Die Qual der Wahl: In Maintal stehen die ersten Trends der Wahl fest, bisher wurden jedoch nur die Listenstimmen gezählt. Die Ergebnisse könnten sich also noch verändern.
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Die Qual der Wahl: In Maintal stehen die ersten Trends der Wahl fest, bisher wurden jedoch nur die Listenstimmen gezählt. Die Ergebnisse könnten sich also noch verändern.

Grüne verdoppeln ihr Ergebnis

Trendwahl in Maintal: Noch ist nichts entschieden

  • Michael Bellack
    vonMichael Bellack
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Bahnt sich in Maintal ein Machtwechsel an? Darauf deuten zumindest die Trend-Ergebnisse der Kommunalwahl hin. Demnach könnte die SPD als der Verlierer aus der Wahl gehen und gleich fünf Sitze im Stadtparlament einbüßen.

Maintal – Nach der Auszählung der Listenstimmen lagen die Sozialdemokraten bei nur noch 20,9 Prozent, 2016 hatte sich die SPD mit 32,5 Prozent gegen die vier weiteren Parteien durchgesetzt. Bei den bisher bekannten Ergebnissen handelt es sich jedoch nur um einen Trend. Durch die Möglichkeit der Wähler, durch kumulieren und panaschieren ihre Stimmen für einzelne Kandidaten abzugeben, kann sich das Wahlergebnis noch ändern. Das war auch 2016 der Fall: Da sah es am Wahlsonntag nach einem Sieg der CDU aus, am Ende zog aber die SPD vorbei. Darauf dürften die Sozialdemokraten auch in diesem Jahr hoffen.

Mit den endgültigen Ergebnissen wird in den kommenden Tagen gerechnet. Noch bis zum morgigen Mittwoch sind die städtischen Mitarbeiter für die Auszählung der Stimmen eingeplant. Am Sonntag wurde bereis bis weit nach Mitternacht ausgezählt.

Maintal: Grüne könnten Wahlergebnis verdoppeln

Als großer Gewinner könnten die Grünen aus der Wahl hervorgehen. Mit 22,9 Prozent würden sie ihr Wahlergebnis von 2016 mehr als verdoppeln. Statt fünf würde es nun zehn Sitze im Maintaler Parlament geben. Das würde die Mehrheitsverhältnisse in Maintal kräftig verschieben.

Nicht herum kommt man bei der Mehrheitsbildung um die CDU, die Konstanz beweist und um einen Prozentpunkt zulegen konnte. Bei der Trendwahl holte die CDU 27,7 Prozent. Mit 13 Sitzen wären die Christdemokraten damit die stärkste Fraktion. Zusammen mit den Grünen könnte die CDU auf 23 Sitze kommen und damit hauchdünn die Mehrheit im 45-köpfigen Stadtparlament erreichen. Dafür müsste man sich mit den Grünen auf einen neuen Partner einstellen, denn bisher hatten SPD und CDU gemeinsam die Mehrheit.

AfD und Gemeinsam für Maintal sind die neuen politischen Akteure

Klar ist jedenfalls, dass zwei neue Akteure die politische Bühne in Maintal betreten. Die AfD liegt bei der Trendwahl bei 5,8 Prozent und würde damit drei Sitze erhalten. Und auch die neue Liste Gemeinsam für Maintal (3,46 Prozent) würde mit zwei Sitzen ins Parlament einziehen.

Die dazugewonnen Stimmen der Grünen und die der neu dazugekommenen Parteien bedeuten natürlich Einbußen für die anderen. Neben der SPD verliert die Wahlalternative Maintal (WAM) nach derzeitigem Stand die meisten Stimmen. 2016 holte man noch knapp 17 Prozent, derzeit steht die Wählergruppierung bei nur noch 9,9 Prozent. Von vormals acht Sitzen würde die WAM demnach die Hälfte verlieren und wäre nur noch die viertstärkste Fraktion im Parlament. Auch die FDP könnte ein Verlierer dieser Wahl werden. Die Freien Demokraten würden mit 9,2 Prozent genau wie die WAM nur noch auf vier Sitze kommen, bisher war man mit sechs Plätzen vertreten.

Trendwahl: CDU bei den Briefwählern sehr stark

Auffällig bei den Listenstimmen ist die Dominanz der CDU bei den Briefwählern. In vier von fünf Briefwahlbezirken setzten sich die Christdemokraten deutlich durch, in drei davon mit mehr als zehn Prozent Vorsprung. Einmal gewannen die Grünen.

Jedoch kann sich an diesem Eindruck noch einiges ändern, da erfahrungsgemäß vor allem bei Briefwählern das Kumulieren und Panaschieren besonders beliebt ist und die Auszählung der Einzelstimmen somit zu einem anderen Ergebnis kommen könnte. Gerade mit Blick auf die mehr als 9000 Briefwahlunterlagen, die die Stadt verschickt hat.

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