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Trauer um Doris Stein: NS-Verfolgte Maintalerin stirbt in den USA

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Die am 16. August in den USA verstorbene Doris Stein (Dritte von links) bei ihrem letzten Besuch in Maintal im Jahr 2009. Links im Bild ihre ebenfalls 2017 verstorbene Tochter Renee. Foto: PM
Die am 16. August in den USA verstorbene Doris Stein (Dritte von links) bei ihrem letzten Besuch in Maintal im Jahr 2009. Links im Bild ihre ebenfalls 2017 verstorbene Tochter Renee. Foto: PM

Maintal. Wenige Tage nach ihrem 89. Geburtstag verstarb am 16. August in den USA die aus Dörnigheim stammende Doris Stein, eine Überlebende der Naziverfolgung. Dies teilte am Wochenende der Verein Brüder-Schönfeld-Forum mit.

Die als Doris Marx in der Frankfurter Straße 29 in Dörnigheim geborene Jüdin war mit ihren Eltern 1938 in die USA geflohen. Sie entgingen dadurch dem sicheren Tod in einem der Vernichtungslager. Trotz der bitteren Erfahrungen in der alten Heimat hat Doris Stein die Verbindungen nach Deutschland nicht abreißen lassen, wie Herbert Begemann, der Vorsitzende des Maintaler Vereins berichtet.

Bereits ihre Mutter Lina Marx hatte nach dem Zweiten Weltkrieg von New York aus den guten Kontakt mit der Dörnigheimer Bäckerfamilie Huf in wieder aufgenommen. Später, im Mai 1997, kam Doris Stein mit ihrem Ehemann Louis und weiteren Familienmitgliedern nach langer Zeit wieder nach Dörnigheim. Ihr letzter Besuch datiert vom Juni 2009, als sie mit ihrer Tochter Renee und deren Familie noch einmal frühere Nachbarn aufsuchte.Wichtig war ihr damals ein Zusammentreffen mit Schülern des Albert-Einstein-Gymnasiums, um jungen Menschen von ihren Erfahrungen der Benachteiligung und Verfolgung zu berichten.

In New Jersey bestattetWie Herbert Begemann weiter mitteilt, habe sich Doris Stein bis zuletzt immer aktuell über die Erinnerungsarbeit an ihrem Heimatort informieren lassen. Ihr lag auch daran, dass der Grabstein ihrer Großeltern auf dem Jüdischen Friedhof in Hanau in gutem Zustand bewahrt wird. Er ist einer der letzten, der in den 1930er Jahren noch aufgestellt werden konnte.

Vor wenigen Monaten starb nach langer Krankheit ihre Tochter Renee Stein-Goetz, ein Schicksalsschlag, der Doris Stein schwer getroffen und ihr offenkundig den Lebensmut genommen hat. Mittlerweile ist sie auf dem Friedhof von Hackensack (New Jersey) begraben worden, am Wohnort ihrer letzten Lebensjahre. Weitere Informationen zur Arbeit des Vereins Brüder-Schönfeld-Forum finden sich im Internet. legwww.brueder-schoenfeld-forum.de

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