsschutz der Gäste und Mitarbeiter höchste Priorität: „Wir sind von Natur aus für Viren, Bakterien und Pilze sensibilisiert und haben im Maintalbad schon immer einen sehr hohen Sicherheitsstandard, den wir auch in dieser Pandemie aufrechterhalten haben“, sagt der Schwimmbadleiter.

„Deshalb haben wir uns für die Zehn-Quadratmeter-Regel in der Wasserfläche entschieden. Sie ist das Maß aller Dinge.“ Heißt: Es dürfen nur so viele Besucher eingelassen werden, dass jedem rechnerisch zehn Quadratmeter Wasserfläche zur Verfügung stehen.

Maintalbad: Schwimmen in drei Zeitfenstern

Um dennoch möglichst vielen Badegäste den Schwimmbad-Besuch zu ermöglichen, gab es drei Zeitfenster: Das Frühschwimmen von 8 bis 10 Uhr, die Familienzeit von 11 bis 15 Uhr und das After-Work-Schwimmen von 16 bis 19 Uhr. Tickets konnte man allerdings nicht mehr an der Kasse, sondern auf der Webseite des Maintalbades kaufen. Dabei konnte man direkt eines der drei Zeitfenster buchen. „Rückblickend hat sich das E-Ticket für uns als sehr aufwendig erwiesen“, gibt Badleiter Allmannsdörfer zu.

„Dennoch war es die richtige Entscheidung, auch wenn wir damit Benutzergruppen ausgeschlossen haben.“ Viele Gäste hätten Probleme mit der Technik gehabt und telefonisch Unterstützung beim Ticketkauf angefordert. Kunden, die etwa keine Internetverbindung oder keinen Computer haben, konnten sich an zwei Stellen im Rathaus für ein E-Ticket registrieren, die das Schwimmbad in Kooperation mit der Freiwilligenagentur Maintal Aktiv eingerichtet hat.

Besucher im Maintalbad halten sich an die Vorgaben

Mit diesem Konzept startete das Maintalbad am 1. Juli in die Freibad-Saison. „Da sich schnell zeigte, dass sich nur rund ein Drittel der Gäste gleichzeitig im Wasser aufhielt, konnten wir die maximale Besucherzahl Mitte Juli auf 200 und Ende Juli sogar auf 300 anheben“, erklärt Allmannsdörfer. „Die Besucher haben sich vorbildlich an alle Regeln gehalten. Die Stimmung war entspannt, fast wie im Urlaub.“

Das E-Ticket verhinderte lange Warteschlangen und Tumulte wie in anderen Bädern in der Umgebung. „Um das schöne spätsommerliche Wetter ausnutzen und uns auf die Eröffnung des Hallenbads vorbereiten zu können, haben wir die Freibad-Saison bis zum 20. September verlängert, ab Mitte September dann sogar ohne Zeit-Slots, sodass unsere Gäste den ganzen Tag schwimmen konnten.“

Wirtschaftliche Auswirkungen auf Maintalbad noch nicht abzusehen

Dennoch bleiben die Zahlen weit hinter denen der Vorjahre zurück. Insgesamt zählte das Bad im August fast 9000 Badegäste. 2019 waren es im gleichen Monat 11 000, 2018 sogar 17 000. „Noch ist nicht klar, wie sich das wirtschaftlich auswirkt und was uns Corona tatsächlich kostet“, sagt Schwimmbadleiter Allmannsdörfer, der angesichts der Pandemie trotzdem ein positives Fazit der Freibad-Saison zieht.

Im Lockdown war daher Sparsamkeit das Gebot der Stunde. „Wir haben am 15. März das Wasser direkt komplett abgelassen, um Energie zu sparen. Und die Mitarbeiter Ende Mai, als es hier nichts mehr zu tun gab, in Kurzarbeit geschickt.“

Hygienekonzept für Hallenbad steht

Die verlängerte Saison nutzte er, um das Hygienekonzept für die Schwimmhalle anzupassen. Zentral waren dabei die Fragen: Wie kann die Schwimmhalle optimal belüftet werden? Und wo muss Maskenpflicht gelten? „Unsere Lüftungsanlage mussten wir modifizieren, sodass sie die Schwimmhalle mit Frischluft versorgt anstatt sie nur auszutauschen“, erklärt Roland Allmannsdörfer. Die Anlage sorgt nun fünfmal pro Stunde für frische Luft. Bis zu den Duschen gilt dennoch Maskenpflicht, weil die Luft hier zur Belüftung weiterer Räume genutzt wird.

Weitere Schutzmaßnahmen sind in einem insgesamt elf Seiten langen Hygienekonzept zusammengefasst, das unbeschwerten Badespaß garantieren soll. „Schwimmen steht jetzt im Vordergrund“, erklärt Badleiter Allmannsdörfer. Sitzgelegenheiten gibt es nur für Aufsichtspersonal. Auf Angebote wie Spielgeräte, Familiennachmittag und Wassergymnastik müssen die Besucher derzeit verzichten.

Positives Fazit nach Öffnung des Hallenbades

„Wir wissen, dass wir die Aufenthaltsqualität damit senken, und das tut uns weh“, so der Schwimmbadleiter. „Aber das wird von den meisten akzeptiert, weil es dem Schutz unserer Gäste und Mitarbeiter dient.“ Das E-Ticket und die Zeit-Slots werden beibehalten und dahingehend verfeinert, dass Besucher ein Ticket für ein Becken buchen können, um sich damit den Platz im Wasser wie einen Sitzplatz im Zug zu reservieren. „Wenn es voll ist, kann man nicht einfach in ein anderes Becken hüpfen. Das müssen wir unseren Gästen immer wieder erklären“, sagt der Badleiter.

Im Schwimmerbecken gilt nach wie vor die Zehn-Quadratmeter-Regel, sodass hier bis zu 30 Schwimmer ihre Bahnen ziehen können. Im Nichtschwimmer-Becken genügen fünf Quadratmeter, weil hier ohnehin meist Besucher desselben Hausstands miteinander planschen. Hier dürfen insgesamt 25 Wasserratten baden, sodass die Schwimmhalle von insgesamt 55 Gästen genutzt werden kann. Im Planschbecken können fünf Badegäste bis drei Jahre im Wasser spielen.

„Damit die Höchstgrenze in jedem Becken eingehalten wird, müssen wir immer mal wieder regulierend eingreifen. Aber insgesamt haben alle unsere Gäste ein entspanntes Badevergnügen“, resümiert Roland Allmannsdörfer gut einen Monat nach Eröffnung des Hallenbads – und kurz vor der heutigen erneuten Schließung.

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