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Trauer um Karl-Werner Fuhrmann

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Karl-Werner Fuhrmann ist im Alter von 81 Jahren gestorben.
Karl-Werner Fuhrmann ist im Alter von 81 Jahren gestorben.

Maintal. Trauer um Karl-Werner Fuhrmann: Der langjährige Vorsitzender des VdK Bischofsheim ist im Alter von 81 Jahren gestorben.

Von Lars-Erik Gerth

Bis zuletzt hat er sich mindestens einmal in der Woche in der Redaktion unserer Zeitung telefonisch zu Wort gemeldet, um seine Einschätzung zu Maintaler Ereignissen und Entwicklungen mitzuteilen. Noch am 16. März besuchte der überzeugte Sozialdemokrat den Frühjahrsempfang der Maintaler SPD-Fraktion.Da wirkte er recht vital und führte zahlreiche Gespräche, hielt wie gewohnt nicht mit seiner Meinung hinter dem Berg. Umso unerwarteter kam nun die Nachricht aus den Reihen seiner Partei, dass Karl-Werner Fuhrmann am Montagnachmittag im Alter von 81 Jahren verstorben ist.Engagement galt den sozial Schwachen Der studierte Pädagoge war von 1961 bis 1997 an der gewerblich-technischen Schule in Offenbach tätig, wo er unter anderem als Abteilungsleiter und später auch als stellvertretender Schulleiter fungierte. Sein Engagement galt darüber hinaus aber schon früh den sozial Schwachen in unserer Gesellschaft, für die er sich unter anderem in den Jahren 1968 bis 1972 als Gemeindevertreter im damals noch eigenständigen Bischofsheim einsetzte. Vor allem aber wird sein Wirken im Vorstand des VdK-Ortsverbands Bischofsheim in Erinnerung bleiben, dessen Erster Vorsitzender er von 2006 bis 2014 gewesen ist.Sein Credo teilte Fuhrmann im Jahr 2007 unserer Zeitung mit, als wir ihn in unserer Reihe „Maintaler Persönlichkeiten im Portrait“ einer breiteren Öffentlichkeit vorstellten: „Man kann mit mir über alles diskutieren, aber nicht über Artikel 1 des Grundgesetzes: 'Die Würde des Menschen ist unantastbar. Der Mensch steht im Mittelpunkt, alles andere hat sich unterzuordnen.“Ehrenbrief des Landes HessenFür sein ehrenamtliches Engagement erhielt der Bischofsheimer bereits im Jahr 1987 den Ehrenbrief des Landes Hessen. Darauf folgte im Januar 1998 eine noch größere Auszeichnung: Im Rahmen des Maintaler Neujahrsempfangs erhielt Fuhrmann das Bundesverdienstkreuz.Damit wurde seine umfassende ehrenamtliche Arbeit bei der REFA, dem Verband für Arbeitsstudien und Betriebsorganisation, gewürdigt. Zu dieser Tätigkeit gehörte auch, dass er Lehrkräfte in Südamerika und Osteuropa ausbildete.Willy-Brandt-Medaille ist ganzer StolzUnd auch die Genossen würdigten seinen Einsatz für die SPD in Maintal. Im Dezember 2015 zeichneten sie ihn mit der Willy-Brandt-Medaille aus. Das machte den Bischofsheimer besonders stolz, war er doch ein großer Verehrer des früheren Bundeskanzlers und langjährigen SPD-Vorsitzenden.Wenn ihm etwas nicht passte, dann behielt es Karl-Werner Fuhrmann nicht für sich, sondern sprach es offen aus. Das galt vor allem für die Entscheidung, das Bischofsheimer Rathaus abzureißen. Gemeinsam mit seinen Freunden Sepp Sigulla und Albert Reuhl machte er offen Front gegen den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung.Liebenswerter und hilfsbereiter Mensch„Ohne Schulden zu machen, haben wir das Rathaus 1968 erbaut. Und zur Einweihung kam sogar Ministerpräsident Georg-August Zinn. Diesen Tag werde ich nie vergessen. Es ist eine Schande, dass das Rathaus nun abgerissen wurde“, machte Fuhrmann bei vielen Gelegenheiten deutlich, dass er den Abriss des Bischofsheimer Rathauses eigentlich nie verwunden hat.Fuhrmann war aber auch in früheren Zeiten sportlich aktiv, vor allem im Kunstradfahren. In dieser Sportart nahm er an zahlreichen Meisterschaften, sogar auf internationaler Ebene teil. Zudem war er als Radballschiedsrichter und -trainer aktiv.Ein reichhaltiges Leben ist nun zu Ende gegangen. Mit dem Tod Karl-Werner Fuhrmanns verliert Maintal einen sozial engagierten, auch streitbaren, aber stets liebenswerten und hilfsbereiten Menschen.

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